Inneres und äußeres (Er-) Leben

Irgendwann hört es auf, zu schmerzen.
Das Trauma.
Es ist so ein riesen Begriff. Oder Riesenbegriff..
Das Trauma, die Traumata. Erlittene Traumata. Darf man das überhaupt schreiben?
Ja, denn ich leide ja heute noch.
Und es tut heute noch weh.
Leid ist ein großer, gewichtiger Begriff.
Angemessen?
Ja.

Die Parallelwelt.
Mein inneres und äußeres (er-)Leben.
Catharina geschrieben. „Meiner“ Sozialarbeiterin. Dass ich mir sie als Mama wünsche.
Sie schrieb, das würde aber nicht gehen.
Ich schrieb, eigentlich meine ich das auch gar nicht so.
Eher, dass meine Mutter mehr gewesen wäre wie sie. Ich hänge an diesen großen, starken Frauen.
Die Chirurgin ja auch, klar.
Einerseits aus Sicht einer Gesunden, weil ich sie cool finde.
Aus Sicht der Kranken..
Die immernoch auf der Suche nach einer Mutter ist, die sich kämpfend vor sie stellt.
Die Chirurgin ist burschikos/grob, knallhart wieauchimmer. Ich habe das nicht auf mich bezogen.
Wenn ich genäht wurde, hatten wir beide das selbe Interesse: Dass die Verletzungen gut heilen. Und das ist nunmal besser, wenn es genäht wird.
Sie war grob gegen die Krankheit. Nicht gegen mich. Sie hat das bestimmt nicht so differenziert gesehen, ich war die, die mal wieder mit selbst zugefügten Verletzungen kam.
Für mich hat es sich immer angefühlt, als würde ich als Angehörige in die Ambulanz gehen.
Okay, das Mädchen hat sich verletzt, ich muss also mal wieder ran.
Manchmal war ich genervt und sauer auf den kranken Teil. Und dass „ich“ es immer ausbaden muss.
Andrerseits hat diese Spaltung auch dafür gesorgt – zumindest nach einiger Zeit – dass ich es immer versorgen liess.
„Ich“ war in dem Fall die angehende Arzthelferin. Das muss versorgt werden.

Täglich habe ich das Verlangen nach einer Selbstverletzung.
Ich habe seit 3,1 Monaten nicht mehr nachgegeben.
Das Trauma wird irgendwann aufgearbeitet sein.
Ich bin zum Glück erst 21.

Das abspalten von mir und anderen Dingen ist sehr wichtig für mich.
So auch die Differenzierung innere und äußere Welt.
Ich muss mich um beides kümmern, eine starke Doppelbelastung.
Das innere Kind trösten und beruhigen, diplomatisch sein oder auch mal grob gegen die Krankheit und für mich.
Die Ausbildung weitermachen, WG Suche.

Der Traum von einem Leben, ohne dieses unbeschreibliche leiden.
Das schaffe ich.
Ebenso wie die Ausbildung und das Abitur. Medizinstudium.
Ich habe Ehrgeiz und Biss!
Wenn ich etwas will, dann schaffe ich das auch!
Selbstverletzungsfrei bleiben – WG – Ausbildung- dies sind die aktuellen „Baustellen“.

Wenn ich das Trauma aufgearbeitet habe, kann mich im Leben kaum noch was umhauen.
Immer positiv denken. Was nicht umbringt, härtet nicht immer ab – oft schwächt es wahnsinnig.
Aber ich schaffe das!Irgendwann hört es auf, zu schmerzen.
Das Trauma, die Traumata. Erlittene Traumata.

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