Tunnelblick

Ich hab heute nacht geträumt, dass ich mich verletzt hätte, und meine Mum und Sara mich genäht hätten.
Das ist mir heute ziemlich nachgehangen.
Im Traum dachte ich an die Chirurgin und dass ich sie gar nicht sehe, wenn Sara und Mum mich versorgen. Ja, ich vermisse sie immer noch wahnsinnig. Es wurde wieder egal, einmal rückfällig geworden komm ich wieder in die Spirale, die sich schneller und schneller dreht.
Tunnelblick und ich sehe nur noch die Selbstverletzung als Rettungsanker.

In der Praxis wurde ich „kalt“. Hab keine Gefühle wahr genommen und nur das getan, was anstand.
Kopf AUS.
Angenehm, vor allem wegen diesen Zwischenmenschlichen Problemen/Ängsten.
Auslöser war der Vorwurf, mir wäre alles egal, was aber nicht stimmt. Ich wurde wie ohnmächtig, eine Angstwelle. Und Wut.
Hilflose Wut. Weil ich nicht so wirken will, es aber tue.
Ich hätte gerne gesagt: „Mir gefällt es hier, ich möchte die Ausbildung GUT machen und Dir helfen. Nicht immer eine zusätzliche Last sein!!!“
Statt dessen die Ruhe in mir.
Ich nehme ständig unterschwellige Vorwürfe wahr, aber statt mich nun 5 Mal pro Minute entschuldigt zu haben, schob ich es heute auf „emotional gleichgültig, keine Scham, in Zukunft weisst Dus besser“ ab.
Sonst werde ich beim ersten Tadel so panisch, dass noch weniger geht…
Oder bei einem schiefen Blick fühl ich mich sofort in der Verteidigungshaltung wieder: Ja, ich weiss, dass ich schwer von Begriff bin!
Heute nicht.
Ich fühlte mich irreal, aber sehr ruhig.
Das ist angenehm.

Nach dem Schluss fuhr ich zum Hausarzt wegen COPD.
Entwarnung.
Ich habe beim Test 103% gepustet.
Schiebe ich die Atemnot also auf die Psyche. Kann ich mit leben.
Angstattacken gehabt, hm.
Normal halt.
Viel gelaufen, und ruhig gefühlt.
Schön.
Angenehm.
Kalorien verbrannt.
Das gegessen, was ich gut finde: Morgens ein Vollkornbrötchen, mittags Salat und Brötchen und Heidelbeeren.
Ritual.
Ein schönes Ritaul.
Und abnehmen würd ich auch.
Rituale schaffen innere Ruhe. Ich habe einen Plan. Ein Ziel. Einfach weiter gehen, egal, was passiert.

Gut..
Nein.
Gut geht es mir nicht.
Mir geht es eigentlich sogar relativ schlecht. Aber das geht vorbei.
Von alleine, ohne eine Selbstverletzung.
Diese ruhige Gewissheit leitet mich.
Tunnelblick. Ein positiver.

In 3 Jahren kann ich im Krankenhaus arbeiten, wenn ich die Ausbildung schaffe.

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4 Responses to Tunnelblick

  1. Broken Girl sagt:

    Mach das mit dem Abnehmen aber bitte nicht zu krass (so wie früher). Bringt doch nichts.
    Pass auf dich auf. Wird alles wieder

    • stellinchen sagt:

      Nein, möchte ich auf keinen Fall.
      60 kilo wären schön, denk ich.
      Du auch *drück*

      • Broken Girl sagt:

        Ohja, 60 Kilo wären schön, aber ich hab das bei mir schon aufgegeben…ohne das Essen hab ich nichts mehr…Es klappt einfach nicht >_< Ich brauche all die Süßigkeiten usw. Sonst würde ich durchdrehen. Leider 😦
        Wünsche dir viel Glück, dass du es schaffst, aber bitte mach es nicht extrem sondern langsam. Hält dann auch länger 🙂

  2. ministernchen sagt:

    Ich kann dir im Moment so gut nachfühlen. Nicht nur wegen dem Traum. Darüber haben wir ja schon miteinander geschrieben, sondern auch wegen dem arbeiten. Ich werde heute wohl nach nachgeben müssen. HDGDL ❤

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