Hirndoping

Ich habe letztens diese Doku gesehen

Ein unheimlich interessantes Thema! Was mich auf ne Art ja auch betrifft, aber ich denke, da kann kaum einer sagen, es beträfe ihn nicht.
Wenn ich sowas in Dokus sehe, finde ich das immer total schlimm, dass es Menschen gibt, die sowas machen. Weil sie sich dermaßen unter Druck setzen/gesetzt fühlen, dass sie sowas machen.
Ich mach das ja zum Teil auch – siehe Coffeintabletten. Aber als ich vor ca einem Jahr gelesen habe, dass ein Blogger (Medizinstudent) sowas zum Lernen nimmt, fand ich das schlimm.
Früher dachte ich immer, ich wäre langsam im denken und sowieso „dumm“. Ich dachte das wirklich, durch die Aufmerksamkeitsproblematik.
Ich habe das auch genommen, um das Defizit, dumm und langsam zu sein, auszugleichen. Und heute erschreckt mich das.
Immernoch nicht so sehr bei mir – typisch – aber bei Anderen. Ich denke, je früher man sich mit solchen Themen auseinander setzt, desto besser/gewappneter ist man später gegen derartige Versuchungen. Und das möchte ich sein.
Als letztes werden Leute befragt, ob sie ein Mittel nehmen würden zur Leistungssteigerung, das keine Nebenwirkungen hat.
Und sooo viele sagen Ja. Ich denk, dieses Thema wird mit fortschreitenden chemischen „Fortschritten“ immer präsenter. Und ich möchte mal eine von denen sein, die offen sagt „Es reicht!“
Wir haben genug Burn-out Patienten!
Im Beispiel mit dem Chirurgen, warum wird nicht abgelöst!?
Die Anästesie- und OP Pfleger werden abgelöst – ein Anästhesist oder Chirurg nicht, what the fuck!?
So, wie Models zum Teil einen Gewichtsvertrag unterschreiben müssen (!?!?) halte ich den Gedanken, dass sowas an deutschen Krankenhäusern still, leise und heimlich ein Vertragspunkt wird, im „Bedarfsfall“ sowas zu schlucken, für absolut realistisch.
Damit beschäftigt sich ja auch die Ethik: Wann wird aus dem Können ein Sollen und daraus ein Müssen?
In der Pubertät hätte / habe ich auch alles geschluckt, sogar Speed, wenn ich rangekommen wäre. Bin ich zum Glück nicht.
Und jetzt, wo ich laaangsam erwachsen werde ;) beginnt auch die Erziehung meiner Eltern zu greifen: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung! :lehrer: :rel:
Und das geht mir so dermaßen gegen meine „MIT und nicht GEGEN den Körper!“ Einstellung. Hirndoping!
Das Gehirn ist, wie die meisten Organe, ein sooo sensibles Organ, beim vernunftgesteuerten Denken stellen sich mir da alle Haare auf.
Trotzdem kann ich nicht ausschließen, dass ich nicht in irgendeiner Situation ebenfalls zugreifen würde.
Bloß hoffe ich, dass ich, bis es soweit ist, noch gefestigter in mir werde, so dass ich irgendwann klar Nein sagen kann.

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5 Responses to Hirndoping

  1. fleischfee sagt:

    Ich halte ja auch nix von dem ganzen kram, ich trinke nicht mal Kaffee aber ab und an wenn ich zu müde bin, dann muss es schon mal eine Schwarze Dose 28 sein.
    Wenn ich das hier allerdings so sehe, würde ich auch gern etwas haben, dass mich mehr Leistung bringen lässt, bin allerdings viel zu ängstlich irgendwie abhängig zu werden.

    Also pauke ich wohl lieber weiterhin, die Nächte einfach so durch und gehe ohne Schlaf zu Klausuren.

  2. blackeyedphoenix sagt:

    Sieht interessant aus. Muss ich mir mal anschauen, wenn ich heute Abend zu Hause bin 🙂

  3. snoopylife sagt:

    „…jetzt, wo ich laaangsam erwachsen werde …“ Liebes Stellinchen, so langsam biste damit, glaub ich, nicht. was du hier manchmal so reflektierst, stünde manchem „Erwachsenen“ gut zu Gesicht. Weiter so! 🙂

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