7. April

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, ihr hattet schöne Ostern!
Meine waren mal wieder die reinste Achterbahnfahrt!
Hin und wieder – zu oft! – der Gedanke, diese abartig intensiven Gefühle keinen Moment länger aushalten zu können. Bis zu Suizidgedanken, aber nur aus der Not heraus. Es war sehr schlimm, aber zu keiner Zeit gefährlich.
Ich war bei meiner Familie. Memo an mich: Nicht länger als 2 Tage durchgehend dort sein!
Die Freunde habe ich fast alle gesehen, das war klasse!
Hin und wieder die große Euphorie. Naja, unterm Strich überwiegt das positive, mit den Freunden, den Wahnsinn in mir, bzw. mit der Familie.
Ich dachte, es war die beste Entscheidung, hierher zu ziehen. Sonst hätte ich die Kurve nie bekommen.
Stand regelmäßig kurz davor, irgendeinen Mist zu bauen, bin aber mit einem blauen Auge davon gekommen.
Konkret: Kein schneiden, kein überessen/brechen, kein (para-)suizidales Verhalten und keine Tablettenvergiftung.
Das ist GUT für mich.
Das blaue Auge – hungern.
Sinn dahinter: Wenn ich mir die Energie durchs hungern raube, ist die Intensität der Gefühle auch schwächer. Dieser Plan ging auf, trotzdem ist es destruktiv.
Seit ich hier bin ist es wieder besser, aber auch manchmal schwieriger, weil das Wetter schlecht ist und ich mich unnütz gefühlt habe, so ganz ohne etwas zu tun.
Seit der 2. Ferienwoche weiß ich, dass ich nebenher gerne ein bisschen arbeiten würde.
Ich komme ja gut mit in der Schule, Geld kann ich auch immer brauchen und ich bin beschäftigt.
Früher musste ich dem innerlichen immer einen äußerlichen Reiz entgegen setzen, damit es mir besser ging. Diesmal hatte ich die Vorstellung, dass mir jemand ein Messer in die Brust rammen müsste, so schlimm war es.
Aber es ging ja vorbei.
Und interessant, finde ich es nun rückblickend auch wieder: Was die Psyche für eine wahnsinnige Kraft hat. Genau wie der Körper.
Wahnsinn, im positiven und negativen Sinne.

Ich war das erste Mal wieder Schwimmen und es war unheimlich schön!
Leider war das Bad relativ voll, so dass man ständig schauen musste, wie man jetzt seine Bahnen schwimmt.
Als Kind haben die Erwachsenen über uns geschimpft, wenn wir kreuz und quer geschwommen sind, jetzt bin ich die Erwachsene ;)
Gut, eigentlich heißt es „Stil vor Tempo“, darum möchte ich wieder in einen Verein. Ich denke, nach 8 Jahren hat der deutlich gelitten.
Trotzdem war es wieder ein Durchbruch für das Leben.
Früher habe ich mir schon relativ bewusst nach und nach alles weggenommen, was mir Freude bereitet hat.
Wasser ist mein Element, und jahrelang habe ich mir das einfach so vorenthalten…
Mein Ziel war es, eine Stunde so zu schwimmen, dass ich durchhalte. Das hat geklappt, und ich denke, mehr als ein Kilometer wars sicher :)
Brust und Kraul klappt gut, auch mit der Atmung. Meine Augen haben hinterher aber ziemlich gelitten, weil ich ständig die Augen offen hatte, wegen Gegenverkehr.
Die meisten Vereine trainieren ja abends, das DLRG, in dem Bad wo ich war, an dem Abend, wo ich schulfrei habe.
Perfekt also!
Aber vielleicht finde ich ja noch näher etwas. Als wir die Stufen hoch kamen, saßen 2 Mädels auf der Treppe, ca 13 und eine mit frischen Selbstverletzungen am Unterarm.
Denise war geschockt, „nur“ wegen meinem Arm. „Es ist vorbei“ habe ich zu ihr gesagt, sie auch etwas beruhigt.
Auf die 3/4 lange Hose hat mich keiner angesprochen. Die Shorts im Laden waren too short, bzw. ich too long, so dass der überdeckende Effekt gleich null war.
Aber man ist ja erfinderisch.. 😉

Naja, intensiv (er) leben denke ich mir öfter. „Leben auf der Grenze“ trifft es durchaus bei mir.
Weil ich den Stress brauche.
Wenn ich zu wenig äußeren Stress habe, setze ich mich selbst unter irgendeinen. „Inszinierte Dramen“
Es gibt mir einen Kick, bzw. hatte oft den Effekt, mich von dieser Hochspannung runterzuholen. Actionkind.
An Weihnachten hat es die Freundin aus Stuttgart positiv formuliert „Ich arbeite unter Stress am Besten“
Ich denke, all diese Erkenntnisse, die ich aus der Krankheit gezogen habe, um sie los zu werden, lassen sich so gut auch im Gesunden ausleben.
Ich bin bewusst erstmal langsamer geschwommen, aber dann kam diese Freude daran, die Leute zu überholen. Eine Bahn nach der Anderen, nicht denken, sich spüren, es war wahnsinnig toll.
Denise hat mich etwas mitgezogen, sonst hätte ich bestimmt mehr rumgestanden ;)
Darum will ich auch wieder in einen Verein, da machen sie einem Feuer unterm Hintern ^^

Morgen ist Schule!!!
Ich freue mich ^^
Vormittags rufe ich noch eine Therapeutin an und im Krankenhaus, wo ich 2 Tage im Trapodienst war und frage, wie die Lage aktuell aussieht.
Ich würde sagen, ich bin zufrieden :)

Gute Nacht, ihr Lieben :wink:

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6 Responses to 7. April

  1. Das klingt doch gut. Und so als ob du deine Ferien sehr genossen hast. Das freut mich für dich :).

  2. Das klingt gut. Freut mich für dich. LG

  3. Freut mich, dass es dir besser geht. Auch wenn ostern anscheinend echt nicht einfach gewesen ist, so wächst du dennoch auch mit dem Überstehen dieser Tage.
    Und einen Sport zu machen, finde ich auch gut!

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