Post KJP 2008

Zuhause war es scheiße.
Richtig scheiße.
Als ich heimgekommen war telefonierte ich mit Anastasia, einer Internet Freundin, die ich 2 Jahren kannte.
Sie hat mich total aufgebaut und meinte, ich solle das Pferd doch anrufen, und fragen, wie es weiter gehen solle.
Das tat ich auch. Das Pferd war ganz nett und ich vereinbarte einen Termin beim Klinik-Psychiater.
Der war allerdings erst einen Monat später.
Ich wusste nicht weiter!
Am 5. Februar fing ich an mit fasten.
Ich nahm mir vor, so lange nichts zu essen, bis ich tot wäre.
Ich startete bei 70,5 kilo. Kam in drei Tagen auf 68. Ab da verlor ich in der Woche 1 kilo.
Trotz Refeeds, die ich mit Cola und sonstigen Getränken machte!
Und doch – mir ging es immer besser. Ich hatte ein Ziel, irgendwie war die Perspektivlosigkeit nicht mehr so schlimm. Ich wollte mich nicht umbringen, wegen der Familie. In meiner Vorstellung musste immer alles okay sein, damit ich gehen konnte. Im Streit umbringen hätte ich mich nie können. Außerdem wollte ich mein Image in der KJP wieder retten.
Ich wollte nicht mehr sterben. Ich wollte nur bis 48 kilo gehen und dann leben.
Es war wie ein Schutzschild vor allen bösen Gedanken.
Mit Maya beschloss ich, erst mal den Kontakt zu unterbrechen.
Das Pferd hatte mir in der Klinik noch von einer anderen Klinik erzählt, die sich auf junge Mädchen spezialisiert hat, die Richtung Borderline tendieren würden.
Ich rief da an.
Keine 6 Wochen, wie das Pferd gesagt hatte, sondern 3 Monate.
Konnte ich mir in der Schulzeit abschminken.
Immerhin war ich im Abschlussjahr.

Mich packte die Euphorie. Alles klappte, die Schule auch, ich hatte gute Noten und zu Hause wurde die Situation langsam besser.
Als ich das Gespräch bei dem Psychiater hatte, war er tief beeindruckt, wie ich mich mal wieder aus dem Sumpf gezogen hatte, ohne jede therapeutische Hilfe.
Und wie typisch das für seine Verdachtsdiagnose Borderline sei, mit dem Auf und ab.
Ihm fiel auf, dass ich abgenommen hatte und ich sagte das mit dem Fasten. Er hat das nicht ganz geblickt, dass ich überhaupt nichts aß und meinte, das würde ihm auch mal ganz gut tun.
So ging das bis zu einem Mittwoch, Anfang März.
Ich bloggte – wie Maya, und sie fing an, mich zu beschimpfen.
Ich löschte das erst mal, was sie jedoch erst richtig in Fahrt zu bringen schien. Einen Auslöser gab es nicht (irgendwann später meinte sie, sie wäre neidisch gewesen, wegen der Hungerei..).
Ich drohte ihr an, ihre Mutter zu informieren, weil ich wusste, dass ihre Mutter ihr Internetverbot geben würde.
Daraufhin schrieb sie mir eine SMS – Kernaussage, sie bringt sich um und schreibt einen Abschiedsbrief, dass ich schuld sei.
Natürlich stürzte ich ab ohne Ende, und fing an zu fressen.
Wochenlang.
Zugenommen hatte ich nicht enorm, da ich fast nur Durchfall hatte, was nach 29 Tagen ohne feste Nahrung nicht verwunderte.
Insgesamt nahm ich relativ wenig zu.
Weiterhin lief so ziemlich alles perfekt, ich fühlte mich gut und schloss die Realschule mit einem Durchschnitt von 2,4 ab.
Es war mein bester Durchschnitt insgesamt.

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