31.12.2015

31. Dezember 2015

Lieber LeserInnen,

hoffentlich konntet ihr Weihnachten und die Feiertage genießen, lagt nicht krank im Bett und habt euch nicht höllisch den Arm am Raclette verbrannt, so wie ich. 😉
Ich wünsche euch allen von ❤ en einen guten Start ins neue Jahr und dass ihr alles erreicht, was ihr euch vornehmt. 🙂

Alles Liebe,
Stella

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Briefe aus Hogwarts

23. Dezember 2015

„Was sollen wir tun, Vernon? Sollen wir vielleicht antworten? Ihnen sagen, wir wollen nicht?“ Ihr Mann überlegte. Nach einer Weile sagte er „Nein. Wir werden es einfach ignorieren. Als wir ihn bei uns aufnahmen haben wir uns geschworen, diesen gefährlichen Unsinn auszumerzen!“
Sie schwieg. Es ist gescheitert, dachte sie, und dir war klar, dass es scheitern würde.
Du hast dir all die Jahre versucht, etwas vorzumachen. Und ihm mit.
Seltsamerweise dachte sie an Dudley. Ihr Liebling würde nicht unter dieser Abnormalität zu leiden haben. Er würde nicht in den Schatten gestellt, wie sie es immer wurde.
Beiseitegeschoben. Weg vom Ruhm und Glanz der absoluten Lily, der freundlichen, schönen und begabten Lily.
9 Jahre lang hatte sie diese Gefühle weggeschoben, ignoriert, unterdrückt, wie sie ihren Neffen unterdrückt hatte. Weggesperrt in denselben dunklen Schrank, abgelehnt.
Und doch hatte sie es gewusst.
Eines Tages würde der Tag kommen, an dem dieser Brief eintreffen würde.
Es war nicht so, dass sie davon überrascht worden war. Die Erkenntnis, dass nun tatsächlich der Tag gekommen war, vor dem sie jahrelang Angst hatte, ließ sie schwer schlucken.
Ja, sie hatte versucht, es ihm auszutreiben. Jeden Vorfall, der magische Kräfte erahnen ließ, hatte sie geahndet. Ihn versucht, zu schwächen.
Die perfekte Lily war innig geliebt worden. Sie hatte sich entfalten können, alle Möglichkeiten und Fertigkeiten ungehindert aufbauen können.
Müsste es nicht möglich sein, hatte sie gedacht, ihn mitsamt seinen Kräften zu schwächen?
Sie fühlte sich schuldig.
Wie sie es machte, war es falsch. Ja, sie wollte, dass dieses Kind lebte und doch tat sie alles, um ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen.
Ich tue es aus Verantwortung, sagte sie sich. Um ihm das Schicksal meiner Schwester zu ersparen. Um Dudley, Vernon und mir diese Schande zu ersparen.
Die Fragen der Nachbarn. Sie hätte umfallen mögen vor Scham, als Lily in ihrem Umhang zuhause angekommen war. „Sie ist in einem Begabteninternat“, pflegten ihre Eltern stets mit stolz geschwellter Brust zu sagen, wenn sie gefragt wurden.
Auch ihr wurde diese Antwort eingeschärft. „Wir legen höchsten Wert darauf, geheim zu bleiben.
Die Interationale Geheimhaltung ist da sehr strikt!“
Die Beamtin des Zaubereiministeriums hatte Petunia bei diesen Worten direkt angesehen und Petunia hatte folgsam genickt. „Auf unsere Älteste ist Verlass. Sie ist sehr vernünftig für ihr Alter“, hatte ihr Vater versichert und Petunia hatte schreien wollen, dass ihr diese ganzen Regeln und Gesetze egal waren, dass sie es jedem erzählen würde und hoffte, diese fremde Welt würde komplett zusammen brechen. Doch sie hatte geschwiegen.
Nur Emma gegenüber hatte sie ihr Schweigen gebrochen.
„Lily muss in eine Anstalt, sie ist krank und muss vor uns und sich selbst geschützt werden“, hatte sie erzählt. Grimmige Genugtuung hatte sie dabei erfüllt. Und Emma hatte es in der Klasse weiter erzählt. Es war das kleine Stück Rache, welches die Schmach von Albus Dumbledores Antwort vorübergehend zu mildern vermochte. Doch natürlich war die Sache aufgeflogen.
„Lily? Nein, Lily ist doch nicht krank, Emma, wie kommst du darauf?“
Am Geburtstag von Petunia, ihrem 14. war die Bombe geplatzt.
„Lily ist auf einem Begabteninternat.“
Da war sie ausgerastet, hatte geschrien und den Teller auf den Boden geworfen. Und 2 Tage später, nach dem Wochenende, hatte Emma jedem in der Klasse erzählt, dass Petunia Evans eine neidische Lügnerin war. Auch ihre Eltern waren sauer und ausgerechnet Lily hatte versucht, sich ihr anzunähern. Sie hatte sie aus ihrem Zimmer gestoßen und sich eingesperrt.
Sich schuldig gefühlt und ihren Hass auf Lily übertragen.
Ihren Hass auf diese Ungerechtigkeiten, ihre Eltern, Emma und sich selbst.
„Wir konntest du nur, Petunia, was hat Lily dir denn getan, dass du ihr so übel nachredest?“
Sie hatte geschwiegen. Nur genickt hatte sie diesmal nicht folgsam.
„Völlig verstockt“, hatte ihre Mutter gemurmelt. Und sie war gegangen. Wieder einmal. Sie allein gelassen in ihrer Verletzlichkeit, ihrem Neid, ihrer Missgunst und dem Gefühl, ungewollt zu sein.
Dudley wird es besser haben, hatte sie sich geschworen. Und er hatte es besser, sie hatte ihm stets jeden Wunsch von den Augen abgelesen, hatte ihn gehegt und gepflegt. Ihm all das gegeben, was sie all die Jahre ihrer Jugend so schmerzlich vermisst hatte.
Und ihr Junge war prächtig, sie liebte ihn und wusste, dass er sich stets geliebt und geborgen fühlen würde. Dass sie alles tun würde, um Schaden von ihm abzuwehren.
Und es war gelungen, Dudley konnte sich zur Wehr setzen gegen das Kind. Er war beliebt, hatte viele Freunde. Er würde nie im Schatten eines berühmten Vettern stehen, dafür würde sie schon sorgen.
Und solange nur die geringste Chance bestand, das Kind von dieser Welt fern zu halten, würde sie nicht aufgeben.

In den folgenden Tagen kamen täglich mehr Briefe. Petunia schwankte zwischen Resignation und Aktionismus. „Stell keine Fragen“, blafffte sie das Kind an und schickte es weg.
Sie ertrug seine Anwesenheit nicht und musste sich beherrschen, ihm nicht zu verletzen. Bis zum Sonntag. Eine ganze Woche lang hatte sie unter der gereizten Stimmung Vernons gelitten, war ihre eigene Anspannung stets vor dem Siedepunkt gewesen.
Eine gewonnene Woche, dachte sie, als ihr Mann gut gelaunt die Vorzüge von Sonntagen verkündete. Bis es zu rumpeln begann und sie wusste, dass das Spiel aus war.
Briefe, Briefe, Briefe, überall.
Um sie herum und das Kind und ihr Goldstück versuchten begierig, einen in die Hand zu bekommen. Auch ihr Dudley hatte gelitten, zum ersten Mal konnte sie seinen Wunsch nicht erfüllen. Konnte seine Neugier nicht befriedigen, konnte nicht ehrlich sein.

Sie zuckte zusammen, als ihr Mann mit nur einem halben Schnurbart Dudley eine knallte. Und dann fuhren sie. Wir werden es nicht schaffen, es ist verloren, dachte sie müde, während sie fuhren.
Und fuhren.


Petunias Entscheidung

22. Dezember 2015

Petunia Dursley hatte eine unruhige Nacht gehabt.
Als sie aufwachte fühlte sie sich wie gerädert. Lily war in ihren Träumen aufgetaucht und wieder verschwunden. Petunia hatte versucht, zu ihr zu gelangen, doch es war ihr nicht gelungen.
Seit 10 Monaten hatten sie sich nicht mehr gesehen. Lily hatte sich für die Vase bedankt und ihr ein Bild von sich, ihrem Mann und ihrem Sohn geschickt.
Petunia gab sich alle Mühe, nur Lily zu sehen, doch es war ihr nicht gelungen. Der Mann, der ihr ihre Schwester genommen hatte, drängte sich in ihr Gesichtsfeld und ließ sie Wut und Ohnmacht spüren, so dass sie das Foto kurzer Hand zerrissen hatte.
Müde öffnete sie die Haustür und schrie auf: Ein Bündel lag zu ihren Füßen.
Eingewickelt in eine Decke und einen Brief auf der Brust. Petunia wusste nicht, wie ihr geschah. Sie war zu Boden gesunken und sah auf den kleinen Jungen hinab.
„Harry, ein hässlicher und gewöhnlicher Name, wenn du mich fragst.“ Sie hatte ihren Mann nicht gefragt, aus welchem Grund er das Thema angefangen hatte, doch erschien es ihr nun wie ein Omen. 10 Monate hatten sie das Thema ausgelassen und nun das.
„Petunia, Liebling, was ist passiert?“ Vernon stand neben ihr und Fassungslosigkeit breitete sich beim Anblick von Harry auf seinem Gesicht aus. Ohne dass sie es selbst richtig wahrnahm, nahm sie ihren Neffen auf den Arm. Er war wach und schaute sie interessiert an.
Mit zitternden Fingern löste sie den Brief und begann zu lesen.
Der Brief war in der selben schrägen Handschrift verfasst, wie jener, den sie vor so langer Zeit erhalten hatte.
Damals, als sie Albus Dumbledore gebeten hatte, mit ihrer Schwester auf Hogwarts zu dürfen.
Erneut kam eine Welle von Wut und Scham in ihr hoch. Er hatte freundlich erklärt, dass ihre Schwester die Fähigkeiten habe, die ihr leider nicht gegeben waren.
Sie würde in der Welt der Magier nicht glücklich werden.
Und zu allem Überfluss hatten Severus und ihre Schwester den Brief auch noch gelesen.
All dies kam ihr in den Sinn, als sie versuchte, den Inhalt des aktuellen Briefes zu erfassen.
Nur Bruchstückhaft schienen die Worte sich in ihrem Gehirn zusammenzufügen und Sinn zu ergeben.
Lily und James hatten den Angriff von Lord Voldemort nicht überlebt.
Lily .. tot.
Lily, ihre kleine Schwester, die sie über alles geliebt, die sie beneidet und gehasst hatte.
Tränen brannten in ihren Augen und sie wusste nicht, ob aus Trauer oder Wut.
Das Kind brauchte Schutz. Der alte Magier hatte eine Verbindung erschaffen. Sie sollte das Kind bei sich aufnehmen, ansonsten wäre es in tödlicher Gefahr.
Was ging es sie an?
Sollte es doch sterben, wie ihre Schwester gestorben war.
Ihr Gatte schnaubte. „Was bildet sich dieser Mann eigentlich ein? Uns ein Kind aufzuhalsen, das genauso abnormal ist!?
Wir bringen ihn ins Waisenhaus.“
Widerwille regte sich in Petunia. Weshalb musste sie diese Entscheidung treffen?
Warum musste ausgerechnet ihr das passieren?
War sie nicht genug gestraft gewesen mit dieser Familie, dieser Schwester?
Hatte sie nicht endlich auch ein bisschen Glück und Ruhe verdient?
Und doch..
Unwillkürlich fiel ihr Blick auf das Kind.
Es hatte ihre Augen. „Petunia?“
„Lass uns .. überlegen Vernon.“ Sie schaffte es nicht. Ihr Blick fiel auf das Fenster. Dudley buddelte friedlich im Sandkasten. Ihm war nichts aufgefallen.
Das Kind wurde unruhig. Wie von selbst ging sie zum Kühlschrank und begann, Brei anzurühren und es zu füttern.
Er heißt Harry, dachte sie.
Sein Name ist Harry und er die Augen seiner Mutter und meiner Schwester Lily.
Ihre Entscheidung war gefallen.


Harry Potter

21. Dezember 2015

Wusstet ihr schon, dass die liebe Stella mit Haut und Haaren ein Harry Potter Fan ist?
Ist sie!
Ich habe die Bücher unzählige Male gelesen und die Hörbücher noch öfter gehört.
Ich habe 3 Bücher auf Englisch vorgelsen und bin jetzt meine eigene Hörbuchsprecherin 😉

Jetzt mit dem Beginn der Ferien kam mir plötzlich die Idee, selbst eine Fanfiction zu schreiben.
Über die Vorgeschichte von Hermine bis zur Freundschaft mit Harry und Ron.
Würde mich riesig über Kommentare freuen 😀

„Ehrlich gesagt ist sie ein Alptraum. Ihr muss selbst schon aufgefallen sein, dass sie keine Freunde hat.“
Die Worte hallten in ihrem Kopf, als Hermine die Tür abschloss.
Nichts hatte sich geändert. Auch hier war sie die Außenseiterin.
„In Hogwarts wirst du eine von vielen Hexen und Zauberern sein“, hatte Mrs Lock gesagt. „Du wirst mit jungen Menschen zusammen leben, die wie du sind.“
Die wie ich sind, hatte Hermine gedacht.
War das die Erklärung dafür, dass sie sich immer abgesondert und abgelehnt gefühlt hatte?
Dass sie tatsächlich anders als ihre Mitschüler war, nämlich eine Hexe. Eine sehr begabte Hexe überdies, wie Mrs Lock betont hatte.
Für gewöhnlich kamen die Beamten des Zaubereiministeriums erst wenige Monate vor Schulbeginn, um den nichtmagischen Eltern zu erklären, dass ihr Kind magische Kräfte besaß.
Doch kurz vor ihrem 10. Geburtstag hatten ihre Eltern einen Brief erhalten, indem eine Mitarbeiterin eines Jugendamtes ein Treffen erbeten hatte.
„Hermine, wie kommt eine Mitarbeiterin vom Jugendamt auf uns?“ hatte ihre Mutter in besorgtem Ton gefragt.
Auch Hermine hatte sich dies nicht erklären können – natürlich wussten Lehrer und Sozialarbeiter, dass Hermine Granger einen schweren Stand in der Klasse hatte und es zu merkwürdigen Vorfällen gekommen war.
Sie war bereits ausführlich befragt worden, warum Jimmy mit gebrochenem Bein aufgefunden worden war, nachdem man Hermine aus einer Ecke des Schulhofes hatte wegrennen sehen.
Und obgleich sie wieder und wieder versichert hatte, Jimmy sei von ganz allein durch die Luft geflogen, hatte ihr niemand so richtig geglaubt.

Wieder einmal hatte er ihr aufgelauert um sie zu quälen.
„Scheiß hässliche Streberin, wie viele Klassen willst du denn noch wechseln bis du begreifst, dass du hier unerwünscht bist?“ hatte er gefragt und war ihr näher und näher gekommen.
Er hatte begonnen sie zu stoßen und plötzlich flog er.
Sie hatte sich nicht erklären können, was geschehen war und fortgelaufen, nachdem er zu schreien anfing.
„Unmöglich, hatte ihre Mutter resolut erklärt, wie hätte unsere Tochter das machen sollen? Sie hat in ihrem Leben nie Kampfsport gemacht!“
Und doch waren ihr die Blicke aufgefallen, mit dem ihre Eltern sie des öfteren ansahen.
Besorgnis.
Und Furcht.
Auch Hermine hatte Angst. Sie wusste nicht, was mit ihr und um sie herum geschah. Vorfälle wie die mit Jimmy häuften sich. Unerklärlich, rätselhaft und beängstigend. Auch wenn sie bei weitem nicht so dramatisch endeten wie mit einem Beinbruch.

Und dann war Mrs Lock gekommen. Wieder erinnerte sich Hermine, wie die drei Grangers auf dem Sofa gesessen und Mrs Lock mit großen Augen zugehört hatten.
Sogar Mr Granger hatte sich frei genommen und die Praxis einer Vertretung anvertraut.
Backenzähne mussten an diesem Dienstag warten. Mrs Lock hatte darauf bestanden, nicht nur mit Mrs Granger und Hermine zu sprechen, sondern auch Mr Granger miteinzubeziehen.
„Ich bin Mrs Lock, nicht von einem Jugendamt, sondern von der Abteilung der Muggelbeziehungen.“
Sie hatte erklärt, dass die Vorfälle ein Ausmaß angenommen hatten, die das Zaubereiministerium dazu zwingen würden, schon zu diesem Zeitpunkt den Kontakt zu suchen.
„Ihre Tochter ist eine Hexe.“
Fassungslos hatten ihre Eltern Mrs Lock angestarrt und zögerlich begonnen, Fragen zu stellen.
Hermines Herz hatte angefangen zu rasen – endlich nach den letzten Wochen wusste sie, was mit ihr nicht stimmte.
Und mit ihr stimmte alles, sie war tatsächlich eine Hexe.
Keine Sekunde lang waren ihr Zweifel gekommen und in ihrem Inneren hatte sie es längst gespürt, dachte sie dankbar.
Es war die Wende gewesen.
Hermine war aufgeblüht, nun, da sie wusste, dass sie tatsächlich nicht in diese Welt gehörte.
Mit Mrs Lock und ihren Eltern war sie in die Winkelgasse gegangen und hatte ihre Eltern überredet, ihr Bücher zu kaufen, die sie nicht nur gelesen, sondern aufgesogen hatte.
Wort für Wort.
Geschichte der Zauberei, eine Geschichte von Hogwarts, Quidditch im Wandel der Zeit.
Auch in der Schule war alles anders geworden.
Mrs Lock hatte ihr verboten, über irgendetwas zu sprechen, was mit der Welt der Magie zu tun hatte und sie hatte sich daran gehalten.
Doch das Glück und die Erwartungen hatten alle Sticheleien abprallen lassen, sie war sogar in der Lage, Jimmy von oben herab anzulächeln, da sie wusste, dass er sie nie wieder würde anrühren können und dass die Zeit der Grundschule vorbei gehen würde.
Und dann würde sie nach Hogwarts gehen und mit Magiern leben.
Die sie verstehen und mögen würden, ihre Freunde wären.

Und nun das.
Sie wollte nichts riskieren, was zu einem Schulverweis führen könnte und hielt sich an alle Regeln.
Sie glänzte im Unterricht. Alle sollten merken, dass sie es verdient hatte in Hogwarts zu sein.
Und sie war die Beste, obwohl sie keine Eltern hatte, die zaubern konnten.
Doch gemocht wurde sie nicht, Ron und Harry hatten es so gesagt, wie es war.
„Hermine? Bist du da drin?“
Es war Parvati, ihre Mitschülerin.
„Lass mich allein“ schluchzte Hermine. Irgendwie hatten sich wieder Pärchen ohne sie gebildet.
Harry und Ron, Parvati und Lavander, Dean und Seamus.
Nur Neville schien sie zu mögen.
Sie überlegte. Die Gefahr, wegen eines Vergehens der Schule verwiesen zu werden, war gering.
Und eigentlich mochte sie Harry und sogar Ron.
Wenn es nur eine Möglichkeit gäbe, ihnen zu helfen, ihre Freundschaft zu bekommen.
Ihre Versuche, im Unterricht zu helfen, waren erfolglos. Wie in der alten Schule hatte es zu sehr nach Besserwisserin geklungen.
Ich werde mich bemühen, nahm sie sich vor.
Und vielleicht wird dann alles wieder gut.
Sie hatte diesen Gedanken gerade zu Ende gedacht und wollte sich auf den Weg zum Festessen machen, als sie es hörte: Ein Klicken und ein Grunzen.
Sie öffnete die Tür und schrie auf. Ein riesiger Troll stand vor ihr.
Es war ein Bergtroll, wie sie sofort erkannte.
Und das Klicken war von der Tür gekommen. Sie saß in der Falle.
Doch da kamen Harry und Ron rein. „Hermine, lauf“
Sie konnte sich nicht bewegen. Entsetzt sah sie, wie Harry dem Troll auf den Rücken sprang und Ron ihm seine eigene Keule auf den Kopf fallen ließ.
„Ist er .. tot?“
„Nur ko, glaube ich“
Da kamen die Lehrer. Jetzt sind wir dran, schoss es Hermine durch den Kopf. Aber für etwas muss das Ganze ja gut sein.
„Es war meine schuld, Professor McGonagal.“
Meine ersten 5 Punkte, die ich abgezogen bekommen habe, dachte sie niedergeschlagen. Und doch ist es kein Beinbruch.
Zufriedener als es die Situation gerechtfertigt hätte, ging sie zum Gryffindor Turm zurück und wartete. Das Essen war nach oben geschickt worden und hungrig stand sie neben dem Eingang, bis Harry und Ron kamen.
Danke, sagten sie alle Drei und holte sich Teller.


Kontrolle und Vertrauen

10. Dezember 2015

Meine Stimmung schwankt stärker, seit Wochen habe ich ziemliche Hochs und ziemliche Tiefs.
Über Tage.
Und dennoch „läuft“ es und das ist gut.
Sowohl die Schule – irgendwie – und auch die Tests und Vorstellungsgespräche.
Bisher hatte ich 3 Tests, zu 2 wurde ich bereits eingeladen.
Heute auch und danach schreibe ich Englisch.
Heute habe ich dann eine Einladung bekommen, wo 25 Azubis eingestellt werden.
An dem Tag des Tests ging es mir auch schlecht.
Wir sollten sogar ankreuzen, wie es uns geht „gut – mittel – schlecht“, aber ich habe gut angekreuzt, weil ich ja trotzdem funktionieren muss und möchte.
Es hilft mir, dass das funktioniert, dass ich trotz allem Leistung abrufen kann.
Egal ob mein Kopf vernebelt ist.
Das heißt, ich kann mir vertrauen.


Glück

2. Dezember 2015

Ich habe ein richtiges Hoch :huepf:
Der 3 stündige Einstellungstest lief ganz gut, ich habe aber noch keine Rückmeldung bekommen.
Dafür habe ich ein Vorstellungsgespräch, ganz ohne Test 🙂
Die Schule läuft auch bestens und heute haben wir Wirtschaft geschrieben.
Ich konnte mich wegen eines längeren Tiefs einfach nicht ausreichend vorbereiten und dachte „Diesmal verhaue ich es“
Aber ich kann mittlerweile doch in relativ kurzer Zeit viel lernen und habe dann heute morgen noch was wiederholt, eine Tabelle über die Etappen der Europäischen Integration. 6 Konferenzen mit Unterpunkten.
Es lief ganz gut und ich hoffe sooo sehr, dass ich die 14 Punkte gepackt habe :)
Der wollte in eigenen Worten Tendenzen der Europäischen Integration. Ich hab das gar nicht gerafft.
Und meinte, wir hätten doch nur diese Tabelle mit den 6 Konferenzen mit allem, was besprochen wurde.
Er: „Naja, nur so grob, das hat ja keiner komplett auswendig gelernt“
Ich: „Doch ich“ :uglylaugh:
Er: „Gut, dann schreiben Sie das“
Wieder meinen Ruf als Streberin bestätigt ;)

Nächster Höhepunkt: Unsere Deutschlehrerin hat uns verraten, dass es in der Klausur um Dekadenz geht (lesen Tod in Venedig – ätzendes Buch).
Was macht Stella?
Sie gibt „Dekadenz Tod in Venedig“ ein.
Was findet Stella?
Eine komplette Arbeit zu exakt diesem Thema ;)
Das brauch ich jetzt nur noch auswendig zu lernen :)

Jetzt höre ich beschwingt Britney Spears.
Habe ich Britney Spears gesagt??? Naaain, ich höre kein Britney Spears!!!

ÄCHT NICHT!!! :uglylaugh:

Gestern hatte ich so einen 3 Jahres Rückblick und ich bin mal wieder freudig geschockt, dankbar und so.
Dankbar, dass ich so ein Glück hatte, dass ich zu Papa ziehen konnte.
Dankbar, dass mich die Schule hier so direkt genommen hat, obwohl seit 2 Wochen Unterricht war.
Dankbar, dass mein Vater mich unterstützt und ich mich auf das gesünder werden und die Schule kümmern konnte, ohne die Ängste einer Lehre, bei schlechten Leistungen gekickt zu werden.
Dankbar, eine so fähige Therapeutin gefunden zu haben, mit der ich Traumata aufarbeiten konnte.
Dankbar über die Lehrer und mein soziales Umfeld, auch in der Partei.
Diese Dinge halten mich auch in Krisen über Wasser, weil mir der ehemalige Abgrund öfter noch so nah ist und sagt „Hey, wie wäre es mit uns?“

Vor 3 Jahren war ich mindestens einmal die Woche in der chirurgischen Ambulanz, zum Teil 2 Stunden.
Vor 3 Jahren war mein körperlicher Zustand so schlecht, dass ich immer bleiben musste und nach der Versorgung nicht heim konte.
Vor 3 Jahren bin ich auf dem Heimweg umgekippt und mit 35° in das Krankenhaus gekommen, wo ich eine halbe Stunde zuvor genäht wurde.
Vor 3 Jahren hätte niemand, der häufig mit mir zu tun hatte, gedacht, dass ich es schaffen könnte, inklusive mir.
Und vor 3 Jahren habe ich meinen absoluten Lebenswillen entdeckt, der mich jede Krise ohne Rückfall überstehen lässt.
Vor 3 Jahren wollte ich leben, nicht nur überleben. Ich hatte Zukunftspläne, und ich habe an mich geglaubt.
Und jetzt sitze ich hier, bin Klassenbeste, habe Chancen auf einen 1,6 Abischnitt und meine Lebensqualität ist hoch. Das wird mir umso deutlicher, wenn ich wieder eine Krise überstanden habe.