Winter 2011/12

23. April 2013

In den Tagen um Neujahr 2012 erreichte ich Kerstin. Ich rief sie an, und sie nahm ab, was eine echte Seltenheit ist!
Im Winter 2010/2011 waren wir zusammen auf einer DBT Station.
Obwohl sie doppelt so alt ist wie ich, standen wir uns immer relativ nahe, auch wenn wir nicht so viel redeten.
Doch uns betrafen ähnliche Themen.
Tabletten.
Kerstin ist leidenschaftliche Hauptschullehrerin. „Ich bin halt streng“, sagt sie und das kann ich mir absolut vorstellen. Dabei habe ich sie zugleich als warm, sensibel und einfühlsam wahrgenommen.
Sprich – genau das, was Pubertierende brauchen.
Grenzen.
Was ihr immmer zugesetzt hat, war die Aussicht, berentet zu werden, wenn sie zu oft ausfällt.

Spontan fragte ich sie, was sie am 2. vorhätte.
An diesem Tag würden mein Vater und ich abreisen, ich hatte einen Termin in der Stadt und er musste wieder arbeiten.
Im Ausland, wo er um die 5 Stunden Fahrtweg hat.
Unterwegs wollte ich bei Kerstin aussteigen und übernachten. Ich vermisste sie, wollte sie mal wieder sehen, nachdem wir ein knappes Jahr lang nur sporadischen – dann jedoch intensiven – Briefkontakt hatten.

Es klappte.
Irgendwie kamen wir doch wieder zum Thema Tabletten. Ich erzählte, dass ich seit 18 Monaten nicht mehr intoxikiert war, was sie bewunderte.
Und doch – wir waren beide nicht ganz destruktiv, aber leider auch nicht ganz konstruktiv.
Sie erzählte mir, dass sie Tabletten hätte, die bei Überdosierung Ohnmacht auslösen würden.
Ohne nachzudenken sagte ich „Ich wäre auch gerne mal ohnmächtig“
Sie sagte „Okay, ich geb Dir morgen welche mit“

Heiße Sache!
Und ich fühlte mich gespalten zwischen Experimentierfreude und der warnenden Stimme in meinem Kopf. „Erinner mich morgen dran“ sagte sie.
Ich nahm mir vor, es nicht zu tun.
50:50 Chance – und ich brauchte keine Entscheidung zu treffen.
Genau dieses Verhalten hassen Therapeuten, und richtig gefährlich wird es, wenn man dem Zufall überlässt, ob man stirbt oder nicht.
Ein mir sehr vertrautes Verhalten.
Tabletten schlucken und schauen, ob einen andere retten können. In meinem Fall konnten sie es immer, und mich auch noch vor Folgeschäden bewahren.
Dann soll es jetzt noch nicht sein, dachte ich, dann soll ich wohl noch am Leben bleiben.
Also vertrautes Terrain, die Verantwortung abzugeben.
Nur dass es diesmal nicht um mein Leben ging.

Kerstin vergaß es nicht. Mir war unwohl, doch der Kick schien zu verlockend. Die Kontrolle über den Kontrollverlust – ich konnte entscheiden, wann mein Körper ohnmächtig wurde.
Ein Machtgefühl, dass ich häufig suchte. Wahrscheinlich, um aus dem Gefühl der Ohnmacht und Wehrlosigkeit zu kommen, dass nach und nach verstärkt auftrat, seit dem Menschen meine Grenzen ignoriert und mit Füßen getreten hatten.
Es sollte nur ein Experiment sein! Ich nahm sie an. Eimalig! Nahm ich mir vor. Ich kam nicht an die Tabletten von Kerstin, also brauchte ich mir keine Sorgen über einen längeren Missbrauch machen.
Diese Beruhigungen glaubte ich mir.
Kerstin gab mir 20 und mahnte mich, vorsichtig zu sein.
Das schließt sich nicht aus, auch, wenn es so klingt.
Ich rang mit mir, als ich im Zug saß. Ich durfte es heute eigentlich nicht, ich musste am nächsten Morgen dringend einen Anruf tätigen und eventuell noch auf ein Amt gehen.
Wie so oft aß ich auf der Heimfahrt irgendwas, um besser nachdenken zu können. Ich esse oft so lange, bis ich zu einem Ergebnis gekommen bin.
Ich esse, wenn ich nicht mehr weiter weiss, rastlos und ratlos bin. Ich musste umsteigen und durch eine Unterführung.
Treppen.
Seit Jahren habe ich damit, immer wieder schwächer und stärker, meine Probleme. Ich habe Panik davor, eine Stufe zu verpassen und zu fallen.
Das schreckliche ist der Schreck!
Ich habe dann das Gefühl, mich bis ins Mark zu erschrecken, so, dass ich mich fühle, als würde ich gleich losheulen. Weil ich das schlecht bringen kann, werd ich wütend, die berühmte Anspannung zwischen 70-100.
Hochstressbereich.
Ich konzentrierte mich auf die Füße eines Kindes, das vor mir lief. Und schaffte es dann doch, eine Stufe zu übersehen. Ich knallte auf das kleine Mädchen und begrub es unter mir. Ich heulte, das Mädchen nicht.
Ich heulte bloß, weil ich mich erschrocken hatte, weh tat mir nichts.
Die Mitreisenden waren total fürsorglich und ich lachte und lächelte ganz schnell wieder, weil es in dem Alter seltsam ist, zu heulen, wie ein Kind.
Und dann lachte und heulte ich gleichzeitig.

Als ich im Zimmer ankam las ich erstmal die Packungsbeilage und schluckte dann 2 Tabletten, obwohl ich Angst hatte. Kerstin hatte auch 2 geschluckt um ohnmächtig zu werden.
Ich kannte das Medikament ja nicht. Ich fuhr Straßenbahn.
Das hatte ich schon früher so gemacht:Wenn ich noch nicht ins Krankenhaus wollte, um keine Kohle zu bekommen, aber Angst hatte, dass es mal schnell gehen könnte.
Das ist nie passiert.
Ich war immer selbst in der Lage, entweder ins Krankenhaus zu gehen oder beim Notruf anzurufen.
Kontrolle über den Kontrollverlust ist typisch für mich.
Ich wollte nicht unter dem Schlagwort „Tablettenintoxikation“ aufgenommen werden und überlegte, dass ich den Sturz ja nutzen könnte.
Gelogen war das nicht – ich war tatsächlich mit dem Kopf aufgeschlagen, mit anschließenden Kopfschmerzen. Ich ging in den Jugentreff, schon mit etwas wackligen Beinen.
Früher hatte ich auch immer wacklige Beine, da lernte ich aus der Erfahrung, was gut gegen Kreislaufprobleme hilft.
Gegen die Empfehlung sah ich immer auf den Boden und spannte den Bauch an.
Das half mir jetzt.
Ich erzählte einem anderen von dem Sturz, der Krankenpfleger werden wollte.
Für den Fall, dass es schnell ging, würde er erklären können, was los war.
Zu meiner Enttäuschung wurde die Wirkung wieder schwächer.
Ich schrieb Kerstin und sie empfahl mir, noch 3 zu nehmen. Dieses Medikament ist sehr stark und man nimmt als Patient eigentlich nur eine halbe Tablette beim ersten Mal. Und selbst da sollte man sich laut Packungsbeilage hinlegen.
Ich war nicht Erkrankt und mir passierte nichts, obwohl ich es das erste Mal nahm und so überdosierte.
Frust machte sich breit. 10fache Überdosierung. Und Wut auf diesen Körper, der nicht berechenbar bar, tat, was er wollte. Nicht das tat, was ich wollte, wie früher schon so häufig.
Es musste doch etwas passieren!!!
Schließlich spürte ich die Wirkung doch stark und ging in die Notaufnahme, wo ich meine Treppenstory erzählte.
Ich fror und dennoch war mein Blutdruck eher erhöht, als zu niedrig.
Paradoxe Wirkung?
Ich fand es spannend, zu spüren, wie die Wirkung einsetzte und mein Körper reagierte. Laufen konnte ich nur noch, wenn ich mich festhalten konnte.
Doch im Gegensatz zu den früheren Tabletten, die ich missbraucht hatte, blieb mein Kopf klar.
Und ich fand es blöd, auf dem Monitor zu sehen, wie sich meine – mittlerweile doch gesunkenen – Werte normalisierten.
Keine Ohnmacht.
Ich wünschte mir die kontrollierte Ohnmacht, ich wollte nicht, dass mir etwas passiert!
Ich wollte bloß wissen, wie es sich anfühlt. Dann musste ich zur Toilette und der Kreislauf war in Ordnung, bis ich zu Toilette kam. Als ich aber wieder aufstand, gaben meine Beine doch nach.
Sonst war alles okay.
Nicht gerade das, was ich mir erhofft habe.
Die Nachtschwester rief bei einem Arzt an, weil die Patientin neben mir mit dem Blutzucker ständig abrauschte und nicht konstant ansprechbar war.
Mir fiel Silvi ein, die sich mal Insulin besorgt hatte, um sich das Leben zu nehmen.
Am nächsten morgen erzählte die Patientin, sie habe sich absichtlich zu viel Insulin gespritzt.
Mich hat das total fertig gemacht. Was genau kann ich nicht sagen. Die Traurigkeit in ihrer Stimme. „Ich will nicht in die Psychiatrie“ sagte sie.
„Na, jetzt kommen Sie erstmal mit zu uns“ sagte die Schwester der Intensivstation. Ich kam auf die normale Chirurgische Station.
24 Stunden wollten sie abwarten, bis ich gehen durfte.
24 Stunden nach dem Sturz und ich war schon morgens genervt und verschob die Uhrzeit mal eben von 16 auf 14 Uhr, wo ich dann auch gehen durfte.
Nun war ich erst recht mies gelaunt. Die Wut, der Frust, dass mein Verhalten nicht die erwünschte Konsequenz nach sich zog.
Ich wusste, dass ich in die Psychiatrie käme, würde ich noch einmal kommen.
Und ich ahnte, dass die Mitarbeiter durchschauen würden, dass auch am Vortag Tabletten mit im Spiel waren.
Ich hasse die Psychiatrie! Als ich mit 18 Jahren dort anfing, Dreh-Tür-Patient zu werden, wurde mit mir ein Vertrag aufgesetzt, wonach ich immer 3 Tage bleiben muss, wenn ich wegen einer Tablettenvergiftung aufgenommen wurde.
Doch der Drang war zu groß als jede Vernunft. 15 Tabletten hatte ich noch und in einer eh-egal Haltung heraus schluckte ich diese 6 Stunden nach meiner Entlassung.
Mich belastete das Erlebnis mit der Frau und dem Insulin immernoch, die Sache hing mir verdammt nach und ich wollte auch, dass mal wieder richtig was passierte!
Wie weit ich es mit meinem Körper treiben konnte. Ich wollte die Grenze überschreiten.
Mein Körper – mein Experimentier-Testhäschen. Um zu sspüren, dass ich die Kontrolle über meinen Körper habe.
Hinterher fühle ich Triumph und Genugtuung, aber auch die große Erleichterung, wenn die Sache wieder einmal gut ausgegangen ist.
Ich überlebt habe und keine dauerhaften Schäden habe.
Dieses Gefühl ist überwältigend gut. Dann fühle ich mich stark, unbesiegbar.
Besiegen will mich keiner, aber der Sieg über den eigenen Körper. Natürlich kann man bei solchen Aktionen grundsätzlich nur verlieren, nur leider fühlt es sich anders an.

Ich ging also wieder in die Notaufnahme und sagte das mit den Tabletten.
Die übliche Maschinerie begann – Blut abnehmen, Blutdruck messen, Monitor und Zugang. Zusätzlich Kohle.
Intensivstation.
Das wunderte mich, ich war klar im Kopf und fühlte mich nun auch nicht hundsmiserabel. Doch in diesem Krankenhaus kommt man schnell auf die Intensiv. Anders als in dem Stammkrankenhaus von damals. Da waren Luisa und ich oft in viel schlechterem Zustand, auf die Intensiv kamen wir deswegen aber nie.
„Vorsichtshalber. Falls was passiert um schnell reagieren zu können“ hieß es.
Der Oberarzt kam. Was wir redeten, weiss ich nicht mehr. Ich spürte, das mit der Infusion etwas nicht stimmte. Ich hatte es einmal erlebt, dass mir die Infusionsflüssigkeit ins Gewebe der Hand gelaufen ist, so fühlte es sich an. Meine Venen waren wohl nicht die Besten, die Schwester gab es direkt an den Oberarzt weiter.
In der Infusion war etwas enthalten, was wie ergänzend zur Kohle haben muss. Um 2 Uhr bekam ich nochmal Kohle zu trinken, sonst schlief ich.
In der Visite sagte ich nochmal, was passiert war, dann durfte ich heim, weil ich auch sagte, ich sei wieder gut drauf. „Das glaub ich Ihnen sogar“ sagte die Ärztin spontan.
Ich musste dann noch zu meinem Psychiater, der abklären sollte, ob ich heim durfte und ich durfte.
Der kannte das ja schon von früher und ich sagte ihm, dass es einmalig gewesen war.

Wie lang das anhielt, weiss ich nicht mehr. Jedenfalls kam es nach einer großen Krise wieder zu Intoxikationen. Ich nahm dann auch wieder die „Alten“ Tabletten.
Weil ich sie kannte und die Wirkung auf meinen Körper.
Vertrautes, bewährtes.
Wenn die Tabletten aus meinem Körper abgebaut waren, war auch die Anspannung weg. Kein rotieren um mich selbst und die immer selben Probleme.
Frieden in mir.

Wieder Ambulanz mit einer Mischintox.
Im Wartezimmer war unheimlich viel los und ich wurde nervös. Die Tabletten wirkten bereits und ich spürte schon ziemlich die Wirkung.
Mundtrockenheit und Gangunsicherheit.
Ich klingelte und sagte, ich müsse noch etwas sagen.
Eine Schwester, die ich ziemlich idealisierte, hatte Dienst. „Sie wollten was sagen?“ fragte sie und ging mit mir rein. „Ja, ich hab Tabletten genommen. Es tut mir Leid, dass ich schon wieder hier bin“ sagte ich verzweifelt.
„Mir tut es leid für Sie!“ entgegnete sie und telefonierte.
Mit dem Giftnotrruf denke ich.
„Ja, sie ist bei uns bekannt – sie ist n Borderliner“
Das macht mir immer ein komisches Gefühl, und das sind dann auch die Leute, die ich idealisiere.
Gradlinig und klar.
„Mir war nur übel“ sagte ich.
Darum die Überdosierung.
Blut abnehmen, Blutdruck messen,
Monitor und Zugang. Kohle nicht, dafür war es zu spät. Ich halluzinierte zimlich.
Durfte am nächsten Tag gehen. Mir war schon früher psychisch übel gewesen. Ich kenne Techniken, mit denen ich diese Zustände abschwächen kann, doch als ich einmal mit den Tabletten angefangen hatte, war es, als hätte die Technik nie funktioniert.
Ich litt unbeschreiblich und rannte davon, statt mir Hilfe zu holen.
Nach einer intox mit diesen Tabletten war mir oft 5 Tage lang nicht übel. 5 Tage sind LANG!
Mein hb sei zu tief, läge bei 8.
Sonst alles okay.

Hin und wieder verletzen, hin und wieder Krankenhaus.
Es ist so irreal. Habe das Gefühl zu träumen und das über Tage. In der Nacht bin ich so in innerer Alarmbereitschaft, dass ich kaum schlafe.
Schaffe es dann auch immer häufiger nicht ohne Tabletten oder verletzen. So kommt ein Krankenhausaufenthalt nach dem anderen, ohne dass ich realisiere, was abgeht.
Am Wochenende bin ich bei meiner Mutter. Ich fühle mich wie im falschen Film, der mir Panik macht.
Sage meiner Mutter, dass ich wohl in die Psychiatrie sollte. Erinnern kann ich mich daran nicht, sie hat es mir erzählt.
Nehme im Rausch Tabletten und wähle selbst den Notruf.
„Die kenn ich!“ sagt die Sanitäterin, als sie mit ihrem Kollegen ins Haus kommt. Sie ist lieb zu mir – beide sind es. Meine Mutter küsst mich, dann gehe ich. Dem Sanitäter erzählt sie, ich sei schon länger in einer starken Krise, hätte den Ausbildungsplatz verloren.
Wir wohnen in einer kleinen Stadt, und ich bin wohl eher jemand, an den man sich erinnert. Jedenfalls mit dieser Art von Erkrankung.
Sie hat mich schon einmal gefahren. Das war knapp 2 Jahre her.
„Da bist Du uns nämlich zusammen gebrochen“ sagt sie. Sie klingt besorgt und scheint heilfroh, mich ohne Zwischenfall der Intensivstation übergeben zu können.
Die 2 Jahre davor hatte ich einen Krampfanfall bekommen, als sie mich – schon im Krankenhaus angekommen – auf die Toilette begleitete.

48 Stunden Intensiv, ohne Zwischenfälle. Meine Mutter besucht mich und wir spielen Karten.
Sie erkennt eine Krankensschwester wieder.
Als ich vor 2 jahren schon einmal auf der Station lag, hatte diese meine Mutter gefragt, warum ich krank sei. Sie erzählte meiner Mutter, ihr Sohn wäre ebenfalls Borderliner.
Diesmal spricht meine Mutter sie an. Sie war ihr dankbar, für die Offenheit vor 2 Jahren. Die Schwester wirkt pikiert. „Mein Sohn ist kein Borderliner mehr“ sagt sie nur und wendet sich ab.
Ich werde in die psychiatrische Ambulanz gefahren, 70 kilometer weit, in der ich erzähle, dass es ein einmaliger Rückfall nach 2 Jahren war und darf gehen.

Ich bekam nichts hin, was ich mir vornahm. Alpträume nachts, und Panikattacken/Anspannungszustände tagsüber. Wieder Tabletten, wieder Krankenhaus. Mein Pullover wird zerschnitten und keiner erklärt mir, wieso, weil ich die ganze Zeit ansprechbar bin.
Intensivstation.
Psychiatrie und nach 3 Tagen gehe ich.

In der Schule konnte ich eines Tages nicht mehr. Ich war körperlich so geschwächt, durch den hb. Ich war totenbleich und kam kaum zu genug Atem.
Da ich meine Arbeit verloren hatte, wurde meine Stelle neu besetzt. Das war schlimm für mich, riss mir den Boden unter den Füßen weg.
Ich mochte sie. Ich wäre gern gewesen wie sie. Auch meine ehemalige Mitauszubildende hing nun nurnoch mit ihr rum und nicht mehr mit mir.
Der Selbstwert lag bei null.
Kein Wunder, dass sie Dich loswerden wollten!
Wie Du aussiehst!
Eine breite Narbe machte mich irre!
Wenn ich sie ausschneiden würde und es neu vernähen ließe, müsste es schmäler werden, überlegte ich.
Es KONNTE nur besser werden!
Ich ging nach hause, verletzte mich.
Ging mechanisch zum nähen.
Eh alles egal.
Ich kannte die Ärztin nicht. „Ich wollte eigentlich nur, dass die Stelle besser aussieht“ sagte ich.
„Naa, wenn ich bös wär, würd ich jetzt sagen, da müssen Sie noch an Ihrer Schnittführung arbeiten“ erwiderte sie. Ich kicherte, entspannte mich.
Sie musste dann in den OP und eine andere sollte das Nähen übernehmen.
Auch diese kannte ich nicht, sie schien mir gestresst.
„Und wenn Sie zuhause sind schneiden Sie sich den anderen Arm auf oder was!?“
Ich kenne es schon von anderen Menschen, dass jedes Wort der Deeskalation nur neuen Zündstoff gibt, also schwieg ich und es half.
Sie meinte, ich bräuchte eine Therapie. „Sie sind schwer krank!!!“
„Ich weiss“ sagte ich um sie runter zu bringen. Wieder Erfolg.
Ich bin wohl talentiert dafür, schimpfende und wütende Menschen runter zu bringen. Ich musste häufig wachsam sein, meine Umwelt beobachten und nach Menschen Ausschau halten, die mir gefährlich werden konnten.
Damit habe ich leider VIEL Erfahrung!
Ich handle dann instinktiv und es klappt.
Früher hing von meinem Erfolg viel ab.
Scheiterte ich damals, waren die Folgen immer verheerend.

Ich fragte sie, ob es möglich wäre, eine alte, jedoch offene Verletzung auszuschneiden und neu zu vernähen, „aus medizinischer Sicht? Weil dann wärs ja auch zu“ versuchte ich es.
„Sie schneiden da gar nicht mehr dran rum – jetzt reichts mir aber!“ kochte sie wieder hoch.
„Ich will Sie nicht verärgern“ beschwor ich sie. Fühlte mich wie so häufig verängstigt, traurig und fertig. In mir selbst überfordert.
„Ich würde meine Seele verkaufen, wenn diese Verletzung zu wär!“
Sie nähte meinen Arm und ständig rissen die Fäden aus. Ich hatte das Gefühl, ihre Anspannung körperlich zu spüren und somit stieg auch mein Stresslevel immer höher.
Als ich endlich draußen war, fühlte ich mich zittrig und panisch.
Weinerlich.
„Es ist vorbei“ versuche ich dieses innere Kind zu beruhigen, doch es klappt nicht.
Möchte schlafen, doch es klappt nicht.
Blutverlust erschöpft. Nach einer Verletzung schlafe ich gut und angstfrei.
Ein Grund mehr, die Korrektur/Verschönerung mal wieder selbst in die Hand zu nehmen.
Den hb blende ich mal lieber aus.
Ich bekomme Schiss, weil ich dabei viel Blut verliere, aber ich kann nicht aufhören!
Bin noch nicht fertig.
Also rufe ich beim Notruf an und lehne meine Zimmertür an, falls ich umkippe. Ich kippe nicht um – schaffe es sogar die Treppe runter.
Zwei Sanis stehen vor der Tür.
„Tut mir leid, dass ich angerufen hab. Es hat nur so geblutet, und ich hatte Angst, dass ich umkippe“ meine ich. Ich halte mich total geschwächt am Türrahmen fest.
„Schaffen Sies noch zum Auto?“
„Ja“
Dem anderen Sani ist die Sache zu heiß, er holt für die 5 Meter den Rollstuhl. Ohnmächtig werde ich nicht, jedoch trübe ich immer wieder so stark ein, dass ich keine Kraft habe, zu kommunizieren.
Kurz vorm Krankenhaus lichtet es sich wieder und ich gebe meine Personalien etc. an.
Dann überrollt mich wieder die Erschöpfung und Übelkeit. Diesmal körperliche.
Ich werde verödet und bekomme es gar nicht so richtig mit. Ich sage das mit dem hb und der Arzt meint zur Schwester, sie soll bei mir Blut abnehmen.
Mein Zustand verbessert sich wieder und der Arzt sagt zur Schwester, Blut abnehmen sei doch nicht nötig. Das sehe ich anders, aber es ist mir egal. Schließlich wird es wieder schlechter und ich hänge am Tropf.
„Ihr hb ist bei 6,9“ informiert mich der Doc, als es wieder besser wird.
„Mist!“
„Und ich würd Sie gern über Nacht dabehalten“
Das hab ich schon kommen sehen. Obwohl der Heimweg geschätzt 400 Meter umfasst, hätte ich dies nie geschafft! Ich komme auf die normale chirurgische Station.
Aus „über Nacht“ werden 2 Tage in denen rein gar nichs passiert. Ich bekomme nichtmal Eiseninfusionen.
Es wird überlegt, mir Blut zu transfundieren, aber dann doch nicht.
Am Morgen des zweiten Tages gehe ich dann.
Bin nicht gerne im Krankenhaus!
Meine Anspannung steigt sowieso seit einem Tag wieder kontinuierlich deswegen, also nichts wie raus!
Schule!
Ich will in die Schule!
Aber mir ist übel ohne Ende.
Wenn Du Tabletten nimmst geht die Übelkeit weg und Du kannst in die Schule.
Dieser Gedanke scheint eine säuselnde Stimme zu haben, beruhigend, vertrauen erweckend.
Als würde mich jemand an die Hand nehmen und sagen „Komm mit, ich helf Dir. Ich pass auf Dich auf und hab Dich lieb“
Ich falle immer wieder auf sie herein.
Diesmal lande ich nach 2 Tagen erinnerungslosem Krankenhaus doch noch in der Psychiatrie. Trotz Magensonde mit Kohle ging es 2 Tage, bis ich wieder klar war. Nun bekomme ich doch eine Eiseninfusion und komme im Anschluss in die psychiatrische Ambulanz.
Ich schalte mein Handy ein. Ein Anrufversuch.
Aus dem Krankenhaus, in dem ich so oft war.
Ich rufe zurück. Es ist die Ärztin, die so unhgehalten war, als sie mich versorgte.
Sie habe sich über die Krankheit informiert und ich solle mich doch mal in der psychiatrischen Ambulanz melden, die kennen sich damit aus. Und wenn ich Hilfe bräuchte bei der Therapeutensuche solle ich sie anrufen.
Ich war sprachlos vor Rührung.
Das hätte ich nie erwartet! Voller Dankbarkeit meinerseits beendeten wir nach 8 Minuten das Gespräch.
Dann ging es wieder stationär.
Ziemlich unangenehm, so als Drehtür Patient.

Ich blieb 11 Tage auf der offenen Station. Die letzte Tablettenvergiftung war dort Ende Januar.
Mal wieder wurde die Übelkeit unerträglich und ich wollte an die frische Luft.
Die Tür war zu und ich sollte warten, da ich Oberarztgespräch hatte.
Ich konnte aber nicht warten und fragte, ob nicht jemand mit mir tauschen könne.
Nein, behaupteten die und ich wurde komplett hysterisch. „Ganz ruhig“ sagten die und ich schrie „Ja klar – Ihnen ist ja auch nicht schlecht!“
Ich hatte das bekannte Gefühl, mich körperlich aufzulösen.
Bad. Dusche.
Ich hielt meinen Kopf so lange unter das kalte Wasser, bis ich Kopfschmerzen bekam.
Dann war es besser.
Ich setzte mich in mein Bett und fühlte mich wie eine ängstliche 4jährige.
Die Pfleger und der Oberarzt merkten das natürlich und gingen dann wieder. Ich rollte mich zusammen und schlief ein.

3 Tage später intoxikierte ich mich.
Filmriss.
Als ich meinte, denken zu können, wollte ich unbedingt etwas intelligentes sagen um klar zu machen, dass ich okay war. Zwei Pfleger standen in der Tür und ich sagte mit voller Überzeugung: In 2 Tagen ist Nikolaus!
Nee, sagten die, wir haben schon Januar.
Mist!
Sie hatten die mittlerweile schon 6 Wochen alte Verletzung gesehen und holten einen Chirurgen dazu.
„Echte scheiß Krankheit, die Sie da haben!“ stellte er fest.
Oh mann, wie sehr das zutraf.
„Ja, das find ich auch“ ich lachte ein bisschen.

Zurück auf Station ging es auf die Geschlossene. Mein Horrorort – und da ich kein Zimmer hatte, war ich dem Wahnsinn hautnah ausgeliefert. Der Oberarzt sollte entscheiden, wo ich hin kam.
Zwei Stunden wartete ich. Es war ein AvD, der kam.
Der wollte mich auf der Geschlossenen.
Ich versuchte es erst ruhig und wurde dann sarkastisch. Es ist ein furchtbares Gefühl, jemandem auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu
sein!
Willkommen in der Psychiatrie!
Glück hatte ich dann doch noch – der Oberarzt kam etwas später und gab grünes Licht.

Dennoch – ich hatte die Nase mal wieder endgültig gestrichen voll!
Ich hatte es satt, mir selbst derartig ausgeliefert zu sein, ich hatte keine Lust mehr, ständig in Todesangst zu leben. Ich hatte kein Interesse daran, nach 3 Jahren ohne Suizidversuch wieder dort zu landen – denn so, wie das Jahr begonnen hatte, würde es innerhalb kürzester Zeit subjektiv nur noch diese Lösung all meiner Probleme geben.
Ich entließ mich mit einem anderen im selben Alter.
Er sagte „Ich hab keine Lust mehr auf Psychiatrie, ich bin nicht mehr suizidal und ich will mein Leben endlich wieder selbst in die Hand nehmen“
Wow, dachte ich. Meine Worte!

Februar intoxikationsfrei, nahm ich mir vor!
Das klappte.
März verletzungsfrei, nahm ich mir vor.
Das hielt ich 21 Tage durch. Einen Tag später rief ich in einer Klinik an, um mich für das DBT Programm anzumelden.
Es war mein 2. stationärer Aufenthalt mit DBT. Jedoch in einer anderen Klinik als die vorherige – lediglich, weil die in dieser Zeit kaum Wartezeiten hatten.


Zufriedenheit

16. Februar 2013

Man vergleicht sich ja immer mit anderen und mir ist aufgefallen, dass ich grundsätzlich zufriedener bin, als die Meisten in meiner Umgebung :)
Radikale Akzeptanz spielt da eine große Rolle, aber auch, dass ich mich an so vielen Kleinigkeiten freue.
Ich fühle mega intensiv. Klar – viele negative sachen, Traumageschichten, aber die positiven überwiegen einfach deutlich :)
Ich hadere kaum.
Gestern war ich mit Anna shoppen! Wir waren zusammen in der Berufsschule (Ausbildung – jaja, damals ^^) und sie hat hier ihre Tante.
Und wisst ihr was sie mit gestern noch nebenbei erzählt hat?
Dass ich ne 1 in Ethik bekommen habe!
Und das widerrum bedeutet, dass ich im Halbjahreszeugnis der Berufsschule n Schnitt von 1,6 habe.
Einfach hammer!
Direkt am Montag rufe ich an und frage, ob sie es mir schicken können. Tut ja sau gut, fürs Ego :rot: :huepf: :huepf:


Streber

30. November 2012

Habe heute den Ausbildungsvertrag abgeholt und bin ziemlich enttäuscht gewesen, weil er bis auf den Kopf blank war. Dann ist Unterschrift halt erst am Montag.
„Also, viel wird sich für Sie nicht ändern, außer dass das Arbeiten hoffentlich angenehmer ist“ meinte Lisa.
Voll süß ;)
Die Gemeinschaftskundearbeit geschrieben und mich wahnsinnig aufgeregt. 5 Tussen, die grundsätzlich nur am schwätzen sind in diesem Unterricht hatten einen Wutanfall, dass wir jetzt ne Klausur schreiben.
Die angekündigt war. Nein, ich hatte keine Konzentration zum Lernen, aber ich habe versucht aufzupassen und immer mündlich mitgemacht.
Und die Arbeit war absolut okay, vieles, was dran kam, hat sie letzte Woche nochmal extra mit uns durchgesprochen.
Eine musste aufgehalten werden, dass sie nicht einfach geht („Jane, das gibt ne sechs“ unsere Klassenlehrerin eindringlich).
Mel „WIR HABEN ALLE NICHT GEWUSST, WAS DRAN KOMMT UND IN IHREM UNTERRICHT HABEN WIR ALLE EH NICHTS VERSTANDEN“
blablabla
Die Arbeiten wurden ausgeteilt. „Stella, was bedeutet Solidargemeinschaft???“
Klar, ich erklär JETZT noch über 2 Reihen weiter.
Mitten in der Arbeit Jane „Stella, Aufgabe drei!!!“
Ich hab nur den Kopf geschüttelt. Jane ist eine von denen, die NUR am schwätzen ist, zum einen, zum anderen: Wie soll ich bitte 2 Reihen weiter komplett sagen, was ich schreib, ohne dass es die Lehrerin merkt?
War Jane natürlich sauer, blöde Kuh -.-
Mittlerweile bin ich nur noch sooo wütend auf diese Tussen. Bei der Klassenlehrerin ist es IMMER laut, sie ist halt einfach zu geduldig und nett.
Ich finde ihren Unterricht okay, beteilige mich mit Einigen anderen zusammen auch gut. Viele „schlafen“, schreiben SMS oder Briefchen – die sind mir egal.
Aber ich hasse diese handvoll Tussen, deren einzige beteiligung kurz vor der Klausur ist „Ich hab nichts verstanden“ und die sonst nur laut sind und stören.
Ich habe auch die ganze Woche gearbeotet, gelernt und x Sachen erledigen müssen, meine Aufmerksamkeit ist echt vorbelastet (ADS) und nach ihren beiden Stunden am Freitag NACHmittag brummt mir der Kopf, ich hab Kopfschmerzen und schlechte Laune, weil es sagenhaft anstrengend ist, bei diesem Lärmpegel zu arbeiten. Und ich will mitarbeiten, weil ich dann daheim weniger machen muss.
Und diese Tussen behandeln MICH dann als Sterberin und sind eingeschnappt, wenn ich nicht versuche, ihnen während der Arbeit irgendwie zu helfen.
Ich hab kein Problem mit Teamarbeit bei Klausuren, aber nicht so!
Ich hatte mal vergessen, was ein Fachwort übersetzt heißt und eine hat die Lippen richtig geformt, das mach ich auch. Aber da geht es um was anderes.
Die Tussen stehen mit mir auch an der Bahnhaltestelle und regen sich über die Lehrerin auf „Die Drecksfotze“ blablabla und das find ich zum kotzen. Die ist da noch mit Idealismus dran. Naja.
Außerdem hab ich den Tussen anfangs auch angeboten, ihnen was zu erklären. 10 Minuten vor der Arbeit hab ich einer Mitschülerin Solidargemeinschaft auch noch erklärt, ich mag sowas :)
Nach der Arbeit gings dann los, „können wir nicht Referate halten, Hausaufgaben benoten lassen blablabla um uns zu verbessern.“
Die Lehrerin meinte, dass es sich die Tussen einfach zu bequem machen, falsche Arbeitshaltung.
Jane hat sich die Nägel demonstrativ lackiert, hat mir der Lehrerin gestritten, ist dann gegangen und hat einen Eintrag ins Klassenbuch bekommen.
Im Unterricht wird so gut wie nicht nachgefragt weil nicht zugehört wird, es wird sich nicht informiert, nicht gelernt, aber Schuld ist natürlich die Lehrerin, wenns ne 5 wird.
Andere, wie ich, gehen in den Unterricht, konzentrieren sich bei diesem scheiß Lärm, fragen nach und bereiten sich halbwegs vor. Die anderen stören uns und wir sollen ihnen dann helfen.
Da stimmt doch was nicht.

Gestern war letzter Arbeitstag. Nachdem Alena weg war, war es wieder unheimlich zäh.
Ich konnte nichts machen, stand blöd rum und hab im Internet gesurft.
Auf mein Zeugnis gewartet.
Vorher: Frau K. hat alle in ihre Verantwortung gestellten Aufgaben zu meiner vollen Zufriedenheit ausgeführt. Sie war ordentlich, gewissenhaft, pünktlich und zuverlässig. Sowohl im Umgang mit den Pat. als auch im Praxisteam zeichnete sie sich durch ihr ruhiges und freundliches Wesen aus.

Nach meiner Mail mit Ergänzungswünschen:
Frau K. hat alle in ihre Verantwortung gestellten Aufgaben zu meiner vollen Zufriedenheit ausgeführt. Sie war sehr ordentlich, gewissenhaft, pünktlich und zuverlässig. Das Verhalten von Frau K. im Umgang mit Pat. und dem Praxisteam war stets korrekt und einwandfrei. Sie war hoch motiviert, ehrgeizig, belastbar und äußerst interessiert und pflegte immer einen sehr angenehmen und freundlichen Umgangston, den sie auch in hektischen Situationen bewahrte.

:rot: :)
Aber: Man kriegt halt nichts geschenkt. :ka:
Schön ist, wenn es sich dann SO sehr lohnt :)

Abends hab ich zu den Pat und Richtung Ulli „Schönen abend“ gesagt, aber sie hat ned reagiert. Hab noch kurz gezögert, bin aber dann gegangen..

WOCHENENDE!


EINS ohne Stern ^^

16. November 2012

Arbeit so weit okay, bekomme das Arbeitszeugnis irgendwann im Dezember.
Ulli nervt wie immer, joa.
Dem Chef hätte ich zum ersten Mal heute an die Gurgel gehen können „… wenn Sie halbe oder ganze Tage abfeiern…“
War ja nur gestern vormittag da, hatte Vorstellungsgespräch, Bewerbungen und Telefongespräche und abends Therapie.
VON WEGEN ABFEIEREN – IDIOT – DU HAST MIR GRAD MAL 3 WOCHEN ZEIT GELASSEN, SUCH DU MAL IM DEZEMBER N AUSBILDUNGSBETRIEB :motz: :motz: :motz:
dachte ich.
-.-
Schule.
Deutsch. Wir bekommen die „erweiterte Inhaltsangabe“ zurück.
Die Lehrerin schreibt eine Notenübersicht an die Klasse. „Es gibt eine 1, vier 1-2…“
Ich starre elektrisiert an die Tafel.
Bittebittebitte ich KANN es nicht ertragen, wenn ich im Deutschaufsatz nicht die Beste bin.
Sie knallt mir die Arbeit hin: 1.
Schreien vor Glück :D
2 angepisste Gesichter von 2en die 0,5 schlechter sind.
In der Klasse ist eine, die später auch mal Medizin studieren möchte – Charlie. Sie hat einen chronisch gekränkt/beleidigten Ton, den ich ziemlich lustig finde.
„Ich find die Note aber ungerecht…“
„Ich find auch vieles ungerecht“ würgt Frau Feder sie ab „zum Beispiel die Arbeitsmoral von Einigen hier. WO ist Ihr Buch, Charlie?“
„Ja, das hab ich nicht dabei, ich zieh grad um, das ist in irgendeinem Karton, da kann ich doch nichts dafür
„WIESO!?“ Frau Feder steigt voll drauf ein.
„Da unterteilt man in wichtige und weniger wichtige Kartons! Ich kann doch auch nicht umziehen und weiss dann nicht mehr, wo das Besteck ist. Als ICH umgezogen bin, hab ich auch unterrichtet und ICH hatte IMMER alles dabei!
Und überhaupt“ sie besinnt sich „Ich diskutier mit Ihnen doch nicht über ihre Umzugskartons!“
Ich musste die ganze Zeit sooo lachen.
„Und jetzt lassen Sie den beleidigten Ton“ – ich lag fast unterm Tisch!

Die Arbeit in Wirtschaft lief ganz gut soweit und ich bin dermaßen ausgebrannt Oo
Schulisch bin ich hochzufrieden. Ich halte es für realistisch, im Schuljahr nicht schlechter als 2,5 zu schreiben und das ist TOLL =)


geknickt

11. Oktober 2012

Ich weiss nicht, heute ist es schwierig, aber nicht verwunderlich.
Habe geträumt, dass ich in einer Wohnung wäre und mit einem Hammer auf meine Arme und Beine gehauen habe.
Mir ging es hinterher viel besser, ich war klarer im Kopf und ruhiger.
Ich habe getastet, dass meine rechte Hand und Unterarm gebrochen waren.
Neben mir wurde ein Mann vom Rettungsdienst abgeholt, der sich beide Arme und Beine zertrümmert hatte. Er konnte nicht mehr laufen und ich konnte es noch, und war erleichtert, dass ich den Ausbruch mit „nur“ der gebrochenen Hand und Unterarm überstanden habe.
Sie mussten den Mann tragen.
Ich bin in das Krankenhaus gegangenn, in dem ich im Winter immer war.
Sogar im Traum hat es mir Kummer gemacht, die Zerrissenheit: Gesund werden wollen und das gute Gefühl nach der Selbstverletzung.
Ich dachte „Mensch Stella, jetzt fängt das ganze wieder an, Du wolltest doch gesund werden“
Im Krankenhaus war sie nicht. Ich wurde geröntgt obwohl eindeutig in der Hand und dem Arm spitze Knochen tastbar waren. Ich dachte „Er tastet gar nicht“
Am Telefon hat er überascht gesagt, dass Hand und Arm tatsächlich gebrochen seien.
Ich dachte, wenn das gerichtet wird, sieht man ausgerechnet den eh schon stark vernarbten Arm.

Das belastet mich grad sehr.
Der Traum weckt leise Wünsche in mir.
Nein, ich habe keine Angst vor einem Rückfall. Es ist eine Art von Melancholie in mir.
Niedergeschlagen.
Geknickt.

In der Praxis läuft es besser finde ich.
Die Frau vom älteren Chef kam diese Woche immer in der Pause und hat mir gesagt, was neben dem Medizinischen noch meine Aufgaben sind:
Kaffee kochen, lüften, heizen der Räume und sie ist sehr penibel!!!
Also richtig richtig penibel.
Meine erste emotionale Reaktion war: Panik.
Ich dachte (wie immer) „Oh mein Gott, das kann ich mir nicht merken blablabla“ Wie immer halt. Ich reagiere grundsätzlich auf Anforderungen mit Panik.
Jetzt ist sie natürlich verflogen, heute hat sie mich gelobt, weil alles so war, wie sie es wollte 🙂
Genauso penibel.
Und ich stehe ja auf sowas.
Es sind klare Anweisungen und ich habe es in der Hand – eine Sache, die ich aktiv beeinflussen kann, wenn es um die Frage geht, ob ich die Probezeit Ende Dezember bestehe oder nicht 🙂

Die Schule ist immernoch schön und ich verstehe mich immernoch gut mit den Anderen.
Gestern war auch schon ein schwierigerer Tag, weil eine Klassenkameradin 2 Mal über Suizid/ Suizidankündigung / Methodendiskusionn gesprochen hat.
Das war mir zu nah.

Sonst habe ich entdeckt:
Was hat Jo Hiller?
Im Studienhospital Münster üben Medizinstudenten, wie man Patientengespräche führt – normalerweise mit Schauspielern. Heute aber spielt Planet-Wissen-Moderator Jo Hiller den Patienten. Bekommen die Studenten heraus, welche Krankheit Jo hat?

http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/medizin/beruf_arzt/video_arzt_jo.jsp


Erfolgshungrig!

30. September 2012

Letzte Woche (bzw. diese, wenn die Woche montags anfängt) habe ich ein ganz tolles Buch gekauft und zwar dieses:
Bild
Ich liebe es!!!
Habe mich 30 Minuten hingesetzt und gelesen und es dann gekauft.
30 Euro sind echt viel für mein schmales Gehalt, aber ich musste!! es haben. Und warten wollte ich auch nicht, also schied amazon ebenfalls aus ;)
Trotzdem: Ich bereue es nicht.
Vom Herzen hab ich glaub ich alles verstanden und kann es widergeben. Das fühlt sich gut an :)
Sonst haben wir in der Schule noch das Harnsystem und das fällt mir schon schwerer.
Trotz des Buches!
Ich lese viel und beschäftige mich gerade auch in der Freizeit viel mit Lerninhalten vom Unterricht.
Irgendwie ist bei mir der riesengroße Ehrgeiz da. Letztes Schuljahr hab ich nicht so viel lernen können, weil es mir so schlecht ging. Trotzdem ein Schnitt von 1,8.
In der Realschulzeit war ich nie eine Lernerin, bis zur 10. Klasse, dann schon.
Aber zu jetzt ist das kein Vergleich.
Ich will unbedingt sehr gut sein! In der Praxis hab ich das weniger in der Hand als in der Schule.
Ich möchte mir nach der Lehre ausssuchen können, wo ich arbeite. Die Ausbildung ist sooo beliebt, da muss ich mich ran halten.
Klingt nun vielleicht etwas Burn out gefährdet – bin ich aber nicht.
Okay, ich hätte gerne mehr Einser als Zweier im Zeugnis :angel:
Aber ich pass auf mich auf.
In Deutsch haben wir das Thema Inhaltsangabe. (Gefühlt zum hundertsten Mal) Meistens hab ich in Aufsätzen eine 1,5 geschrieben und am Ende dann die 2 bekommen – jetzt haben wir eine Lehrerin, bei der ich mir vorstellen könnte, dass sie mich dieses Zehntel besser benoten würde!!! Wir haben kurz eine Einleitung geschrieben, und 2 Andere und ich haben vorgelesen.
Sie fand alle gut und meins wollte sie direkt nochmal hören und meinte zu den Anderen „Hört mal zu, dass ist richtig gut!“
Da hab ich mich total gefreut! Weil es bei den Anderen auch nicht schräg ankam, glaub ich :)

Der IB bietet Nachhilfe/Lerngruppen an. Finanziert wird das vom Land, da möchte ich wieder hin.
Je öfter ich Sachen höre, desto besser.
Vor allem, wenn es nicht gleich „aufbereitet“ ist. Oder ich behalte Inhalte besser, wenn ich sie in unterschiedlichen Quellen lese.
Dann klappt das bestimmt mit 1, irgendwas.


Last 7 days

27. September 2012

Vor einer Woche kippte es.
Das Verhältnis zwischen Bina und mir. Bina ist Mitte 40 und meine Vermieterin. Sie lebt mit ihrer 4. Tochter Katja in der WG, zusammen mit mir und einem Studenten, der vorige Woche ausgezogen ist.
Katja wurde letzten Donnerstag 12.

Die Arbeit stresste mich und als ich heim komme, machen sich Bine und Katja gerade auf den Weg um Essen zu gehen.
Als sie weg sind beginnt die Dissoziation.
Warum – ich weiss es nicht.
Die Erschöpfung des ganzen Tages brach über mich herein.
Ich hatte HUNGER.

In der Küche stehen Nudeln. Bines Nudeln. Ich darf nicht kämpft gegen „Bine geht Essen, sie wird die Nudeln morgen eh nicht mehr essen.
Ich esse und fühle mich abgestumpft.
Hinterher kommt die Scham.

Freitag morgens wache ich auf und weiss erstmal gar nicht, weshalb es mir so schlecht geht.
Richtig – der Essanfall.
Geknickt stehe ich auf. „Stella!“
Bine steht auf.
„Ich bin stinksauer auf Dich! Ich hab so einen Hals! Sei froh, dass Du am WE zu Deiner Mutter gehst, ich will Dich nicht mehr sehen! Du hast ein Zimmer gemietet und kein all-inclusiv Hotel!
Du hättest mich fragen können!!! Dreister gehts nicht, ich hab auch schonmal Leute raus geschmissen!
Du hast einen riesen großen Fehler gemacht!“
Ich hatte eigentlich vor, am WE in der Stadt zu bleiben und auszuruhen.
Auch die Fahrerei ist anstrengend am WE und ich wünsche mir Ruhe, Entspannung.
Außerdem habe ich mich mit Elena verabredet, der Klassenkameradin.
„Ich wollte am WE eigentlich hier bleiben“ melde ich zaghaft an.
„Warum!?“
Ich muss lügen, ich will nicht nach Hause!
„Meine Mum ist nicht da…“

Ich gehe arbeiten.
Betäubt vor Scham und Schuld.
Nachmittags kaufe ich eine Sonnenblume und lege sie ihr hin.
Sie telefoniert gerade.
Ich ziehe mich zurück.

Samstag.
„Stella!? Zeig mir mal Dein Duschgel“
„Ich hab keins, ich benutz nur das Shampoo“
Sie glaubt mir nicht und denkt, ich benutze ihres.

Möchte Wäsche waschen. Am Anfang hat sie gesagt, ich dürfte die Maschine mitnutzen.
Suche mein Waschmittel und frage auch Katja, weil ich es in dem Schrank nicht finde, wo ich meinte, es beim Einzug hingestellt zu haben.
Wasche schließlich mit Haarshampoo.
„STELLA! Ich hab Dir gesagt, Du sollst mit mir zusammen waschen, Du kennst die Maschine nicht, Du hast es falsch gemacht. Und warum suchst Du MEIN WWaschmittel!? Katja lügt mich nicht an!“
Ich bin nur müde. Sagenhaft müde und leer.
Sie erinnert sich nicht daran, dass ich ein Waschmittel mitgebracht habe.
„Du ziehst auf Oktober aus!“

Später „Okay, Oktober ist knapp, November“

Dissoziiere ständig. leere, Apathie.
Elena hat das Treffen abgesagt.
Bine rastet aus und hört nicht auf zu schreien. „Du hast mein Waschmittel genommen“
Es nützt nichts, sie glaubt mir nicht.
Ich stehe stocksteif da, während sie mich anschreit und nicht mehr aufhört.
Möchte weglaufen, aber wenn ich weglaufe, setzt sie mich vielleicht sofort vor die Tür?
Also bleibe ich.
Weine und jede Silbe ihres Schreiens dringt mit der Intensität eines Messerstichs in mich ein.
Weine, weine, weine, hyperventiliere.
„Und jetzt kriegst Du ne Panikattacke! Das hatte ich auch 7 Jahre lang. Aber ich hab des Gefühl, mit Dir mal Tachelles reden zu müssen, Mädchen. DU BIST HIER NICHT ZUHAUSE“
Ich gehe.
Versuche, mich abzulenken, kann nicht aufhören zu weinen und zu hyperventilieren, möchte RAUS, weiss nicht wohin, schäme mich vor Katja, sie soll es nicht mitbekommen.
Simse 3 Leuten, bitte sie, mich aus der Wohnung zu holen. Panik zu haben.
2 können nicht.

Mein Kopf setzt aus.
Tabletten.
Schlucke, schlucke. Gehe raus.
Leise, leise.
Fahre mit der Straßenbahn.
Bekomme Angst und rufe den Rettungsdienst.
Begreife nicht. „Was ist passiert?“ Wieder fange ich an zu weinen und kann nicht aufhören.
Bekomme einen Zugang und Infusion. Im Krankenhaus darf ich noch laufen. Zur Toilette.
Eine Schwester begleitet mich vorsichtshalber und stützt mich. „Und was führt Sie zu uns?“
Sie weiss es wirklich nicht. „Tablettenvergiftung“ sage ich verlegen.
Ich lege mich auf eine Liege. Weine wieder verzweifelt.
Nicht nur wegen Bine, auch, weil ich 9 Monate intoxikationsfrei war.

Eine Pflegerin fällt mir auf.
Sie war auch früher schon in der alten Aufnahme und hat Luisa und mich nie angesehen, nie.
Auch, wenn sie sich um eine von uns kümmern musste. Kein Blick, kein Wort.
Ich bekomme einen Zugang und NaCl mit Kalium, da der Wert schlecht ist.
Das Licht ist wahnsinnig grell und schlafen scheint unmöglich.
„Darf ich gehen?“ bitte ich eine Schwester. Ich bin ja soweit okay finde ich. Psychiatrie ist besser als Notaufnahme, da kann ich wenigstens schlafen!
Ich darf nicht.
Gegen Mitternacht kommt eine Schwester auf mich zu „Ihr Freund ist am Telefon“
Ich „Ich hab keinen Freund. Wobei…“
Michael fällt mir ein. Ihm hatte ich, neben 2 anderen, die Hilfe SMS geschickt. Die Schwester fragt nach – er ist es.
Er käme noch vorbei. Es ist 0:30 Uhr!
Er kommt. Sagt, er hätte 2 Stunden vesucht, mich anzurufen „Und als Du nicht dran gingst hab ich Lunte gerochen und Dich bei der KriPo als Vermisst gemeldet. Hab gesagt, dass Du schon in der Psych warst“ (Er übrigens auch. Und Mira, seine Freundin, auch.)
Es haut mich irgendwie um.
Alles.
Der Rückfall, der Streit und er lässt mich suchen.
Die Polizistin hätte ihm gesagt, ich sei in der Notaufnahme.
„Wenn Deine Vermieterin so scheiße ist, zieh doch bei Mira ein. Bis in nem Monat ist sie eh in der Klinik und wenn Du bis dahin nichts hast, wohnt ihr halt zu zweit“
Er entschuldigt sich, dass er nicht schneller reagieren konnte, er war baden.
„Sonst wär ich gekommen. Hab keine Angst, wir lassen Dich nicht allein“
Freunde. :herz:

Michael geht schließlich, nicht ohne zu versprechen, am Tag nochmal zu kommen.
Das tut er dann auch und bringt mir Miras Schlüssel mit.
„Darf ich gehen?“ frage ich am Sonntag morgen. „Ich muss morgen wieder arbeiten“
36 Stunden heißt es.
Körperlich ging es mir so furchtbar, wie bisher nur einmal.
Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Kälteschauer und die wahnsinnige innere Unruhe. Mir ist entsetzlich übel, ich bekomme einiges gespritzt, bis wir es mit Essen versuchen mit Erfolg.

„Hallooo, ich bin die Nachmittagsärztin“ stellt sich mir eine Frau vor.
„Ich hab vorhin schon mal reingeschaut, aber Sie haben sich grad mit der Schwester unterhalten, da wollte ich nicht stören“
Sie legt mir einen neuen Zugang, weil der alte zu ist. Sie hat sich beim Blutabnehmen verstochen und sich entschuldigt, aber ich find das nie schlimm.
„Aua“ hat sie gesagt und auf die Narben gezeigt.
Ich „Ja, aber ich habs ganz lange nicht mehr gemacht“

Später hab mal was zu ihr gesagt, was sie nicht verstanden hat. Dann hat sie die Hand ans Ohr gehalten, ist seitwärts zu mir galopiert und hat sich dabei den Rücken angehauen am Schrank.
Später hat sie noch gestikuliert, dass ihr Rücken weh tut, aber irgendwie so ganz süß, mit verzerrtem Gesicht, als wollte sie mich zum lachen bringen. 🙂
Gegen 2 Uhr ist sie dann gegangen. Nachts. Und hat sich von mir verabschiedet. :herz:
Dass ich ganz lieb bin und lieb zu mir sein soll.
Die war so süß und toll und……………
Ich hab mal wieder mein Herz verloren…

Nach 16 Stunden wird mein Zustand immer besser.
Tabletten verlängern das Elend, sie beenden es nicht!
Eine Schwester läuft abends mit mir. Sie sind sehr lieb, alle.

Ich rufe montags in der Arbeit an. „Krankenhaus, Gehirnerschütterung“
Ganz ungewöhnlich – der ältere Arzt ist schon da! Und fragt mich aus. Ich versuche, ihn soweit es die Höflichkeit gebietet abzuwürgen und habe das Gefühl, dass es passt.
2 Tage. Die Krankmeldung wirft Michael noch am Sonntag ein.

Ich werde entlassen und in die psychiatrische Ambulanz geschickt, wo mir grünes Licht für gehen gegeben wird.
Ich habe Glück und die Vermieterin ist nicht da, als ich gegen halb 3 alle Sachen hole und komme in Miras Wohnung.
Meine Mum hat mit der Vermieterin gesprochen, die sah das am Samstag eher als reinigendes Gewitter.
Am Sonntag zieh ich zurück.
Ich habe große zwischen-menschliche Probleme. Da hift nur üben!
Furchtbar unangenehm, aber da muss ich durch. :schreck:
Weil man muss lernen, auch mal angemotzt zu werden, egal wegen was, und nicht gleich so in Panik zu geraten, das möcht ich mir „abgewöhnen“.
Die Welt geht nach einem Streit NICHT unter.

Gestern hatte ich wieder Schule!
In Medizin haben wir mit dem :herz: angefangen.
Ich liebe es! Noch mehr, weil die Ärztin das so gut rüber bringt, man kann es sich einfach merken!
Sie lacht ständig und macht einen Hampelmann für uns, damit wir uns systole und diastole merken können.
Dann sollte ich mich vor die Klasse stellen und am Modell ein paar Sachen zeigen und ich hatte gar keine Angst!
Früher htte ich immer Angst vor der Klasse zu stehen, weil ich Angst hatte, und eh das Gefühl hatte, nicht gemocht zu werden.
Das ist jetzt gar nicht so!
In der Pause ist Lamya heim gegangen. Früher hab ich ja so an Elena gehangen. Weil es komisch gewesen wäre, mich einfach zu den Anderen zu setzen/stellen und heute hab ich es mich getraut und es hat sich schön und normal angefühlt.

__
Zustand nach vorhin: 😉

Ich fühle mich fuuuuuuuuurchtbaaaaaaaaar schlecht :heul:
So alleine.
Keine Mama da, oder… ein Freund.
Die Arbeit heute war schön, aber mittags schwierig. Grund: Tödliche Langeweile!
Langeweile ist schwer zu ertragen. Dann hatte ich mittags n Essanfall.
Scham.
Langeweile, sich-getrieben fühlen, zusammen-reißen – da ich anfange, meinen Mitmenschen auf die Nerven zu gehen, wenn ich mich langweile.
Es dann endlich geschafft – Tag rum.
Wollte Bettwäsche kaufen und mit Karte zahlen. Bloß kein Bargeld haben, begünstigt Essanfälle.
Laden zu, Pizzeria, Eis.
Furchtbar viel gegessen und jetzt gehts mir hundeelend.
Vermisse die Ärztin. Aus der Schule und dem Krankenhaus :heul:
Warum hänge ich immer an denen, die Welten entfernt sind?
Sehe auf facebook ein Bild mit einem Songtext von Nordfront:

Zitat:
Als perverses Schwein wurdest du geboren,
in diesem Leben hast du verloren,
drum fordern wir für alle Länder:
Todesstrafe für Kinderschänder!
Für eure Taten sollt ihr büßen,
ihr sollt euer Leben nie wieder genießen,
die Erfahrung zeigt, dass Therapien nichts nützen,
nur euer Tod kann Kinder schützen!

Darunter x Kommentare „Lebendig verbrennen“ uvm.
Das löst ANGST in mir aus, ein Wimmern, vor hilflosigkeit. Mich ängstigt, dass diese Menschen nicht begreifen…
Ich steiger mich rein, obwohl ich versuche, mich davon zu distanzieren: Es ist alles gut, wir leben in einem vernünftigen Land, diese Leute haben NICHT das sagen!

Ich wünsche mir die Intox, das Krankenhaus, die Ärztin.
Okay. Ich kann diesen Wunsch SEHEN, ich nehme in WAHR, es ist OKAY.
Dieser Wunsch wird noch eine Weile stark bleiben, weil ich erst vor 5 Tagen den Rückfall hatte.
Aber er wird schwächer, je länger ich es ohne schaffe! *Gebetsmühle an*

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Aktuell: Schreibflashs sind schön. Ich muss jetzt und die nächste Zeit noch stärker aufpassen, weil ich mich jetzt rückfall-gefährdeter fühle als noch vor dem Rückfall.
Also: Immer schön aufpassen…

Gute Nacht ihr.