KJP

10. Dezember 2013

Im November 06 ist mein Papa ausgezogen und ich war total fertig.
Im Februar des darauf folgenden Jahes wurde ich das erste Mal in der KJP aufgenommen. Die erste Mahlzeit war „gut“, ich hab kaum was gegessen. Aber dann kam mein Papa und sagte, er hätte die überreden können, dass wir so zum Abschied nochmal ins Theater gehen dürften, weil wir die Karten auch schon länger hatten.
Aber ich wollte nicht. Ich war da jetzt angekommen und wollte dann auch nicht an dem Tag weg.
Kurz vor der Tür, wo mein Papa saß hab ich leise zu der Therapeutin (im Weiteren nur noch das Pferd) gesagt, dass ich nicht mit will, aber sie war schon halb drin, und hat das drinnen dann auch nicht gesagt.
Und ich traute mich dann nicht, es meinem Papa zu sagen. Wir sind dann gegangen, die Oper war ein Traum! Hinterher noch essen gehen und ich hab ganz normal gegessen. Daheim hab ich mich dann nochmal geritzt, so nach dem Motto „Das letzte Mal“

Am nächsten Tag, einem Samstag, bin ich dann zurückgekommen. Hab sehr viel gegessen und fand das scheiße. Da kam ein Mädchen zu mir, Jenny und fragte „Willst du meine Freundin sein?“
Ich „Ja“ und wir waren Freunde. ;)
Die war ein halbes Jahr älter als ich, aber sehr kindlich, im Kopf wie eine 4jährige.
Und sie war schwanger.
Am Anfang gab es ziemliche Schwierigkeiten zwischen mir und anderen, ich glaube, ich war die erste Bulimikerin dort und die anderen haben sich darüber lustig gemacht. Unter anderem Damian und Jens. Aber es ging dann mit der Zeit.
Am 2. Abend habe ich mit Jenny geredet, und ich erzählt, dass ich mich am vorigen Abend noch geschnitten hätte, und sie meinte, ich müsste das sagen, die würden das fotografieren.
Ich wollte nicht! Ein Betreuer kam zu mir und wollte mir den Blutdruck messen.
Ich – saublöd – „Aber nicht am rechten Arm!
Er natürlich gleich „Warum?“
Ich hab VERSUCHT es ins lächerliche zu ziehen „Tiger blaa“ – es war erbärmlich und ich habs nicht hingekriegt, mich ironisch anzuhören.
Es ging mir einfach nur dreckig!
Er „Und der hat dann mit seinen Krallen…“
Wie gesagt – Absturz pur, ich hätte ihn umbringen können, oder besser, mich!
Ich stand dann komplett fertig in der Küche. Dann kam die Betreuerin, Anna, zu mir und meinte so, die würden Verletzungen immer fotografieren. Ich war extrem leer, willenlos und mir war es dann auch egal. Aber ich hab nicht hingeguckt.

Ich hab dann im Anschluss an die Prozedur gefressen, und war extrem geladen! Hab Internet Freunden SMS geschrieben – obwohl man das Handy eigentlich gar nicht behalten durfte – und die haben mich ein wenig aufgebaut.
Ich dachte dann auch „Toll, jetzt bist du also in ner Klapse. Super Abstieg, Stella“ Ich hab dann meiner Bezugsperson, der Catrin, erzählt, dass ich mein Leben eh schon verkackt hab und es eigentlich doch sinnvoller wäre, wenn ich mich umbringen würde.
Und auch, dass ich ja den Föhn ins Wasser schmeißen könnte.
Sie meinte „Dann bist du suizidal“
Sie wollte, dass ich im Isolierzimmer schlafe, aber ich meinte so „Nee, ich hab ja eh nichts, womit ich was machen kann. Eigentlich war ich mit einem Mädchen im Zimmer – Juliane, aber die war daheim, und ich hab mich entsetzlich allein gefühlt, auch, weil die anderen mich so geärgert haben…
Anna meinte dann, das wäre eh „erbärmlich“, weil die ja auch nicht ohne Grund da sind!
Ich war mal in einem Forum, da war Karto.
In der KJP Zeit war sie 14 und sie wollte mir ein Armband schicken, was sie zufällig gefunden hat und sofort an mich gedacht hat.
Es bestand aus kleinen, bunten Marienkäfern, so wie mein Forum damals.
Ich hab ihr dann einen Brief geschrieben, wie mies es mir geht, dass ich das Gefühl habe, von den anderen abgelehnt zu werden…..
Detailiertes weiß ich nicht mehr.
Und hab ihr 10 Euro mit in den Umschlag getan, für das Armband. Ich wollte den Brief dann wegbringen und war ein paar Minuten weg – Brief weg!
ALLE haben gesagt, sie hätten keine Ahnung.
Am Ende hat sich rausgestellt, dass Sandra – eine Mitpatientin, die mich mega fertig gemacht hat – und Jenny den Brief geklaut hätten, GELESEN und das Geld behalten.
Dann haben sie den anderen erzählt, dass ich geschrieben hätte, wie scheiße und dumm die anderen wären!
Diese Vollidioten haben das dann geglaubt und ich war untendurch.
Jenny hat mir die ganze Zeit gesagt, dass sie damit nichts zu tun gehabt hätte und ich hab ihr geglaubt.
Aber dann musste sie mit Sandra reden und die beiden kamen als beste Freunde wieder raus, so lief das…
Ich hab dann mit Ellen, einem anderen Mädchen, geredet und es wurde echt ganz langsam besser.
Mit Juliane hab ich mich eh gut verstanden, aber wegen der Schule war sie nicht oft da.
Eines Tages kam ein Mädchen rein – Maya. Sie hat auf der Station gewartet, weil sie gleich ein Gespräch hatte bei einer Klinikthera. Sie war ambulant da. Irgendwie haben wir uns von 0 auf 100 hammer gut verstanden.
Wir sind dann aufs Zimmer gegangen, und Damian, hat voll genervt, und die ganze Zeit die Tür aufgerissen, da hab ich sie abgeschlossen.
Ein Betreuer hat dann wieder aufgeschlossen und Maya musste gehen.
Doch wir tauschten Adressen aus.

An einem Abend, so in der 2. Woche, wollte ich mir die Beine rasieren, hab einen Rasierer bekommen, Schaum, etc. Ich hatte bisher immer einen Elektrischen, und so hab ich mir unabsichtlich echt das ganze!! Bein aufgeschnitten. Wegen dem Schaum hab ich das nicht gecheckt – erst, als es brannte.
Bin dann raus, hab Bad und Flur vollgesaut, und wollte nach einem Betreuer rufen, aber mir ist kein Name eingefallen, hab dann nach Jenny gerufen.
Ich hab mir Sorgen gemacht, ob die mir glauben, dass es keine Absicht war, aber zu meiner Überraschung wurde mir geglaubt. Am nächsten Tag um 19 Uhr durfte ich mein Handy holen und sah in der Kiste den Rasierer!
Der hat mir ja gar nicht gehört, aber eine Betreuerin, Simone, hat das wohl gedacht.
Ich bin ganz ruhig auf die Couch gegangen und hab überlegt, wie ich da ran komme.
Hab es dann geschafft und mich geschnitten.
Es war… toll.
Den Rasierer hab ich zurück gelegt.
Schlafen.
Am nächsten Morgen ging es mir dreckig deswegen. Ich habe mir Vorwürfe gemacht „Jetzt bist du hier deswegen. Du willst doch damit aufhören!!!“
Anna war da. Ich hab ihr einen Zettel geschrieben, ob ich mal mit ihr reden kann. Sie hat genickt und kam mit mir ins Zimmer.
Ich hab es ihr gesagt.
Sie hat mich umarmt und gesagt, dass sie es traurig fände, wenn ein so hübsches Mädchen sowas machen würde. Ich fand es toll, dass sie mich umarmt, aber war sehr steif, so nach dem Motto „Du verdienst das nicht!!!“
Die war irre lieb zu mir und hat dann noch so mit mir geredet. Anders als beim letzten Mal konnte ich hinschauen – das ist ihr aufgefallen.
Ich meinte, ich würde es schön finden, weil es so gleichmäßig wäre – nicht so ein Chaos.
Anna hat Sommersprossen und hat ihren Ärmel hochgezogen. „Ich habe den häßlichsten Arm der Welt! Wäre der mit Linien schöner?“
Ich weiss nicht mehr, was ich gesagt habe. Sie meinte auch, dass es ihr Leid tun würde, wenn sie etwas tun muss – fotografieren – wenn es dem anderen so dreckig geht, und dass sie das letztes Mal gespürt hätte, wie fertig ich bin.
Vor allem, wenn sie welche mag.
Mein Puls beschleunigte sich gefühlt vor Freude „Anna, magst du mich?“
Sie „Natürlich, hast du das etwa nicht gemerkt? Sehr sogar!“
Ich war total high!!!
An diesem Tag wollte Maya kommen und ich hatte Angst, wegen dem svv nicht rauszudürfen.
Anna meinte dann, wir könnten es entweder dem Pferd einfach nicht sagen, sondern erst am nächsten Morgen (Noch ein Grund mehr, Anna zu lieben) oder wir sagen es ihr, und falls ich einen so schlechten Ausgang bekomme, dass ich nur mit einem Betreuer aufs Gelände darf, würde sie dann halt mitkommen, und so Abstand halten, dass wir ungestört quatschen könnten.
Ich hab mir dann für letzteres entschieden und durfte auch allein raus.
Ich hab Maya unglaublich toll gefunden, total hübsch und alles. Sie hat zu einem sehr hohen Gebäude geschaut und gesagt, dass sie total gerne da runterspringen würde. Ich konnte das total gut nachvollziehen! Ich war eigentlich bis Ende 16 kein Stück suizidal – wenn man von diesem Affektsuizidversuch mit 13 absieht. Aber ich fand die Vorstellung toll, „frei“ zu sein.
Sie hatte dann Therapie (auch beim Pferd, wie sich herausstellte) und hat mir ein Buch dagelassen „Der Scherbensammler“.
Ich hab dann wegen svv ne VA geschrieben, und war echt total bei der Sache – Extreme!
Es tat mir wirklich Leid, dass ich mich geschnitten hatte – weil ich wollte es ja wirklich nicht!!
Das Pferd war ziemlich ungehalten.
Sie meinte, sie würde nur Feuerwehr spielen und das wir gar nicht zu den wichtigen Sachen kämen.
Vielleicht war dies unterbewusst ein Schutz von mir.
Als es dann „zur Sache“ ging, hatte ich manchmal echt ziemliche Abstürze.
Ich kann mich an ein Gespräch erinnern – bzw. an dessen Folgen – den Inhalt weiss ich nicht mehr.
Jedenfalls hab ich dan den ganzen Nachmittag aufm Klo verbracht und einfach nur dagesessen.
Die Betreuer dachten, ich hätte Unterricht, aber hatte ich erst später.
Irgendwann haben sie dann gesucht und ich bin in mein Bett und hab getan, als hätte ich geschlafen.
Eines Tages kam eine neue, Christina.
Wir anderen haben davon erst mal gar nicht viel mitbekommen – sie kam mit Sanitätern auf einer Liege und kam ins Einzelzimmer.
Die war da wegen einem Suizidversuch, hatte lange im Krankenhaus gelegen, und kam dann in die KJP. Als ihr nach einem Tag Blut abgenommen wurde kam raus, dass ihre Werte lebensgefährlich schlecht waren, kurze Zeit später lag sie schon wieder im Koma.
Sie wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen, weil man annahm, ihre Leber müsse transplantiert werden.
Doch dann war sie wieder da.
Dennoch bekamen wir sie die ersten drei Wochen nicht zu sehen, da man sie in einem Zimmer eingeschlossen hatte.
Uns andere Patienten hat das natürlich neugierig gemacht – ich hatte nur mitbekommen, wie Rettunssanitäter sie auf einer Liege reingebracht haben.
Ein oder zwei Tage später war sie dann plötzlich wieder weg, und dann plötzlich wieder da.
Ich hab das nicht so mitbekommen.
Jenny und ich waren genauso neugierig und haben gesagt, wir gehen in den Garten.
Chrissi war im Erdgeschoss und wir sind zu ihr ans Fenster und haben mit ihr geredet.
Irgendwann durften wir dann auch offiziell zu ihr, ins Zimmer.
Wir haben uns sehr gut verstanden, und als sie dann auch raus durfte, auf die Station und zum Essen, da haben wir uns angefreundet.
Nach 2 Wochen wurde Juliane, das Mädchen mit der ich im Zimmer war, entlassen, und wir konnten unsere Therapeuten überreden, dass sie hoch zu mir ins Zimmer durfte. An einem Abend ging es ihr scheiße!
Ich hab das gar nicht so gecheckt, aber dann mitbekommen, dass sie sich verletzt hat. Unsere Theras haben uns beiden klipp und klar gesagt „Wenn einer von euch scheiße baut, sagt der andere Bescheid!“ Ich weiss nicht mehr, ob sie gedroht haben, wenn der andere nicht Bescheid sagt, würde sie wieder runter ziehen müssen.
Jedenfalls hab ich bescheid gesagt, und sie musste mit runter, zum verbinden.
Ich hab mich total aufgeregt und saß auf meinem Bett und dachte „Beruhige dich! Atme in den Bauch“
Das hab ich dann auch gemacht – es allerdings übertrieben, ich hab dann angefangen zu hyperventlilieren. Ich musste nach draußen und musste durch eine Atemmaske atmen. Besser wurde es nicht. Meine Finger und Füße haben gekribbelt und wurden taub und ich hab dann noch zu weinen, oder jammern angefangen.
Jedenfalls kamen 2 Jungs, die ich total mochte, Benjamin und Onur, aus ihren Zimmern, haben besorgt geschaut und sind dann wieder ins Zimmer.
Ich hab ein Tavor bekommen. Und später nochmal.
Dann wurde es besser und ich müde.
Ich hab bis um 10 Uhr des nächsten Tages geschlafen.
Chrissi musste dann wieder runter und ich glaube, sie hatte wieder geschlossenen, jedenfalls durfte ich nicht zu ihr.
Ich hab ihr dann einen Brief geschrieben, und bin wieder in den Garten und habs ihr übers Fenster gegeben.

mir gehts scheisse, so richtig. Bei der nächsten Gelegenheit bring` ich mich um. Es tut mir so Leid, was gestern war. Ich will wieder zu dir ins Zimmer.Mit dir kann man so gut reden. Aber ich darf nicht mehr reden, sonst werde ich bestraft. *Klinikthera* sagt ich soll mir nicht immer die Schuld geben, dabei tuen sie es. Ich komme wahrscheinlich nach Haus, dann wird alles so sein wie vorher. Ich halt es nicht aus hier, ich will einfach nur sterben. Keinen interessiert es wies mir geht von Betreuern oder so. Ja natürlich hat es mir geholfen, dass du da warst.
Ich kann endgültig nicht mehr mitarbeiten. Sie schieben mich sowieso wieder ab. Mein Leben ist nix wert, dass zeigen sie mir.
Alle Betreuer hassen mich. Ich will einfach nur sterben.
Es tut mir Leid wegen gestern, ich habe solche Schuldgefühle.
Es tut mir Leid!
Danke Stella, aber ich schaff`es nichtmehr!

H.D.L
Chrissi
Du packst das!

Aber es war nicht immer so. Keine Ahnung warum, aber sie hatte eine zeitlang Aggressionen gegen mich.
Ich kann mich an eine Situation erinnern: Mittagessen.
Und wir haben feste Sitzplätze.
Zwar jetzt nicht mit Namen drauf, aber so inoffiziell halt. Als ich neu angekommen bin, hieß es gleich „Da sitzt da und der“ als ich mich irgendwo hinsetzen wollte. Wenn jemand gegangen ist und dafür ein neuer kam, hat der immer den Platz bekommen.
Am Wochenende gab es keine feste Frühstückszeit, halt nur „bis spätestens (keine Ahnung)“ und dann hat man sich halt zusammengesetzt, wer grad da war.
Und an einen Mittagessen hat Chrissi sich auf meinen Platz gesetzt, bzw. ihr Geschirr.
Ich hab das gar nicht so gecheckt und habs einfach um eins weitergeschoben, so dass sie neben mir saß und sie hat sich mega aufgeregt deswegen und ich so „Das ist mein Platz!“
Irgendjemand (weiß nicht, ob ein Betreuer, sie, oder jemand anderes) „Es gibt keine festen Plätze“
Und bei mir hat das so in der Zeit angefangen, dass ich es über alles gehasst habe „Plötzlich“ vor neue Tatsachen gestellt zu werden!
Ich war sauer – sie war sauer – perfekt.
Ich hab dann auch gemeint, sie hätte mich ja fragen können!
Wenn sie gefragt hätte „Darf ich auf deinem Platz sitzen“ hätte ich ja gesagt, weil es mir egal gewesen wäre. Aber dann so plötzlich diese „Tatsache“, ich sitz jetzt hier, hat mich überfordert. Das wird jetzt wohl kaum einer nachvollziehen können – ich kanns ja selber nicht erklären – aber ja.
Und am Anfang, als ich das weitergeschoben hab, hab ich ja echt gar nicht nachgedacht…
Egal, auf jeden Fall haben wir uns entweder sehr gut, oder sehr schlecht verstanden
Mit ihrer Art hat sie mich dann aber auch extrem wütend gemacht.
Ich hab mit den anderen geredet und die fanden das ganz genauso. Wir haben in der Stationskonferenz darüber geredet – ich hab eigentlich alles gesagt, und die nicht-schwangere Jenny hat mir zugestimmt. Eigentlich waren die beiden ein Herz und eine Seele.
Die Musiktherapeutin hat dann mal gesagt, wir (Chrissi, Marlene und ich) sollten sagen, was wir am anderen mögen, und irgendwie ging es dann langsam wieder.

Es gab auch Fitness, mit Geräten und so. Ich saß im Gemeinschaftsraum, als eine reinkam, Jaqueline, um die anderen abzuholen, und ich hab gefragt, ob ich mit darf.
Ich durfte.
Ich stand auf dem Laufband.
In dieser Zeit hatte ich rechts 2 ganz kleine feine weiße Narben, also Welten zu heute.
Sie glotzt drauf.
Rechts – links.
„Bist du Borderliner?“
Ich wusste überhaupt nicht, was das ist, hatte davon nie gehört.
Ich schüttelte den Kopf.
„Bist du Schnippler?“ (Ganz ehrlich, das sollten alle Leute grundsätzlich aus ihrem Vokabular streichen, das ist so ein beschissenes Wort… )
Ich nicke.
Und hatte dieses „HAB MICH LIEB!!!!!!!“
Es macht mich irgendwie wahnsinnig verletzlich…
Dann hab ich sie gehasst
Ja, das geht sehr schnell bei mir. Wenn mir jemand zu Nahe kommt idealisere ich ihn entweder, oder das Gegenteil.
Ich war ziemlich aggressiv, auch voll provokant. Als ich mich nach 2 Wochen geschnitten hab, bin ich extra mit Verband an ihr vorbei gelaufen.
Sie natürlich gleich etwas wie „Was? Schon wieder?? blaa“
Da hab ich sie dann genussvoll aus ganzem Herzen gehasst!
Die durfte mich dann auch nicht anfassen – ich hab mir da mal ein Pedalo geholt
sie „Soll ich dich festhalten?“
Ich „Nnnnnnnnnnneeeeiiiiiin, ich halt mich an der Wand fest“
Also soviel zum Thema idealisieren und entwerten.

Wir hatten da schwimmen, und eine 13 jährige von der Kinderstation, Lena, meinte, wenn ich mich schneiden würde, würde ich ewig dableiben müssen.

So ein anderer Typ – Jens, 14, meinte dann zu mir, dass mich alle anderen hassen würden, und ich hab das natürlich geglaubt. Ich war/ bin einfach mega unsicher!
Ich war mal mit Anna spazieren und sie hat sich ein bisschen über ihn lustig gemacht, das fand ich geil!

Marlene, eine Mitpatientin, wollte mir mal die Haare schneiden, aber sie durfte nicht, WEIL – jetzt kommts! – das unter selbst verletzendes Verhalten ging.
Soviel zum Thema Absurditäten in der Psychiatrie.

Ich hatte aber auch öfter Probleme mit Regeln, etc.
Unüberlegt war ich ja sowieso immer!
Jenny und ich – nachdem Sandra entlassen wurde haben wir uns halbwegs gut verstanden – fanden es witzig, den Betreuern einen Zettel zu schreiben, wo glaub ich etwas in der Art stand wie „Ihr seid scheiße“ (Jaa, ich weiss, rasend reif mit 16 Jahren und überhaupt nicht kindisch)
Die haben dann gemeint, wir dürften einen Tag nicht raus, und ich wollte eigentlich noch in meine Heimatstadt fahren!
Mir tat das dann echt total Leid, und ich war mal wieder genervt von mir selber.
Wie immer hinterher.
Zum Glück haben sie mich dann doch fahren lassen.

Ja, so ging das dann da weiter. Ich war 5 Wochen in der Klinikschule, bis ich darauf bestanden habe, in meine Heimatschule gehen zu dürfen.
In der Schule hat mich keiner irgendwie gefragt.

In der Klinik ging es auf und ab.
Vor allem auf, und zwar mit dem Gewicht!
Ich hab in diesen 3 Monaten 6 Kilo zugenommen, obwohl ich schon übergewichtig war.
Das war denen ziemlich egal, wenn ich gesagt hab, dass es mir deshalb schlecht gehen würde. Ich hatte nach wie vor meine Fressanfälle, nur durfte ich danach halt nicht kotzen gehen.
Wenn ichs trotzdem gemacht hätte, hätte ich ins Isolierzimmer gehen müssen (genannt „Time out Raum“ und eine Verhaltensanalyse schreiben. )
Meine Mum hat später mal zu mir gesagt, sie hat jede Woche bei den Besuchen gesehen, wie stark ich zugenommen hab.
Da gab es dann auch Zeiten, wo diesbezüglich nichts mehr ging!
Eine andere Jenny – nicht die schwangere – meinte mal zu mir, dass ich total viel esse, und schon total dick bin etc. Da gings mir entsprechend auch suboptimal!
Die sind dann in der Gruppe rausgegangen, nur ich und Tatjana, eine magersüchtige, waren noch da.
Als die wieder kamen, hat mich die Betreuerin, Arianne, gefragt, was los ist, aber ich wollt es nicht sagen, weil ich mich so geschämt habe!
Sie hat dann gesagt, ihr wäre aufgefallen, als die Gruppe weg war, bin ich runter gekommen, und als sie wiederkam wäre ich wieder gegangen, da hab ich das dann erzählt.
Sie meinte ziemlich hart, so im Sinne von, Jenny solle die Klappe halten und sich um sich kümmern!

Mit Maya hatte ich weiterhin Kontakt, wir telefonierten häufig und schrieben uns. Sie kam dann in eine Nachbehandlungs Klinik und eines Tages beim Mittagessen stand sie im Raum. Ich hab sie gar nicht erkannt, weil ich mir sehr schlecht Gesichter merken kann. Aber wir hatten die ganze Zeit Blickkontakt und dann wars auch klar.
Sie hat da scheiße gebaut, ich glaube, sie wollte sich einer Mitpatientin das Leben nehmen, aber da diese dann doch nicht wollte hat sie „nur“ einem Betreuer Bescheid gesagt, und kam wieder in die KJP.
Wir sind nur zusammen gehangen – nur eine, Julia hat sich voll an Maya gehängt.
Ich war extrem eifersüchtig – weil ich zu der Zeit wieder in meiner Heimatschule war und erst um 14 Uhr kam. Und diese Julia war dann mit Maya zusammen.
Maya hat mir erzählt, die würde voll über mich lästern, wie scheiße ich sei, und ich war dann verletzt, weil sich Maya mit ihr abgegeben hat.
Ich dachte, ICH hätte Maya in dem Fall verteidigt. Und Maya meinte „nur“, dass sie mich mag.
Jaja, Eifersucht!
Die meinte aber auch, dass ich doch keine Bulimikerin sei, weil ich würde ja nur fressen würde und außerdem wäre ich fett, und Bulimiker wären schlank.
GOTT, hat mich das fertig gemacht. Es ist dann wieder auf svv hinausgelaufen.
In der Zeit, als ich entlassen wurde, haben 2 Therapeutinnen (insgesamt war noch ein Mann da) echt zu jedem von uns gesagt, wir sollten in diese Nachsorge Klinik, wo Maya ja auch war. Da würden Jugendliche mit Betreuern leben und hätten auch Therapie. Weil wir so krank wären, dass die KJP eine Weiterbehandlung für ratsam hält.
Ich danke meiner Mutter bis heute, dass sie gesagt hat, dass ich da auf keinen Fall hinkomme. Ich wäre da hingegangen, wenn sie nichts gesagt hätte.
Chrissi ist da hin.
Nachdem ich entlassen wurde habe ich sie da sehr oft angerufen. Aber es ging ihr nicht gut. Irgendwann hat sie sich den Hals aufgeschnitten, und kam wieder in die KJP. Am Telefon hat sie hat mir erzählt, der Oberarzt hätte sie in der Oberarztvisite angeblafft, von wegen, sie solle sich doch mal richtig umbringen, und dass Patienten wie sie dem Ruf der Klinik schaden!
Ich hatte eine wahnsinns Wut auf diesen Mann, zumal ja beim ersten Suizidversuch von ihr echt nicht mehr viel gefehlt hätte.
Zweifel hatte ich keinen Augenblick – mir waren Horrorgeschichten dieser Art über ihn schon von anderen zu Ohren gekommen.
Christina war echt fertig. Ich hatte das Gefühl, sie bald zu verlieren..
Aber irgendwie hat sie dann doch die Kurve gekriegt. Wir hatten dann, auch als sie wieder daheim war, ziemlich lange übers Internet geschrieben und auch telefoniert.

Advertisements

Meine Seelen

8. Oktober 2013

Meine Güte – diese Achterbahnfahrt ist krass!
Mal wieder.
Seit dem Mittag schwebe ich mal wieder auf einer rosa Glückswolke, joa.
Haben Englisch geschrieben. War lustig :uglylaugh:
Obwohl die Tante mir derart auf den Senkel geht :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
Verena ist ja super in Sprachen und wir sollten ein Blatt ausfüllen, Grammaaaaaaaaar. Wir waren schnell fertig und ich habs sie lesen lassen, obs richtig ist – Madame kommt auf mich zugeschossen und hält mir einen Vortrag, dass ich Verena nicht abschreiben lassen soll, weil Verena dann nichts lernt.
Ich meinte, wir wären beide fertig und vergleichen nur.
Ja trotzdem, Verena lernt nichts durchs abschreiben.
Ich Wir sind BEIDE FERTIG, außerdem ist Verena diejenige die es kann.
Aaaaaaaaach sooooooooo
:rolleyes: :meise:
Dann sollten wir eigentlich von 6 bis halb 8 schreiben, in einem großen Raum. Ich wusste aber, dass der die ersten 3 Stunden belegt ist und habs ihr auch gesagt, sie sagt, sie wartet, dann schreiben wir halt von halb 8 bis 9 im Raum.
Ich „DER IST BIS VIERTEL NACH 8 BELEGT!!!“
Was macht sie?
Sie macht 2 Stunden Unterricht mit uns und stellt dann – Oh Wunder – fest, dass ihr Superplan nicht hinhaut weil „die ja immer noch nicht fertig sind“
:rolleyes: :meise:
Ende: Wir schreiben 2 Stunden im Klassenzimmer und ich verpass den Zug.

Dann sollten wir 100 Wörter zum Thema schreiben, warum Gott den Leuten, die den Turm von Babel bauen wollten, die Kommunikation versaut hat.
Ich, als komplett christlich Gebildete, kannte die Story natürlich (wenn nicht wärste ja auch wieder gearscht) und hab da etwa 50 Wörter zu Papier gebracht über Gott, der von der Distanzlosigkeit angepisst war und kein Bock auf Menschen im Himmel hatte.
Toll, fehlten 50.
Ich bin komplett in die Gotteslästerung verfallen und meinte, ich wüsste jetzt endlich, warum keiner Gott beschreiben und malen darf – Gott ist nämlich eine Frau, und hat Komplexe wegen ihren Falten.
Darum hatte sie auch kein Bock darauf, dass die Babiloner sie sehen.
110 Wörter. Amen.
Und wenn die Alte so christlich ist, wie ich vermute, bin ich spätestens jetzt komplett unten durch bei ihr.
In dem Sinne – Amen :rel: :angel:

Sonst ist mein Göttervater wieder da :head:
Er: „Stella, ich hab ja jetzt 3 Wochen Urlaub, das heißt ich werd jetzt hier faullenzen und du musst alles machen“
:uglylaugh: :uglylaugh: :uglylaugh: :uglylaugh: :uglylaugh: :uglylaugh:

Dann hatte ich heute Morgen Thera, und ich liebe sie :)
Ich hab ihr von meinem katastrophalen WE erzählt. Und sie hat mich sooo gelobt, dass ich nichts gemacht habe, das tat so gut :herz:

Am Freitag ist Papa ja gegangen und ich stand den ganzen Tag neben mir und bin ihm so abartig auf die Nerven gegangen.
Weil ich so voller Not war, mich nicht gespürt habe, einfach null Kontrolle über mich.
Als dann der Gedanke aufkam „Du darfst nicht gehen, sonst bring ich mich um“ passierte ein switch.
Der lässt sich so übertragen: Ich dachte, Stella jetzt reichts! Hab diesem Anteil eins aufs Maul gegeben, gefesselt, geknebelt und eingesperrt, und mich dann ruhig und sachlich, angemessen verabschiedet.
Dann kam die zu erwartende Explosion.
Früher habe ich diese Anteile auch immer mit brachialer Gewalt unterdrückt, das konnte man sehen, die Schnitte, aber heute fand es innerlich statt und es zerreißt mehr, als die äußere Gewaltanwendung.
Es ist schmerzhafter.. Wohl auch, weil dieser Gewaltschmerz gefehlt hat, das hat die innere Explosion noch gefördert.
Ich saß hier und hab gezittert und Panik gehabt. Telefoniert (LASS mich doch schneiden! BITTE, nur HEUTE – sie hat gelacht und ich auch)
Dann saß ich vor der Glotze und sah vor mir, wie ich meinen Körper verletze.
Ich dachte „Ich tu es“ Mehr nicht.
Ich konnte nicht denken, nur dieser stumpfe Tunnelblick.
Ich ging ins Bett, stellte den Wecker auf 6.
Wurde geweckt und dachte „Ich bleib im Bett, ich schreib Geschichte nicht, ist mir egal, ich lass mir ein Attest geben“
Dachte „Ich bleib im Bett, schwänze die ersten 2 Stunden, geh zur Arbeit und dann schwänz ich die letzten 2 Stunden.“
Ich ging in die ersten 2 Stunden. Stand am Bahnhof und dachte „Als ich ich das letzte Mal so schlimm gefühlt habe, war ich 17 und hatte meinen letzten Suizidversuch.
Ich schrieb die Arbeit. Versuchte es jedenfalls und schrieb nebenher einen Brief.
Ich dachte, jetzt geh ich heim. Nein, ich intoxikier mich. Nein, ich sollte in die Akutklinik.
Der alte Kampf: Der Anspruch, nicht ohne eine Verletzung Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Verena gab mir die Telefonnummer und ich rief hier in der Klinik an. Ich solle vorbei kommen.
Switch
„Stella, du bist eine verdammt beschissene dumme Scheißschlampe – was zur Hölle geht bei dir schon wieder ab, haste den Arsch offen!?“ + [einige Details unter der Gürtellinie]
Ich dissoziierte nicht mehr und verachtete mich nur noch. Trotzdem fühlte ich mich dafür nicht mehr hilflos, ohnmächtig und ausgeliefert, also eher positiv – dafür war die Spannung unter der Decke.
Die Schule war aus und ich lief zu Zug.
An drei Apotheken vorbei.
„Stella, geh in die Apotheke“
Ich ging vorbei.
Drei Mal und immer wurde ich wütender, bzw. der Teil der wollte, dass ich mich jetzt endlich vergifte und halbtot ins Krankenhaus käme.
Nichts sehen, nichts hören, nichts denken – ich schob einen monstermäßigen Essanfall, voller Hass und Wut.
Dann war ich hier. Um 15 Uhr und schlief bis 21 Uhr.
Telefonierte bis 22 Uhr mit Papa, der sich sorgte und schlief bis Sonntag 13 Uhr.
Es war besser.
Ich verbrachte den Tag im Bett und laß und schlief.
Heute ist es wieder gut.

Ich sagte der Thera, schon mit 18 habe eine Thera zur Aufnahme geschrieben „Wen ihr Vater sie verlasse, fühle sie sich, als würde er sterben“ und heute hat sich kaum etwas geändert.
Wenn er geht ist es so, als wüsste ich, dass er hingerichtet wird – sooo extrem schlimm ist das für mich.
Bin da wohl irgendwo in der Kindergartenzeit hängen geblieben. Wobei ich im Kindergarten nie Probleme hatte, abgegeben zu werden, diese Panik und Verlustangst kam erst später und seit dem häng ich da drin.
Bei meiner Mutter genauso…
unlustig.

Die Thera will mich bis zum Abi behalten und möglichst noch das erste Studienjahr :head: :head: :head:
Wer weiß, wo ich lande, aber es gibt mir viel, zu wissen: Diese Frau bleibt die nächsten 3 Jahre meine feste Konstante :)


Miss konstruktiv

14. März 2013

Schaut mal, wie es an meiner Schule grad aussieht ;)
Yeah, nur noch 3 Jahre :D
Sehr cool: Selbst Julian hats geschafft ^^
Bild

Bild
Bild
Bild

Wickie!!! =)
Bild

Uuuund weils grad so schön ist und ich angeben will :uglylaugh:
Bild

Gefällt mir ;)
Außer der drei, weil ich eigentlich ne 2 hätte haben können, ich aber 2 Aufgaben übersehen habe O.o

Ich bin grad wieder gut drauf :)
Gestern hatten wir Geschichte, es war furchtbar langweilig und ich hatte nebenher n Essanfall.
Ja, das geht :uglylaugh:
Dann war Spanisch und wir sollten an der Tafel Verben konjugieren und ich KONNTE DAS. Und ich durfte sogar alles anschreiben, weil außer mir keiner kindliches Vergnügen beim „an einer elektronischen Tafel schreiben“ hat :roflmao:
Das ist echt cool ^^
Damit war meine Stimmung wieder gerettet und sie wurde zusätzlich gepuscht durch die Tatsache, dass wir Spanisch erst nach den Ferien schreiben :)
Dann hab ich noch mit einer aus facebook telefoniert, die ich nur online kenne, aber wir haben die selbe Freundin. Jedenfalls ist sie riiichtig cool und heute telen wir wieder :)

Abendliche Essanfälle sind nicht grad toll. Also versuche ich jetzt, wieder etwas achtsamer mit dem ganzen umzugehen. Als ich hergezogen bin, hab ich schon gemerkt, dass es zunimmt, wegen sv alternative.
Das aufzuschreiben, wahrzunehmen hat da schon geholfen :)
Das hoffe ich jetzt wieder. Nachdem einen Essanfall bin ich mal wieder auf die überaus geniale Idee gekommen, einfach nichts mehr einzukaufen. Vorgestern hat das auch geklappt, da hab ich Papa Essen aufgetaut und sonst Pulverzeugs getrunken. Voll gesund und so.
Gestern wieder, aber dann hatte ich wieder einen totalen! Essanfall, mit vorher einkaufen und so.
Ich dachte, ich wage mal wieder vooorsichtig einen Abnehmversuch, aber ich lass es. Da startet sofort wieder dieses negative Gedankenkreisen, Vorwürfe, Wut und innerlich dieses „ICH BIN ZU VIEL, DARUM MUSS ICH WENIGER WERDEN“ von früher.
Ich renne seit über einem Jahr mit ca 15 kilo übergewicht rum, aber so what!?
Es sieht auch nicht zuuu schlimm aus, es ist es nicht wert, dass ich deswegen wieder voll in die Essstörungssymptomatik reinrutsche, danke, 14 Jahre reichen mir.
Gestern Abend hab ich dann natürlich noch Abnehmtabletten bestellt. Heute morgen hab ich mich drüber aufgeregt und das ganze zum Glück noch telefonisch stornieren können :p
Ich mein, ich setz doch nicht meinen Coffeintabletten Konsum runter um dann anderen Mist zu schlucken. Coffeintabletten, damit ich 5 Kalorien mehr verbrenne pro Tag, inklusive verstärkter Anspannung und Dissoziation ist iiiirgendwie nicht das Wahre.
Und diese anderen Tabletten sind auch scheiße, ich glaub, ich hab für diesen Mist schon an die 150 Euro aus dem Fenster geschmissen Oo
Uncool!
Ich find meine Figur okay. Ich kann sie annehmen. Als ich hergezogen bin, hab ich immer weggeschaut, wenn ich nach dem duschen am Spiegel vorbei musste, aber jetzt nicht mehr.
Da kann ich hinschauen und sagen *misstrauisch äug* Paaaasst schon.
Ja, das geht auch mit Übergewicht ^^
Früher war ich eher der Meinung, wenn ich aufhöre, essgestört zu sein, und übergewichtig bin, war ja alles umsonst.
Ähm: Stimmt ;)
Nur heute sage ich es mit einer anderen Perspektive.
Außerdem creme ich fleißig, weil ich Dehnungsstreifen habe. Und die salbe ist echt gut.
Und die Narben, an den Armen, schmier ich auch ein. Die ist klasse, die Salbe :)
Langfristig möchte ich schon wieder so 10,15 kilo abnehmen, weil ich das einfach ästhetischer finde, aber nicht mit Gewalt!

Ja, der Schnee ist am tauen, also schreiben wir die Arbeit  :)
So zwischen 18 und 19.30 Uhr. Wegen der Schule hab ich mir vorgenommen, dass mir die Noten jetzt bis zur 12. scheiß egal sind!
Weil ich einerseits diesen OH MEIN GOTT, ICH MUSS SEHR GUT SEIN Druck habe, das aber nur negativ ist!
Mit der scheiß egal Einstellung fahre ich also im Durchschnitt auf dem goldenen Mittelweg und das ist voll gut :)


Last 7 days

27. September 2012

Vor einer Woche kippte es.
Das Verhältnis zwischen Bina und mir. Bina ist Mitte 40 und meine Vermieterin. Sie lebt mit ihrer 4. Tochter Katja in der WG, zusammen mit mir und einem Studenten, der vorige Woche ausgezogen ist.
Katja wurde letzten Donnerstag 12.

Die Arbeit stresste mich und als ich heim komme, machen sich Bine und Katja gerade auf den Weg um Essen zu gehen.
Als sie weg sind beginnt die Dissoziation.
Warum – ich weiss es nicht.
Die Erschöpfung des ganzen Tages brach über mich herein.
Ich hatte HUNGER.

In der Küche stehen Nudeln. Bines Nudeln. Ich darf nicht kämpft gegen „Bine geht Essen, sie wird die Nudeln morgen eh nicht mehr essen.
Ich esse und fühle mich abgestumpft.
Hinterher kommt die Scham.

Freitag morgens wache ich auf und weiss erstmal gar nicht, weshalb es mir so schlecht geht.
Richtig – der Essanfall.
Geknickt stehe ich auf. „Stella!“
Bine steht auf.
„Ich bin stinksauer auf Dich! Ich hab so einen Hals! Sei froh, dass Du am WE zu Deiner Mutter gehst, ich will Dich nicht mehr sehen! Du hast ein Zimmer gemietet und kein all-inclusiv Hotel!
Du hättest mich fragen können!!! Dreister gehts nicht, ich hab auch schonmal Leute raus geschmissen!
Du hast einen riesen großen Fehler gemacht!“
Ich hatte eigentlich vor, am WE in der Stadt zu bleiben und auszuruhen.
Auch die Fahrerei ist anstrengend am WE und ich wünsche mir Ruhe, Entspannung.
Außerdem habe ich mich mit Elena verabredet, der Klassenkameradin.
„Ich wollte am WE eigentlich hier bleiben“ melde ich zaghaft an.
„Warum!?“
Ich muss lügen, ich will nicht nach Hause!
„Meine Mum ist nicht da…“

Ich gehe arbeiten.
Betäubt vor Scham und Schuld.
Nachmittags kaufe ich eine Sonnenblume und lege sie ihr hin.
Sie telefoniert gerade.
Ich ziehe mich zurück.

Samstag.
„Stella!? Zeig mir mal Dein Duschgel“
„Ich hab keins, ich benutz nur das Shampoo“
Sie glaubt mir nicht und denkt, ich benutze ihres.

Möchte Wäsche waschen. Am Anfang hat sie gesagt, ich dürfte die Maschine mitnutzen.
Suche mein Waschmittel und frage auch Katja, weil ich es in dem Schrank nicht finde, wo ich meinte, es beim Einzug hingestellt zu haben.
Wasche schließlich mit Haarshampoo.
„STELLA! Ich hab Dir gesagt, Du sollst mit mir zusammen waschen, Du kennst die Maschine nicht, Du hast es falsch gemacht. Und warum suchst Du MEIN WWaschmittel!? Katja lügt mich nicht an!“
Ich bin nur müde. Sagenhaft müde und leer.
Sie erinnert sich nicht daran, dass ich ein Waschmittel mitgebracht habe.
„Du ziehst auf Oktober aus!“

Später „Okay, Oktober ist knapp, November“

Dissoziiere ständig. leere, Apathie.
Elena hat das Treffen abgesagt.
Bine rastet aus und hört nicht auf zu schreien. „Du hast mein Waschmittel genommen“
Es nützt nichts, sie glaubt mir nicht.
Ich stehe stocksteif da, während sie mich anschreit und nicht mehr aufhört.
Möchte weglaufen, aber wenn ich weglaufe, setzt sie mich vielleicht sofort vor die Tür?
Also bleibe ich.
Weine und jede Silbe ihres Schreiens dringt mit der Intensität eines Messerstichs in mich ein.
Weine, weine, weine, hyperventiliere.
„Und jetzt kriegst Du ne Panikattacke! Das hatte ich auch 7 Jahre lang. Aber ich hab des Gefühl, mit Dir mal Tachelles reden zu müssen, Mädchen. DU BIST HIER NICHT ZUHAUSE“
Ich gehe.
Versuche, mich abzulenken, kann nicht aufhören zu weinen und zu hyperventilieren, möchte RAUS, weiss nicht wohin, schäme mich vor Katja, sie soll es nicht mitbekommen.
Simse 3 Leuten, bitte sie, mich aus der Wohnung zu holen. Panik zu haben.
2 können nicht.

Mein Kopf setzt aus.
Tabletten.
Schlucke, schlucke. Gehe raus.
Leise, leise.
Fahre mit der Straßenbahn.
Bekomme Angst und rufe den Rettungsdienst.
Begreife nicht. „Was ist passiert?“ Wieder fange ich an zu weinen und kann nicht aufhören.
Bekomme einen Zugang und Infusion. Im Krankenhaus darf ich noch laufen. Zur Toilette.
Eine Schwester begleitet mich vorsichtshalber und stützt mich. „Und was führt Sie zu uns?“
Sie weiss es wirklich nicht. „Tablettenvergiftung“ sage ich verlegen.
Ich lege mich auf eine Liege. Weine wieder verzweifelt.
Nicht nur wegen Bine, auch, weil ich 9 Monate intoxikationsfrei war.

Eine Pflegerin fällt mir auf.
Sie war auch früher schon in der alten Aufnahme und hat Luisa und mich nie angesehen, nie.
Auch, wenn sie sich um eine von uns kümmern musste. Kein Blick, kein Wort.
Ich bekomme einen Zugang und NaCl mit Kalium, da der Wert schlecht ist.
Das Licht ist wahnsinnig grell und schlafen scheint unmöglich.
„Darf ich gehen?“ bitte ich eine Schwester. Ich bin ja soweit okay finde ich. Psychiatrie ist besser als Notaufnahme, da kann ich wenigstens schlafen!
Ich darf nicht.
Gegen Mitternacht kommt eine Schwester auf mich zu „Ihr Freund ist am Telefon“
Ich „Ich hab keinen Freund. Wobei…“
Michael fällt mir ein. Ihm hatte ich, neben 2 anderen, die Hilfe SMS geschickt. Die Schwester fragt nach – er ist es.
Er käme noch vorbei. Es ist 0:30 Uhr!
Er kommt. Sagt, er hätte 2 Stunden vesucht, mich anzurufen „Und als Du nicht dran gingst hab ich Lunte gerochen und Dich bei der KriPo als Vermisst gemeldet. Hab gesagt, dass Du schon in der Psych warst“ (Er übrigens auch. Und Mira, seine Freundin, auch.)
Es haut mich irgendwie um.
Alles.
Der Rückfall, der Streit und er lässt mich suchen.
Die Polizistin hätte ihm gesagt, ich sei in der Notaufnahme.
„Wenn Deine Vermieterin so scheiße ist, zieh doch bei Mira ein. Bis in nem Monat ist sie eh in der Klinik und wenn Du bis dahin nichts hast, wohnt ihr halt zu zweit“
Er entschuldigt sich, dass er nicht schneller reagieren konnte, er war baden.
„Sonst wär ich gekommen. Hab keine Angst, wir lassen Dich nicht allein“
Freunde. :herz:

Michael geht schließlich, nicht ohne zu versprechen, am Tag nochmal zu kommen.
Das tut er dann auch und bringt mir Miras Schlüssel mit.
„Darf ich gehen?“ frage ich am Sonntag morgen. „Ich muss morgen wieder arbeiten“
36 Stunden heißt es.
Körperlich ging es mir so furchtbar, wie bisher nur einmal.
Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Kälteschauer und die wahnsinnige innere Unruhe. Mir ist entsetzlich übel, ich bekomme einiges gespritzt, bis wir es mit Essen versuchen mit Erfolg.

„Hallooo, ich bin die Nachmittagsärztin“ stellt sich mir eine Frau vor.
„Ich hab vorhin schon mal reingeschaut, aber Sie haben sich grad mit der Schwester unterhalten, da wollte ich nicht stören“
Sie legt mir einen neuen Zugang, weil der alte zu ist. Sie hat sich beim Blutabnehmen verstochen und sich entschuldigt, aber ich find das nie schlimm.
„Aua“ hat sie gesagt und auf die Narben gezeigt.
Ich „Ja, aber ich habs ganz lange nicht mehr gemacht“

Später hab mal was zu ihr gesagt, was sie nicht verstanden hat. Dann hat sie die Hand ans Ohr gehalten, ist seitwärts zu mir galopiert und hat sich dabei den Rücken angehauen am Schrank.
Später hat sie noch gestikuliert, dass ihr Rücken weh tut, aber irgendwie so ganz süß, mit verzerrtem Gesicht, als wollte sie mich zum lachen bringen. 🙂
Gegen 2 Uhr ist sie dann gegangen. Nachts. Und hat sich von mir verabschiedet. :herz:
Dass ich ganz lieb bin und lieb zu mir sein soll.
Die war so süß und toll und……………
Ich hab mal wieder mein Herz verloren…

Nach 16 Stunden wird mein Zustand immer besser.
Tabletten verlängern das Elend, sie beenden es nicht!
Eine Schwester läuft abends mit mir. Sie sind sehr lieb, alle.

Ich rufe montags in der Arbeit an. „Krankenhaus, Gehirnerschütterung“
Ganz ungewöhnlich – der ältere Arzt ist schon da! Und fragt mich aus. Ich versuche, ihn soweit es die Höflichkeit gebietet abzuwürgen und habe das Gefühl, dass es passt.
2 Tage. Die Krankmeldung wirft Michael noch am Sonntag ein.

Ich werde entlassen und in die psychiatrische Ambulanz geschickt, wo mir grünes Licht für gehen gegeben wird.
Ich habe Glück und die Vermieterin ist nicht da, als ich gegen halb 3 alle Sachen hole und komme in Miras Wohnung.
Meine Mum hat mit der Vermieterin gesprochen, die sah das am Samstag eher als reinigendes Gewitter.
Am Sonntag zieh ich zurück.
Ich habe große zwischen-menschliche Probleme. Da hift nur üben!
Furchtbar unangenehm, aber da muss ich durch. :schreck:
Weil man muss lernen, auch mal angemotzt zu werden, egal wegen was, und nicht gleich so in Panik zu geraten, das möcht ich mir „abgewöhnen“.
Die Welt geht nach einem Streit NICHT unter.

Gestern hatte ich wieder Schule!
In Medizin haben wir mit dem :herz: angefangen.
Ich liebe es! Noch mehr, weil die Ärztin das so gut rüber bringt, man kann es sich einfach merken!
Sie lacht ständig und macht einen Hampelmann für uns, damit wir uns systole und diastole merken können.
Dann sollte ich mich vor die Klasse stellen und am Modell ein paar Sachen zeigen und ich hatte gar keine Angst!
Früher htte ich immer Angst vor der Klasse zu stehen, weil ich Angst hatte, und eh das Gefühl hatte, nicht gemocht zu werden.
Das ist jetzt gar nicht so!
In der Pause ist Lamya heim gegangen. Früher hab ich ja so an Elena gehangen. Weil es komisch gewesen wäre, mich einfach zu den Anderen zu setzen/stellen und heute hab ich es mich getraut und es hat sich schön und normal angefühlt.

__
Zustand nach vorhin: 😉

Ich fühle mich fuuuuuuuuurchtbaaaaaaaaar schlecht :heul:
So alleine.
Keine Mama da, oder… ein Freund.
Die Arbeit heute war schön, aber mittags schwierig. Grund: Tödliche Langeweile!
Langeweile ist schwer zu ertragen. Dann hatte ich mittags n Essanfall.
Scham.
Langeweile, sich-getrieben fühlen, zusammen-reißen – da ich anfange, meinen Mitmenschen auf die Nerven zu gehen, wenn ich mich langweile.
Es dann endlich geschafft – Tag rum.
Wollte Bettwäsche kaufen und mit Karte zahlen. Bloß kein Bargeld haben, begünstigt Essanfälle.
Laden zu, Pizzeria, Eis.
Furchtbar viel gegessen und jetzt gehts mir hundeelend.
Vermisse die Ärztin. Aus der Schule und dem Krankenhaus :heul:
Warum hänge ich immer an denen, die Welten entfernt sind?
Sehe auf facebook ein Bild mit einem Songtext von Nordfront:

Zitat:
Als perverses Schwein wurdest du geboren,
in diesem Leben hast du verloren,
drum fordern wir für alle Länder:
Todesstrafe für Kinderschänder!
Für eure Taten sollt ihr büßen,
ihr sollt euer Leben nie wieder genießen,
die Erfahrung zeigt, dass Therapien nichts nützen,
nur euer Tod kann Kinder schützen!

Darunter x Kommentare „Lebendig verbrennen“ uvm.
Das löst ANGST in mir aus, ein Wimmern, vor hilflosigkeit. Mich ängstigt, dass diese Menschen nicht begreifen…
Ich steiger mich rein, obwohl ich versuche, mich davon zu distanzieren: Es ist alles gut, wir leben in einem vernünftigen Land, diese Leute haben NICHT das sagen!

Ich wünsche mir die Intox, das Krankenhaus, die Ärztin.
Okay. Ich kann diesen Wunsch SEHEN, ich nehme in WAHR, es ist OKAY.
Dieser Wunsch wird noch eine Weile stark bleiben, weil ich erst vor 5 Tagen den Rückfall hatte.
Aber er wird schwächer, je länger ich es ohne schaffe! *Gebetsmühle an*

____________

Aktuell: Schreibflashs sind schön. Ich muss jetzt und die nächste Zeit noch stärker aufpassen, weil ich mich jetzt rückfall-gefährdeter fühle als noch vor dem Rückfall.
Also: Immer schön aufpassen…

Gute Nacht ihr.