Heute 18 Uhr

5. November 2012

Mail von gerade eben:

Liebe Nina,

ich hoffe, Du hast die Nachricht wegen Freitag / heute noch bekommen.
Meine Mutter und ich haben uns noch ein paar Stichpunkte wegen heute gemacht.
Ein Punkt ist, dass die Probezeit von Anfang an auf 4 Monate festgelegt war und man doch versuchen sollte, das auch durchzuziehen. Etwas gravierendes ist ja nicht passiert, außer, dass mein Chef (wie es sich für mich angehört hat) ein unsicheres Gefühl bei mir hat.
Ulli hat mir gesagt, dass ich nach 6 Wochenn quasi den Überblick über die Praxis mit allen Räumen haben muss und die Pat. Namen kennen muss. Klar, das ist etwas unrealistisch.
Daraufhin habe ich angefangen, mir eine Tabelle anzulegen mit Pat. Namen und in welchem Raum sie gerade sind und das habe ich 2 Tage lang gemacht und finde, dass es plötzlich von ganz allein viel besser geworden ist, sogar ohne aufschreiben.
Soll heißen – Es ist mir wichtig, was die Anforderungen sind und ich versuche, da auch aktiv was dafür zu tun, dass sie zufrieden sind.

Dann wäre noch ein Punkt, dass „alle“ sagen, selbst Ausgelernte brauchen ein 3/4 – 1 Jahr, um einen Betrieb richtig kennen zu lernen. Ich bin Azubi, mit einer 3 einhalb Tage Woche.
= realistische Vorstellungen, was man kann und was Zeit braucht.
Gut wäre ein Ausbildungsplan, der objektiv und überprüfbar ist.
Beispiel: Auf meinen Wunsch hin war ich vor 2 Wochen einmal beim EKG schreiben dabei, seither nicht mehr. (Zitat „Aber Du sagst nichts! Und Du fragst auch nichts!“ bevor sie mich mitnahm – das ganze lief von unserer und Pat. Seite vollkommen wortlos ab (!?) )

Dann was denn schon gut läuft: Pat. Kontakt, auf einen 9 Monate alten Jungen aufpassen, während die Sono gemacht wird. Ich mache die Arbeit weiter und bespaße den kleinen gute 10 Minuten lang, der laut Mutter eigentlich ziemlich fremdelt – bei mir nicht, und meine Arbeit vernachlässige ich darüber auch nicht.

Je nach „Klima“, Ulli schürt die starke Unsicherheit. Jetzt nicht mehr, aber auch erst seit Kurzem (Dickes Fell) indem sie zu 90% persönlich (verletzend) kritisiert (Andauernd, dass ich einen verwirrten Kopf hätte, wie absurd mein Gedankengang ist etc) Ständig vorhaltungen über banalste Dinge und Vorschläge, wo ich arbeiten soll „Geh doch ins Gesundheitsamt – DA machen die sowas“
Einfach unnötig. Nie Lob und andauernd muss ich mich rechtfertigen auf Dinge wie „Dir sind die Pat. egal – Nimmst Du das hier eigentlich ernst???“
Das ist stressig und dennnoch bleibe ich ihr gegenüber IMMER höflich! (Wundert mich selber ;-) Aber es geht!)

Dass ich immer pünktlich und ehrlich bin, mich die Pat mögen und mir die Arbeit (trotz Ulli!) so viel Spaß macht. Dass ich meine, ein gutes Verhältnis zu beiden Chefs zu haben.
Das ist wichtig.

So, ich wünsche Dir einen schönen Tag und hoffe, wir sehen uns um 18 Uhr.
Falls etwas ist, ich habe zwischen halb 2 und 3 Pause.

Alles Liebe,
Stella


Wie überlebe ich in der Arbeitswelt

29. Oktober 2012

Samstag, 27.10.2012
Wir befinden uns in heimatlichen Gefilden im trauten Kreis der Familie (= Mama und Stella ^^) und lassen uns Lebensweisheiten einer knapp 50 Jahre alten Dame vermitteln.
„Stella – an andere denken ist ja schön und gut. Aber in der Arbeitswelt und beim Chef vergisst Du das am Besten mal komplett!“

Es geht mal wieder um das bevorstehende Gespräch bezüglich der Ausbildung/Probezeit.
„DU willst eigentlich da bleiben, also bleib bei Dir und hör auf, den Leuten entgegen zu kommen, wenn sie nicht Deine Interessen vertreten.
Ich kenn Dich, und ich war 30 Jahre lang genauso – das kannst Du Dir echt ersparen.“
Ich muss lachen – meine Mutter hat mal wieder absolut ins Schwarze getroffen.
Ich würde es ohne weiteres bringen, in so einem Gespräch zu sagen „Ja, ich weiss ja schon, dass Sie nach Ulli jemanden brauchen, der den Überblick behält und den Laden genauso schmeißt, aber Sie haben Recht – das kann ich nicht. Also suchen Sie sich am besten jemand Neuen, ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Suche!“
:uglylaugh:
„Wir Frauen sind da sowieso viiiel zu schnell – wir verstehen dem Anderen seinen Standpunkt und mit dem Verständnis vertreten wir seine Meinung, aber Stella!!! Es geht um DICH!
DU willst die Ausbildung da machen, da brauchst Du ihm nicht noch mit solchen Aussagen in die Hände zu spielen.
Wenn er Dich lowerden will, soll er zusehen, wie er Dich losbringt!“

Mein Plan: Darauf drängen, die Probezeit auf jeden Fall noch abzuwarten (= + 2 Monate = + 2 gesicherte Einkommen.)
Alle 2 oder 4 Wochen ein Zwischenstand, wie es aussieht.
„Stella, Du lässt Dich auf nichts ein!
Nichts mit ´Wir könnten die Probezeit verlängern` – das kommt erst im Dezember!“

Leute – ich bin nervös :zitter: -.-


Die Sache mit dem Überblick

20. Oktober 2012

Seit gestern schreibe ich mir ALLE Namen auf, die da sind. Dann kreuze ich Wartezimmer, Labor, EKG Raum, Arztzimmer 1 und 2 an. Wenn sie gehen, streiche ich sie durch.
Grund: Ich kann den Überblick nicht behalten.
Null.
Wenn ich einen Patienten annehme, und zwei neue kommen, habe ich den ersten wieder vergessen.
Ulli (die Anleiterin) glaubt nicht, dass ich das in den Griff bekommen kann, aber bekannterweise macht Not erfinderisch.
Unsere Pat sind fast alle über 60 – Landarztpraxis halt.
Die sehen alle gleich aus, mit ihren grauen Haaren Ich schreibe noch Merkmale dazu.
Jung, gestreiftes Hemd oder so.
Hab zum Glück viel Phantasie. Wenn wir zum Beispiel eine Frau Meiser haben, stell ich mir den Vogel im Maisfeld vor. Oder ich werde anfangen, zu kategoriersieren.
Jung, Krücken, Brille, sowas.
Blöd darf man sein, man muss sich bloß zu helfen wissen, gell 😉 Ulli ist natürlich nicht überzeugt, aber egal. Sie sagt, sie glaubt, dass mir Vorraussetzungen für den Job fehlen, die man nicht lernen kann. Und sie meint, alle Azubis konnten das bisher schnell überblicken. Ich frag sie mal, wie viele Pat. schätzungsweise seit September durch gelaufen sind. Wenn der Chef abbrechen sollte, bin ich in ner ziemlich miesen Lage – selbst aus dem vorherigen Betrieb gegangen und nun am 2. schewitern.
Nun schaue ich still, leise und heimlich nach anderen Praxen. Es gibt sogar ein paar, die Azubis suchen.

Die Probezeit geht bis Ende Dezember. Ich glaube, sie wollen einen Azubi, der später den Laden auch allein schmeißen kann. Ulli ist schon über 60, von daher könnte ich mir schon vorstellen, dass die auch in diese Richtung denken.
Sie hat gefühlsmäßig 100 Überstunden im Monat…
Das möchte ich nicht. Vielleicht zweifeln die Ärzte deswegen so sehr, ob ich die Lehre da machen kann.


1/4 der Probezeit

29. September 2012

Gestern hab ich den Chef gefragt, wie sein Eindruck ist, so nach 4 Wochen.
Er meinte, nach 4 Wochen könne man noch nicht so viel sagen. Aber ich hab dennoch ein super tolles Feedback bezogen auf den Patienten-Kontakt bekommen: Dass man merken würde, dass ich dafür ein Händchen hätte und eine soziale Ader.
Immer im Kontakt, immer am lächeln.
Das hat mich natürlich wahnsinnig gefreut!
Weil es mir ja Spaß macht. Und ich ja diese zwischenmenschlichen Ängste habe. :)