durchtrieben oder nicht?

4. September 2013

„Was hast du da eigentlich alles für Narben?“ fragt Marina, die Krankenschwester in der Psychiatrie ist.
„Selbst verletzendes Verhalten“ sage ich.
„Hast du etwa eine BORDERLINE-PERSÖNLICHKEITSSTRUKTUR!????“
„Ja“ sage ich und grinse, weil ich ganz genau weiß, was nun kommt.
„Du hast doch nie im Leben..?“
„Weil ich nicht manipulativ bin und sozial verträglich?“ hake ich nach.
„— ää.. J..jAAA“
„Hab ich schon immer gesagt“, meldet sich meine PTBS Freundin Irina, „Stella hat nie im Leben Borderline. Die hat ne chronische PTBS aber kein Borderline. Die Kriterien von PTBS und BL sind so gut wie gleich!“
„Also ist Borderline nur böse, manipulativ und durchtrieben und PTBS ernsthaft krank und lieb?“

Soviel zum Thema schwarz-weiß Denken in der Pseudo-Expertenbevölkerung *gähn*


Man ist ja…

11. Februar 2013

vernünftig 😉

So, das Gespräch war gut.
Ich bin das echt durchgegangen, aber das klappt nicht. Ich könnte noch im März anfangen. Ich hätte für den ganzen März ein Zimmer und danach?
Das ist mir alles viel zu unsicher.
Außerdem hätte ich 4 Wochen Stoff verpasst und mit Mathe und (neu) Französisch möchte ich das einfach nicht.

Hmm, hier triggert oft was. Papas Verhalten, weil andere Leute sagen, ich hätte ne ptbs und um ehrlich zu sein, ist da was dran.
Ich wusste, worauf ich mich einlasse…
Akut sind es keine schlimmen Sachen, ich komme schon darüber hinweg (irgendwie? -.- ) und mit einer Therapie. Weil, jetzt isses ja schon anders als früher.

Ach, verdammt!

Ich will mich ZER-SCHNEI-DEN!
NEIN NEIN NEIN, in den ganzen Körper rein!
*Vernunft AN* Stella, Du musst Nein SAGEN!
Und da ich ja so unglaublich konstruktiv und kreativ bin, werde ich einfach ein neues Kästchenbild ausmalen mit einem Fetten NEIN


Innere und äußere Welt

21. November 2012

Ich hatte früher schon Blogs. Thema war immer nur die Psyche. Das wollte ich hier nicht mehr.
Ich bin so viel mehr, als nur eine Betroffene von Diagnosen. Was mich ausmacht ist so viel mehr.
Die meisten Posts handeln von der Ausbildung und das wollte ich so. Es schafft einen anderen Blickwinkel. Also schreibe ich, wie es läuft, was ich erlebe, wie ich lebe.
Dass ich später Ärztin werden will, meine Ideale.
Trotzdem ist die Krankheit ständig präsent.
Das Krankheitserleben.
Ich möchte Mut machen, ein Vorbild sein. Ja, ich habe diese Diagnosen und lasse mich nicht unterkriegen. Diese Zustände von schreiender Not hindern mich dennoch nicht daran, meine Träume zu haben und sie Schritt für Schritt zu realisieren.
Aber nur deshalb nimmt die Intensität bestimmten Erlebens nach wie vor nicht ab. Es gestattet einen anderen Blickwinkel. Nicht „Stellinchen, die traumatisierte Borderlinerin“ sondern „Stellinchen, die angehende MFA mit jeder Menge Träumen“
SO möchte ich gesehen werden!
Und doch gibt es auch die Krankheit und darüber möchte ich auch schreiben.

Radikale Akzeptanz
Ich wache seit einer Woche auf und fühle mich hundsmiserabel schlecht. Es ist wieder so, dass ich das Gefühl habe, etwas schlechtes sei in mir, verdorbenes.
Und zwar direkt in der Brust. Da sitzt das schlechte Gefühl wie ein vergifteter Dorn und strahlt in den ganzen Körper aus.
Es fühlt sich sooo scheiße und schlimm an. Zitat meines Klinik Therapeuten „Die meisten BL Betroffenen erwarten, dass sie sich nach der Therapie nicht mehr so katatrophal fühlen wie davor, aber das stmmt nicht. Sie bringen es nur nicht mehr dysfunktional zum Ausdruck. Sie fühlen sich schlimm, aber anders schlimm“
So realistisch war er immer. Wäre er es nicht gewesen, käme unter Umständen schnell „Die Therapie hat nix gebracht, ich fühl mich immernoch so furchtbar wie davor“
Die Folge – Rückfall.
Dadurch, dass ich „vorgewarnt“ war, kann ich jetzt besser damit umgehen. Ja, man fühlt sich furchtbar, aber es geht vorbei, auch ohne selbstschädigendes Verhalten.
Also dachte ich grad eben: „Versuch Dich dran zu gewöhnen, dass Du Alpträume hast und Dich furchtbar fühlst, wenn Du aufwachst. Dass das Gefühl möglicherweise auch noch eine Zeit lang anhält, bis der Körper die Erinnerung abgeschüttelt hat.“
Das war bisher immer so.
Wichtig ist: Es geht vorbei, die Intensität nimmt IRGENDWANN ab und ich kann es aushalten.
Ich akzeptiere es, lasse die Vorstellung zu, dass es lange dauert und schon nimmt es einen Teil der Bedrohung.

In Smileys ausgedrückt :hilfe: :hilfe: :hilfe: :zitter: :heul: :heul: :kotz: