I remember

4. Oktober 2013

Es wird kälter und die ganzen Absturz-Bilder werden präsenter und schwieriger. Ich habe das Gefühl, ich bin allgemein leicht zu traumatisieren, weil ich mich an alles Intensive sehr bildlich wieder erinnern kann.
Egal was, einmal im Sommer saß ich mit einer im Auto und hatte plötzlich das Bild von meiner Mutter vor mir, wie sie beim fahren im Sommer aussieht. Ich konnte ihre Sommersprossen auf der weißen Haut vor mir sehen und hatte den Geruch vom alten Auto in der Nase.
Das, obwohl es nichts besonderes war. Aber bei schlimmen Sachen macht mir das sagenhaft zu schaffen, ich habe auch Körpererinnerungen, wie es sich angefühlt hat, auf dieser RTW Trage, als es kalt war. Die Bewegung im liegen, mit den Füßen vorraus aus dem RTW.
Das Gefühl der Hoffnungslosigkeit vereinnahmt mich dann.
Diese laufen mit dem Gedanken „Denk nicht nach, tu es einfach“, wenn ich mal wieder Klingen gekauft habe, wie ein Roboter, es getan habe und dann ähnlich stumpf in die Ambulanz ging.
Durch die Kältte.
Die Warterei, das auf und ab gehen in den Gängen.
Ich nahm mir Bücher mit, Schulunterlagen, für die Wartezeit, um nicht durchzudrehen.
Irgendwann ging es dann nicht mehr und ich saß da wie ein Schaf auf dem Weg zur Schlachtbank.
Stumpfsinnig.
Wer hat Dienst, warum sitze ich zum x ten Mal schon wieder hier rum, warum bekomme ich das nicht unter Kontrolle.

Es fühlt sich an, als würde die Kontrolle mir entgleiten, so wie damals, im letzten Winter.
Auf dem Heimweg, jeden Abend, komme ich hier an der Apotheke vorbei.
Ich schaue jeden Tag nach, ob sie Notdienst hat.
Denke „Stella, heute hat sie Dienst, pass auf dich auf, in der Schule und sorge dafür, dass du heil daran vorbei kommst ohne 40-60 Tabletten zu kaufen.“
Bloß um zu vermeiden, dass mich die Bereitschaft überrascht und ich impulsiv aus dem Gefühl heraus Mist baue.
Das ist nervig und zehrt.
Heute hat sie Dienst. Stella, wir gehen VORBEI!


Eigenverantwortung

21. April 2013

Grad eben hatte ich so einen Redeflash bei meinem Dad.
Ich meinte, ich würd das Schneiden arg vermissen, zum Teil.
„Wie das!? Ich dachte, dir würds hier so gut gehen?“
Ich meinte, Ja, aber der Suchtdruck bleibt trotzdem und mit dem werd ich ja wohl noch ein paar Jahr(zehnt-)e? das Vergnügen haben.
Miss Stellinchen Pawlow – gestatten.

Was mir so gut tut, ist das Gefühl, die Verantwortung für mich zu haben.
Ich erzählte von der Klinik letztes Jahr.
Da gab es Bücher, die im Stationszimmer standen über Borderline uÄ und wir durften sie NICHT lesen. Ich habe gefragt, warum.
Der Oberarzt habe das so festgelegt, hieß es. Weil es manche Patienten triggern würde.
Aha, dachte ich.
Ich empfand es als Bevormundung. Depressive durften Bücher über Zwänge lesen, aber Borderliner nichts über ihre Sachen und Traumageschichten.
Ich sagte, ich würde das in der nächsten OA Visite anzusprechen. „Das bringt nichts“ meinten die Mitpatienten. Der Älteste war Ende 40 und beschwerte sich grundsätzlich darüber, nicht ernst genommen zu werden/bevormundet/wie ein kleines Kind behandelt zu werden.
„Das passiert mir nicht“ dachte ich.
In der nächsten Visite hielt ich dem einen Vortrag, dass ich freiwillig gekommen bin, und es gewohnt bin, eigenverantwortlich zu handeln.
Dass ich genau weiß, was mich triggert und was nicht und dass DBT doch auch darauf basiere, die Patienten aus fundierten Quellen über ihre Krankheit zu informieren.
Wo, wenn nicht in den Büchern einer Klinik, wäre der Rahmen dafür?
Der OA grinste mich an – laut Mitpatienten eine absolute Seltenheit – sagte „Alles klar, Frau K.“ und die Sache war gegessen.
Jedenfalls vorerst. Hinterher hieß es, das gälte als Stationsgesetz, und sogar der OA hätte da kein Mitspracherecht.
Trotzdem war das Gefühl klasse!
Mit der Klärung meines hb’s war es das Selbe. Ich spürte, wie ich zunehmend fühlte, und ich das nicht aushielt.
Mit dem hb verhält es sich wie mit Untergewicht: Der Körper spart, wo er kann, energieverschwender wie Gefühle verkümmern. Mit einem hb von 6 fühlt man deutlich weniger intensiv – eher wie in Watte gepackt.
Man empfindet eher abgestumpft-sein – „alles scheiße“ ohne dem Impuls, sich etwas anzutun.
Aber auch die Freude nimmt ab, einfach alle extrem „anstrengenden“ Gefühle.
Die kamen nun wieder und zwar nicht so unauffällig, wie sie sich ausgeschlichen hatten sondern sie traten mir die Tür ein KNALL, da sind wir wieder und ich drehte vor Anspannung am Rad. Vor dem Aufenthalt dachte ich, ich könnte mit Gefühlen umgehen und sie zuordnen – doch diese Intensität übertraf alles erträgliche!
Ich wollte den hb wissen, um abschätzen zu können, wie schlimm es noch werden würde.
„Der ist normal“ hieß es.
Das reichte mir nicht – wofür sollte ich dann noch Eisentabletten schlucken!?
Ich hielt dem OA wieder einen Vortrag und er meinte, er würde befürchten, ich bekäme „Handlungsimpulse“, den wieder zu senken, wenn ich die genaue Zahl wüsste.
Klar, hat er mir natürlich nicht einfach so sagen können. Ich meinte, ich wäre keine Schizophrene oder Psychotikerin, ich wäre durchaus in der Lage, mich klar auszudrücken – und was das denn bitte für ein Konzept wäre, die Patienten in der Klinik für so Unmündig zu halten, dass man ihnen nicht zutrauen würde, klar zu sagen, was gefährlich werden könnte und was nicht?

Kurz – ich bekam die Zahl.
12
Die Tabletten sollte ich noch weiter schlucken, um die Eisenspeicher aufzufüllen.
Danach wurde es leichter, die Gefühle auszuhalten.
Ich dachte „Okay, Stella – das ist LEBEN – so fühlt es sich an, und die anderen Menschen kommen damit klar – also halt dich ran!“

Im Januar diesen Jahres wurde ich wieder eingewiesen.
„Je besser Sie diese Symptomatik im Griff haben, desto seltener werden andere Leute die Verantwortung für Sie übernehmen müssen“ sagte der chirurgische OA schlicht zu mir.
Ich beschwerte mich zwar, aber als die Sache fest stand, machte ich mit.
Ich sagte, ich könnte sie ja verstehen und täte an ihrer Stelle das selbe…

Mir GEFÄLLT mein lovely Ticker von Tag zu Tag besser… 😉

Tja, ich wünsche euch einen super Start in die neue Woche und vielen Dank, dass es euch gibt!!!


Day one

3. Dezember 2012

Ab heute beginnt wieder eine neue Zeitrechnung, die HOFFENTLICH mit einer erfolgreich abgeschlossenen Prüfung endet!

Der Tag war schön :)
Ich war zwar sooo aufgeregt, nervös und zappelig, aber das hat sich dann bald gelegt.
Lisa „Ach, ich bin so froh, dass ich jetzt eine Unterstützung habe“
Omg, sie meint MICH!!! :huepf:
Obwohl ich noch nicht viel kann! Ulli hat das nie gesagt :D
Tja, die Zeiten sind dann wohl vorbei :head:
Montag mittags ist frei, das wusste ich gar nicht. Und ich hab 2 Wochen Weihnachtsferien.
Der Doc hat mich sogar angesprochen, wegen vermögenswirksamen Leistungen Oo Untypisch, er muss ja dann mehr zahlen. Ich hab mich einfach wohl gefühlt :)
Lisa meinte dann wieder „Aber Sie sollten sich ECHT überlegen, danach weiter zu machen. Sie sind noch so jung, Sie wollen doch nicht die nächsten 45 Jahre Termine vergeben“
Find ich ganz witzig, sie macht den Job ja ;)
Ein paar Sachen find ich aber wirklich strange!
Wenn die n Glukose-Toleranztest machen, dürfen die Pat. nichts trinken. Auch nicht Wasser. Naja, wenn er meint..
Und es gibt auch Blutentnahmen.Vielleicht lern ich das ja diesen Monat noch *träum* ^^
Ich habe direkt den Schlüssel bekommen und soll eine Viertelstunde früher kommen als die Beiden. Das find ich alles traumhaft schön!
Im vorherigen hatte ich den Schlüssel auch, der wurd mir dann aber wieder weggenommen, weil er meinte, es wäre eigentlich doch unüblich fürn Azubi. :confused:
Erst hat er gesagt „Ja, klar, grad im Winter brauchen Sie einen Schlüssel“ und dann auf einmal „Nee, ist eigentlich unüblich“
Ich war total geschockt. Es ist ja nichts passiert. Glaubt einem wohl auch kein Außenstehender ^^

Ich habe ein Stück Verantwortung! ^^
UND meine Harmonie :herz: