Ihr Lieben,

24. Dezember 2013

ich wünsche euch ein schönes Weihnachten.

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Weil es die Aufgabe von Polizei und Journalismus ist

23. Dezember 2013

Die Polizei hat am 21. Dezember in Hamburg eine angemeldete Großdemonstration mit etwa 7500 Teilnehmern nach etwa 20 Metern gewaltsam gestoppt.

So berichtet die taz:

Kaum hatten sich die ersten Reihen auf der erlaubten Route bewegt, schritten ihnen Polizeikräfte entgegen. Ohne Vorwarnung gingen die Beamten mit Schlagstöcken und Faustschlägen gegen die Demonstranten vor. Zur Unterstützung setzen sie Wasserwerfer ein. Der Auftakt einer Eskalation an der Elbe.

Dass die Polizei gegen die Demonstrierenden vorging und dabei Schlagstöcke, Faustschläge, Wasserwerfer und Pfefferspray einsetzte ist unstrittig. Unstrittig ist auch, dass danach Straßenschlachten entbrannten, bei denen auch Demonstranten gewaltvoll vorgingen.

Der interessante Punkt ist jedoch das Eingreifen der Polizei um 15.11 Uhr gegen eine bis dahin absolut friedliche verlaufene Kundgebung und beginnende Demonstration. Die Szene an der Brücke ist hier auf dem Video zu sehen:

Die Polizei rechtfertigte ihr gewaltsames Vorgehen gegen die Demonstration, und damit die tausendfache Verletzung des Grundrechtes auf Versammlungsfreiheit zuerst damit, dass “Beamte schon gleich zu Beginn mit Steinen von einer Brücke beworfen worden seien”. Nach einem Video im Netz (das von der Gegenseite der Brücke aufgenommen wurde), wurden die Beamten tatsächlich mit Gegenständen beworfen (bei Minute 8:55) – nur hatte zu diesem Zeitpunkt die Polizei den Demonstrationzug schon gestoppt, wie man auf dem Video (ab ca. Minute :15) auch sehen kann.

Die Polizei rechtfertigte später ihr Eingreifen gegenüber der Frankfurter Rundschau mit der Begründung, dass die Demonstration “plötzlich und ohne Absprache mit der Polizei” losgelaufen sei. Doch da war das Narrativ von den angreifenden Demonstranten schon lange in der Presse und wurde quasi von Mopo bis Tagesschau in allen Medien – ohne eine redaktionelle Prüfung der tatsächlichen Vorgänge – immer weitergespielt.

Es spricht vieles dafür, dass es sich beim Einsatz gegen die Demonstration um ein vorher durch die Polizei geplantes Ereignis handelte, wie Publikative detailreich darlegt. Dies ist politisch brisant, da es sich um einen massiven Grundrechtseingriff handelt und die Polizei in einem solchen drastischen Szenario sich vermutlich politisch, z.B. beim Innensenator, für das Vorgehen rückversichern würde.

Sicher ist jedoch, dass der Polizeieinsatz zu diesem Zeitpunkt nicht verhältnismäßig war, da es ja keine Straftaten gab, die das rechtfertigten. Selbst, wenn es auf einer Demonstration zu vereinzelten Steinwürfen oder Straftaten kommt, muss die Polizei Verhältnismäßigkeit wahren und versuchen, die Täter aus der Demonstration zu entfernen um den anderen Demonstrationsteilnehmern die Durchführung der Demonstration zu ermöglichen.

In jedem Fall zeigen die Ereignisse in Hamburg aber, wie einfach sich medial eine “Schuldfrage” spielen lässt, wenn Vertreter der Mainstreampresse nicht die realen Ereignisse vor Ort bewerten, sondern Polizeipressesprechern qua Amt eine hohe Glaubwürdigkeit zuweisen und deren Ausführungen dann eins zu eins übernehmen. Die Kommunikation und Pressearbeit von Demonstrationsbündnissen kann da einfach nicht mithalten, und hat nach einer gewaltheischenden Vorberichterstattung wie in Hamburg auch keine Chance, Ernst genommen zu werden. Am Ende bleiben böse Demonstranten, die Krawall machen und 82 Polizisten verletzen. Von hunderten verletzten Demonstranten, Polizeigewalt und Grundrechtsverletzungen wird kaum jemand berichten.

 
http://www.metronaut.de/2013/12/hamburg-die-maer-der-angreifenden-demonstranten/


Geschützt: Erinnerungen ’07 – ’08 (suizid)

17. Dezember 2013

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:


Neuer Rekord: 350% Sanktion!

14. Dezember 2013

[…]

Insgesamt bekommt die Familie mit zwei Kindern durch diese Aktion jetzt noch 40 Euro Arbeitslosengeld pro Monat. Das ist nicht einmal genug, um die Gasrechung zu bezahlen.

Die verzweifelte Mutter beantragt in ihrer Not im November dann die obligatorischen Lebensmittelgutscheine. Wieder spielt die MainArbeit nicht mit: Sie verweigert der Mutter die Herausgabe.

Die Hartz IV Hilfe stellt klar: “Bei Leistungskürzungen von mehr als 30% in Haushalten mit Kindern sind laut Gesetz auf Antrag der Betroffenen Lebensmittelgutscheine auszustellen. Da gibt es kein Wenn und Aber. Da hat das Gesetz strikt befolgt zu werden, auch wenn man die Stadt Offenbach ist, und sich für besonders befugt hält, alles anders als normal zu machen.”

http://hartz4hilfe-of.de/

Auch darum: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.nc.html


Worum es geht

13. Dezember 2013

Darum: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.mitzeichnen.html

Heute 37 Unterschriften bekommen :)


Das Licht, das du aussendest, kehrt zu dir zurück

12. Dezember 2013

oder: Ehrenamtliches Engagement rockt!

:huepf: :huepf: :huepf:

Ich hänge mich zur Zeit sehr in diese Petition rein:
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.mitzeichnen.html
Und nachdem ich auf facebook eine Seite entdeckt habe, in der Menschen davon erzählen, dass sie vor Jobcentern Unterschriften sammeln, habe ich mich gezwungen gefühlt, mich ihnen anzuschließen ;)
Habe 3 Mal diese Liste ausgedruckt http://altonabloggt.files.wordpress.com/2013/11/alg2petition2_1.pdf
Ich dachte, ich bin mal optimistisch, dass 15 Leute unterschreiben, auf dem Schulweg und zurück.
Tja, was soll ich sagen: Ich habe sehr viel positive Resonanz bekommen und die drei Listen sind voll.
Klar, nicht jeder hat unterschrieben, manche dachten lustigerweise, ich wäre für die Sammlung verdonnert worden und waren ganz überrascht, dass ich das aus Überzeugung mache ^^
Ich habe gesagt: Ich sammle Unterschriften für die Abschaffung der Sanktionen von Harz IV.
Dann kurz den Regelsatz gesagt, und dass bei U25 schon ein Verstoß reicht um zu 100% sanktioniert zu werden und beim zweiten landen sie auf der Straße.
Damit fällt auch die Krankenversicherung weg.
Das hat den meisten gereicht :)
Es hätten noch mehr unterschrieben :) :huepf: :huepf: :huepf:
Also habe ich jetzt meine eigene Liste gemacht, mit Platz für 20 und werde morgen losziehen :)
Am 17. sollen sie bei Inge Hannemann sein, schade, dass ich mich nicht früher aufgerafft habe, aber immerhin.
Das macht mich grad glücklich :huepf:


KJP

10. Dezember 2013

Im November 06 ist mein Papa ausgezogen und ich war total fertig.
Im Februar des darauf folgenden Jahes wurde ich das erste Mal in der KJP aufgenommen. Die erste Mahlzeit war „gut“, ich hab kaum was gegessen. Aber dann kam mein Papa und sagte, er hätte die überreden können, dass wir so zum Abschied nochmal ins Theater gehen dürften, weil wir die Karten auch schon länger hatten.
Aber ich wollte nicht. Ich war da jetzt angekommen und wollte dann auch nicht an dem Tag weg.
Kurz vor der Tür, wo mein Papa saß hab ich leise zu der Therapeutin (im Weiteren nur noch das Pferd) gesagt, dass ich nicht mit will, aber sie war schon halb drin, und hat das drinnen dann auch nicht gesagt.
Und ich traute mich dann nicht, es meinem Papa zu sagen. Wir sind dann gegangen, die Oper war ein Traum! Hinterher noch essen gehen und ich hab ganz normal gegessen. Daheim hab ich mich dann nochmal geritzt, so nach dem Motto „Das letzte Mal“

Am nächsten Tag, einem Samstag, bin ich dann zurückgekommen. Hab sehr viel gegessen und fand das scheiße. Da kam ein Mädchen zu mir, Jenny und fragte „Willst du meine Freundin sein?“
Ich „Ja“ und wir waren Freunde. ;)
Die war ein halbes Jahr älter als ich, aber sehr kindlich, im Kopf wie eine 4jährige.
Und sie war schwanger.
Am Anfang gab es ziemliche Schwierigkeiten zwischen mir und anderen, ich glaube, ich war die erste Bulimikerin dort und die anderen haben sich darüber lustig gemacht. Unter anderem Damian und Jens. Aber es ging dann mit der Zeit.
Am 2. Abend habe ich mit Jenny geredet, und ich erzählt, dass ich mich am vorigen Abend noch geschnitten hätte, und sie meinte, ich müsste das sagen, die würden das fotografieren.
Ich wollte nicht! Ein Betreuer kam zu mir und wollte mir den Blutdruck messen.
Ich – saublöd – „Aber nicht am rechten Arm!
Er natürlich gleich „Warum?“
Ich hab VERSUCHT es ins lächerliche zu ziehen „Tiger blaa“ – es war erbärmlich und ich habs nicht hingekriegt, mich ironisch anzuhören.
Es ging mir einfach nur dreckig!
Er „Und der hat dann mit seinen Krallen…“
Wie gesagt – Absturz pur, ich hätte ihn umbringen können, oder besser, mich!
Ich stand dann komplett fertig in der Küche. Dann kam die Betreuerin, Anna, zu mir und meinte so, die würden Verletzungen immer fotografieren. Ich war extrem leer, willenlos und mir war es dann auch egal. Aber ich hab nicht hingeguckt.

Ich hab dann im Anschluss an die Prozedur gefressen, und war extrem geladen! Hab Internet Freunden SMS geschrieben – obwohl man das Handy eigentlich gar nicht behalten durfte – und die haben mich ein wenig aufgebaut.
Ich dachte dann auch „Toll, jetzt bist du also in ner Klapse. Super Abstieg, Stella“ Ich hab dann meiner Bezugsperson, der Catrin, erzählt, dass ich mein Leben eh schon verkackt hab und es eigentlich doch sinnvoller wäre, wenn ich mich umbringen würde.
Und auch, dass ich ja den Föhn ins Wasser schmeißen könnte.
Sie meinte „Dann bist du suizidal“
Sie wollte, dass ich im Isolierzimmer schlafe, aber ich meinte so „Nee, ich hab ja eh nichts, womit ich was machen kann. Eigentlich war ich mit einem Mädchen im Zimmer – Juliane, aber die war daheim, und ich hab mich entsetzlich allein gefühlt, auch, weil die anderen mich so geärgert haben…
Anna meinte dann, das wäre eh „erbärmlich“, weil die ja auch nicht ohne Grund da sind!
Ich war mal in einem Forum, da war Karto.
In der KJP Zeit war sie 14 und sie wollte mir ein Armband schicken, was sie zufällig gefunden hat und sofort an mich gedacht hat.
Es bestand aus kleinen, bunten Marienkäfern, so wie mein Forum damals.
Ich hab ihr dann einen Brief geschrieben, wie mies es mir geht, dass ich das Gefühl habe, von den anderen abgelehnt zu werden…..
Detailiertes weiß ich nicht mehr.
Und hab ihr 10 Euro mit in den Umschlag getan, für das Armband. Ich wollte den Brief dann wegbringen und war ein paar Minuten weg – Brief weg!
ALLE haben gesagt, sie hätten keine Ahnung.
Am Ende hat sich rausgestellt, dass Sandra – eine Mitpatientin, die mich mega fertig gemacht hat – und Jenny den Brief geklaut hätten, GELESEN und das Geld behalten.
Dann haben sie den anderen erzählt, dass ich geschrieben hätte, wie scheiße und dumm die anderen wären!
Diese Vollidioten haben das dann geglaubt und ich war untendurch.
Jenny hat mir die ganze Zeit gesagt, dass sie damit nichts zu tun gehabt hätte und ich hab ihr geglaubt.
Aber dann musste sie mit Sandra reden und die beiden kamen als beste Freunde wieder raus, so lief das…
Ich hab dann mit Ellen, einem anderen Mädchen, geredet und es wurde echt ganz langsam besser.
Mit Juliane hab ich mich eh gut verstanden, aber wegen der Schule war sie nicht oft da.
Eines Tages kam ein Mädchen rein – Maya. Sie hat auf der Station gewartet, weil sie gleich ein Gespräch hatte bei einer Klinikthera. Sie war ambulant da. Irgendwie haben wir uns von 0 auf 100 hammer gut verstanden.
Wir sind dann aufs Zimmer gegangen, und Damian, hat voll genervt, und die ganze Zeit die Tür aufgerissen, da hab ich sie abgeschlossen.
Ein Betreuer hat dann wieder aufgeschlossen und Maya musste gehen.
Doch wir tauschten Adressen aus.

An einem Abend, so in der 2. Woche, wollte ich mir die Beine rasieren, hab einen Rasierer bekommen, Schaum, etc. Ich hatte bisher immer einen Elektrischen, und so hab ich mir unabsichtlich echt das ganze!! Bein aufgeschnitten. Wegen dem Schaum hab ich das nicht gecheckt – erst, als es brannte.
Bin dann raus, hab Bad und Flur vollgesaut, und wollte nach einem Betreuer rufen, aber mir ist kein Name eingefallen, hab dann nach Jenny gerufen.
Ich hab mir Sorgen gemacht, ob die mir glauben, dass es keine Absicht war, aber zu meiner Überraschung wurde mir geglaubt. Am nächsten Tag um 19 Uhr durfte ich mein Handy holen und sah in der Kiste den Rasierer!
Der hat mir ja gar nicht gehört, aber eine Betreuerin, Simone, hat das wohl gedacht.
Ich bin ganz ruhig auf die Couch gegangen und hab überlegt, wie ich da ran komme.
Hab es dann geschafft und mich geschnitten.
Es war… toll.
Den Rasierer hab ich zurück gelegt.
Schlafen.
Am nächsten Morgen ging es mir dreckig deswegen. Ich habe mir Vorwürfe gemacht „Jetzt bist du hier deswegen. Du willst doch damit aufhören!!!“
Anna war da. Ich hab ihr einen Zettel geschrieben, ob ich mal mit ihr reden kann. Sie hat genickt und kam mit mir ins Zimmer.
Ich hab es ihr gesagt.
Sie hat mich umarmt und gesagt, dass sie es traurig fände, wenn ein so hübsches Mädchen sowas machen würde. Ich fand es toll, dass sie mich umarmt, aber war sehr steif, so nach dem Motto „Du verdienst das nicht!!!“
Die war irre lieb zu mir und hat dann noch so mit mir geredet. Anders als beim letzten Mal konnte ich hinschauen – das ist ihr aufgefallen.
Ich meinte, ich würde es schön finden, weil es so gleichmäßig wäre – nicht so ein Chaos.
Anna hat Sommersprossen und hat ihren Ärmel hochgezogen. „Ich habe den häßlichsten Arm der Welt! Wäre der mit Linien schöner?“
Ich weiss nicht mehr, was ich gesagt habe. Sie meinte auch, dass es ihr Leid tun würde, wenn sie etwas tun muss – fotografieren – wenn es dem anderen so dreckig geht, und dass sie das letztes Mal gespürt hätte, wie fertig ich bin.
Vor allem, wenn sie welche mag.
Mein Puls beschleunigte sich gefühlt vor Freude „Anna, magst du mich?“
Sie „Natürlich, hast du das etwa nicht gemerkt? Sehr sogar!“
Ich war total high!!!
An diesem Tag wollte Maya kommen und ich hatte Angst, wegen dem svv nicht rauszudürfen.
Anna meinte dann, wir könnten es entweder dem Pferd einfach nicht sagen, sondern erst am nächsten Morgen (Noch ein Grund mehr, Anna zu lieben) oder wir sagen es ihr, und falls ich einen so schlechten Ausgang bekomme, dass ich nur mit einem Betreuer aufs Gelände darf, würde sie dann halt mitkommen, und so Abstand halten, dass wir ungestört quatschen könnten.
Ich hab mir dann für letzteres entschieden und durfte auch allein raus.
Ich hab Maya unglaublich toll gefunden, total hübsch und alles. Sie hat zu einem sehr hohen Gebäude geschaut und gesagt, dass sie total gerne da runterspringen würde. Ich konnte das total gut nachvollziehen! Ich war eigentlich bis Ende 16 kein Stück suizidal – wenn man von diesem Affektsuizidversuch mit 13 absieht. Aber ich fand die Vorstellung toll, „frei“ zu sein.
Sie hatte dann Therapie (auch beim Pferd, wie sich herausstellte) und hat mir ein Buch dagelassen „Der Scherbensammler“.
Ich hab dann wegen svv ne VA geschrieben, und war echt total bei der Sache – Extreme!
Es tat mir wirklich Leid, dass ich mich geschnitten hatte – weil ich wollte es ja wirklich nicht!!
Das Pferd war ziemlich ungehalten.
Sie meinte, sie würde nur Feuerwehr spielen und das wir gar nicht zu den wichtigen Sachen kämen.
Vielleicht war dies unterbewusst ein Schutz von mir.
Als es dann „zur Sache“ ging, hatte ich manchmal echt ziemliche Abstürze.
Ich kann mich an ein Gespräch erinnern – bzw. an dessen Folgen – den Inhalt weiss ich nicht mehr.
Jedenfalls hab ich dan den ganzen Nachmittag aufm Klo verbracht und einfach nur dagesessen.
Die Betreuer dachten, ich hätte Unterricht, aber hatte ich erst später.
Irgendwann haben sie dann gesucht und ich bin in mein Bett und hab getan, als hätte ich geschlafen.
Eines Tages kam eine neue, Christina.
Wir anderen haben davon erst mal gar nicht viel mitbekommen – sie kam mit Sanitätern auf einer Liege und kam ins Einzelzimmer.
Die war da wegen einem Suizidversuch, hatte lange im Krankenhaus gelegen, und kam dann in die KJP. Als ihr nach einem Tag Blut abgenommen wurde kam raus, dass ihre Werte lebensgefährlich schlecht waren, kurze Zeit später lag sie schon wieder im Koma.
Sie wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen, weil man annahm, ihre Leber müsse transplantiert werden.
Doch dann war sie wieder da.
Dennoch bekamen wir sie die ersten drei Wochen nicht zu sehen, da man sie in einem Zimmer eingeschlossen hatte.
Uns andere Patienten hat das natürlich neugierig gemacht – ich hatte nur mitbekommen, wie Rettunssanitäter sie auf einer Liege reingebracht haben.
Ein oder zwei Tage später war sie dann plötzlich wieder weg, und dann plötzlich wieder da.
Ich hab das nicht so mitbekommen.
Jenny und ich waren genauso neugierig und haben gesagt, wir gehen in den Garten.
Chrissi war im Erdgeschoss und wir sind zu ihr ans Fenster und haben mit ihr geredet.
Irgendwann durften wir dann auch offiziell zu ihr, ins Zimmer.
Wir haben uns sehr gut verstanden, und als sie dann auch raus durfte, auf die Station und zum Essen, da haben wir uns angefreundet.
Nach 2 Wochen wurde Juliane, das Mädchen mit der ich im Zimmer war, entlassen, und wir konnten unsere Therapeuten überreden, dass sie hoch zu mir ins Zimmer durfte. An einem Abend ging es ihr scheiße!
Ich hab das gar nicht so gecheckt, aber dann mitbekommen, dass sie sich verletzt hat. Unsere Theras haben uns beiden klipp und klar gesagt „Wenn einer von euch scheiße baut, sagt der andere Bescheid!“ Ich weiss nicht mehr, ob sie gedroht haben, wenn der andere nicht Bescheid sagt, würde sie wieder runter ziehen müssen.
Jedenfalls hab ich bescheid gesagt, und sie musste mit runter, zum verbinden.
Ich hab mich total aufgeregt und saß auf meinem Bett und dachte „Beruhige dich! Atme in den Bauch“
Das hab ich dann auch gemacht – es allerdings übertrieben, ich hab dann angefangen zu hyperventlilieren. Ich musste nach draußen und musste durch eine Atemmaske atmen. Besser wurde es nicht. Meine Finger und Füße haben gekribbelt und wurden taub und ich hab dann noch zu weinen, oder jammern angefangen.
Jedenfalls kamen 2 Jungs, die ich total mochte, Benjamin und Onur, aus ihren Zimmern, haben besorgt geschaut und sind dann wieder ins Zimmer.
Ich hab ein Tavor bekommen. Und später nochmal.
Dann wurde es besser und ich müde.
Ich hab bis um 10 Uhr des nächsten Tages geschlafen.
Chrissi musste dann wieder runter und ich glaube, sie hatte wieder geschlossenen, jedenfalls durfte ich nicht zu ihr.
Ich hab ihr dann einen Brief geschrieben, und bin wieder in den Garten und habs ihr übers Fenster gegeben.

mir gehts scheisse, so richtig. Bei der nächsten Gelegenheit bring` ich mich um. Es tut mir so Leid, was gestern war. Ich will wieder zu dir ins Zimmer.Mit dir kann man so gut reden. Aber ich darf nicht mehr reden, sonst werde ich bestraft. *Klinikthera* sagt ich soll mir nicht immer die Schuld geben, dabei tuen sie es. Ich komme wahrscheinlich nach Haus, dann wird alles so sein wie vorher. Ich halt es nicht aus hier, ich will einfach nur sterben. Keinen interessiert es wies mir geht von Betreuern oder so. Ja natürlich hat es mir geholfen, dass du da warst.
Ich kann endgültig nicht mehr mitarbeiten. Sie schieben mich sowieso wieder ab. Mein Leben ist nix wert, dass zeigen sie mir.
Alle Betreuer hassen mich. Ich will einfach nur sterben.
Es tut mir Leid wegen gestern, ich habe solche Schuldgefühle.
Es tut mir Leid!
Danke Stella, aber ich schaff`es nichtmehr!

H.D.L
Chrissi
Du packst das!

Aber es war nicht immer so. Keine Ahnung warum, aber sie hatte eine zeitlang Aggressionen gegen mich.
Ich kann mich an eine Situation erinnern: Mittagessen.
Und wir haben feste Sitzplätze.
Zwar jetzt nicht mit Namen drauf, aber so inoffiziell halt. Als ich neu angekommen bin, hieß es gleich „Da sitzt da und der“ als ich mich irgendwo hinsetzen wollte. Wenn jemand gegangen ist und dafür ein neuer kam, hat der immer den Platz bekommen.
Am Wochenende gab es keine feste Frühstückszeit, halt nur „bis spätestens (keine Ahnung)“ und dann hat man sich halt zusammengesetzt, wer grad da war.
Und an einen Mittagessen hat Chrissi sich auf meinen Platz gesetzt, bzw. ihr Geschirr.
Ich hab das gar nicht so gecheckt und habs einfach um eins weitergeschoben, so dass sie neben mir saß und sie hat sich mega aufgeregt deswegen und ich so „Das ist mein Platz!“
Irgendjemand (weiß nicht, ob ein Betreuer, sie, oder jemand anderes) „Es gibt keine festen Plätze“
Und bei mir hat das so in der Zeit angefangen, dass ich es über alles gehasst habe „Plötzlich“ vor neue Tatsachen gestellt zu werden!
Ich war sauer – sie war sauer – perfekt.
Ich hab dann auch gemeint, sie hätte mich ja fragen können!
Wenn sie gefragt hätte „Darf ich auf deinem Platz sitzen“ hätte ich ja gesagt, weil es mir egal gewesen wäre. Aber dann so plötzlich diese „Tatsache“, ich sitz jetzt hier, hat mich überfordert. Das wird jetzt wohl kaum einer nachvollziehen können – ich kanns ja selber nicht erklären – aber ja.
Und am Anfang, als ich das weitergeschoben hab, hab ich ja echt gar nicht nachgedacht…
Egal, auf jeden Fall haben wir uns entweder sehr gut, oder sehr schlecht verstanden
Mit ihrer Art hat sie mich dann aber auch extrem wütend gemacht.
Ich hab mit den anderen geredet und die fanden das ganz genauso. Wir haben in der Stationskonferenz darüber geredet – ich hab eigentlich alles gesagt, und die nicht-schwangere Jenny hat mir zugestimmt. Eigentlich waren die beiden ein Herz und eine Seele.
Die Musiktherapeutin hat dann mal gesagt, wir (Chrissi, Marlene und ich) sollten sagen, was wir am anderen mögen, und irgendwie ging es dann langsam wieder.

Es gab auch Fitness, mit Geräten und so. Ich saß im Gemeinschaftsraum, als eine reinkam, Jaqueline, um die anderen abzuholen, und ich hab gefragt, ob ich mit darf.
Ich durfte.
Ich stand auf dem Laufband.
In dieser Zeit hatte ich rechts 2 ganz kleine feine weiße Narben, also Welten zu heute.
Sie glotzt drauf.
Rechts – links.
„Bist du Borderliner?“
Ich wusste überhaupt nicht, was das ist, hatte davon nie gehört.
Ich schüttelte den Kopf.
„Bist du Schnippler?“ (Ganz ehrlich, das sollten alle Leute grundsätzlich aus ihrem Vokabular streichen, das ist so ein beschissenes Wort… )
Ich nicke.
Und hatte dieses „HAB MICH LIEB!!!!!!!“
Es macht mich irgendwie wahnsinnig verletzlich…
Dann hab ich sie gehasst
Ja, das geht sehr schnell bei mir. Wenn mir jemand zu Nahe kommt idealisere ich ihn entweder, oder das Gegenteil.
Ich war ziemlich aggressiv, auch voll provokant. Als ich mich nach 2 Wochen geschnitten hab, bin ich extra mit Verband an ihr vorbei gelaufen.
Sie natürlich gleich etwas wie „Was? Schon wieder?? blaa“
Da hab ich sie dann genussvoll aus ganzem Herzen gehasst!
Die durfte mich dann auch nicht anfassen – ich hab mir da mal ein Pedalo geholt
sie „Soll ich dich festhalten?“
Ich „Nnnnnnnnnnneeeeiiiiiin, ich halt mich an der Wand fest“
Also soviel zum Thema idealisieren und entwerten.

Wir hatten da schwimmen, und eine 13 jährige von der Kinderstation, Lena, meinte, wenn ich mich schneiden würde, würde ich ewig dableiben müssen.

So ein anderer Typ – Jens, 14, meinte dann zu mir, dass mich alle anderen hassen würden, und ich hab das natürlich geglaubt. Ich war/ bin einfach mega unsicher!
Ich war mal mit Anna spazieren und sie hat sich ein bisschen über ihn lustig gemacht, das fand ich geil!

Marlene, eine Mitpatientin, wollte mir mal die Haare schneiden, aber sie durfte nicht, WEIL – jetzt kommts! – das unter selbst verletzendes Verhalten ging.
Soviel zum Thema Absurditäten in der Psychiatrie.

Ich hatte aber auch öfter Probleme mit Regeln, etc.
Unüberlegt war ich ja sowieso immer!
Jenny und ich – nachdem Sandra entlassen wurde haben wir uns halbwegs gut verstanden – fanden es witzig, den Betreuern einen Zettel zu schreiben, wo glaub ich etwas in der Art stand wie „Ihr seid scheiße“ (Jaa, ich weiss, rasend reif mit 16 Jahren und überhaupt nicht kindisch)
Die haben dann gemeint, wir dürften einen Tag nicht raus, und ich wollte eigentlich noch in meine Heimatstadt fahren!
Mir tat das dann echt total Leid, und ich war mal wieder genervt von mir selber.
Wie immer hinterher.
Zum Glück haben sie mich dann doch fahren lassen.

Ja, so ging das dann da weiter. Ich war 5 Wochen in der Klinikschule, bis ich darauf bestanden habe, in meine Heimatschule gehen zu dürfen.
In der Schule hat mich keiner irgendwie gefragt.

In der Klinik ging es auf und ab.
Vor allem auf, und zwar mit dem Gewicht!
Ich hab in diesen 3 Monaten 6 Kilo zugenommen, obwohl ich schon übergewichtig war.
Das war denen ziemlich egal, wenn ich gesagt hab, dass es mir deshalb schlecht gehen würde. Ich hatte nach wie vor meine Fressanfälle, nur durfte ich danach halt nicht kotzen gehen.
Wenn ichs trotzdem gemacht hätte, hätte ich ins Isolierzimmer gehen müssen (genannt „Time out Raum“ und eine Verhaltensanalyse schreiben. )
Meine Mum hat später mal zu mir gesagt, sie hat jede Woche bei den Besuchen gesehen, wie stark ich zugenommen hab.
Da gab es dann auch Zeiten, wo diesbezüglich nichts mehr ging!
Eine andere Jenny – nicht die schwangere – meinte mal zu mir, dass ich total viel esse, und schon total dick bin etc. Da gings mir entsprechend auch suboptimal!
Die sind dann in der Gruppe rausgegangen, nur ich und Tatjana, eine magersüchtige, waren noch da.
Als die wieder kamen, hat mich die Betreuerin, Arianne, gefragt, was los ist, aber ich wollt es nicht sagen, weil ich mich so geschämt habe!
Sie hat dann gesagt, ihr wäre aufgefallen, als die Gruppe weg war, bin ich runter gekommen, und als sie wiederkam wäre ich wieder gegangen, da hab ich das dann erzählt.
Sie meinte ziemlich hart, so im Sinne von, Jenny solle die Klappe halten und sich um sich kümmern!

Mit Maya hatte ich weiterhin Kontakt, wir telefonierten häufig und schrieben uns. Sie kam dann in eine Nachbehandlungs Klinik und eines Tages beim Mittagessen stand sie im Raum. Ich hab sie gar nicht erkannt, weil ich mir sehr schlecht Gesichter merken kann. Aber wir hatten die ganze Zeit Blickkontakt und dann wars auch klar.
Sie hat da scheiße gebaut, ich glaube, sie wollte sich einer Mitpatientin das Leben nehmen, aber da diese dann doch nicht wollte hat sie „nur“ einem Betreuer Bescheid gesagt, und kam wieder in die KJP.
Wir sind nur zusammen gehangen – nur eine, Julia hat sich voll an Maya gehängt.
Ich war extrem eifersüchtig – weil ich zu der Zeit wieder in meiner Heimatschule war und erst um 14 Uhr kam. Und diese Julia war dann mit Maya zusammen.
Maya hat mir erzählt, die würde voll über mich lästern, wie scheiße ich sei, und ich war dann verletzt, weil sich Maya mit ihr abgegeben hat.
Ich dachte, ICH hätte Maya in dem Fall verteidigt. Und Maya meinte „nur“, dass sie mich mag.
Jaja, Eifersucht!
Die meinte aber auch, dass ich doch keine Bulimikerin sei, weil ich würde ja nur fressen würde und außerdem wäre ich fett, und Bulimiker wären schlank.
GOTT, hat mich das fertig gemacht. Es ist dann wieder auf svv hinausgelaufen.
In der Zeit, als ich entlassen wurde, haben 2 Therapeutinnen (insgesamt war noch ein Mann da) echt zu jedem von uns gesagt, wir sollten in diese Nachsorge Klinik, wo Maya ja auch war. Da würden Jugendliche mit Betreuern leben und hätten auch Therapie. Weil wir so krank wären, dass die KJP eine Weiterbehandlung für ratsam hält.
Ich danke meiner Mutter bis heute, dass sie gesagt hat, dass ich da auf keinen Fall hinkomme. Ich wäre da hingegangen, wenn sie nichts gesagt hätte.
Chrissi ist da hin.
Nachdem ich entlassen wurde habe ich sie da sehr oft angerufen. Aber es ging ihr nicht gut. Irgendwann hat sie sich den Hals aufgeschnitten, und kam wieder in die KJP. Am Telefon hat sie hat mir erzählt, der Oberarzt hätte sie in der Oberarztvisite angeblafft, von wegen, sie solle sich doch mal richtig umbringen, und dass Patienten wie sie dem Ruf der Klinik schaden!
Ich hatte eine wahnsinns Wut auf diesen Mann, zumal ja beim ersten Suizidversuch von ihr echt nicht mehr viel gefehlt hätte.
Zweifel hatte ich keinen Augenblick – mir waren Horrorgeschichten dieser Art über ihn schon von anderen zu Ohren gekommen.
Christina war echt fertig. Ich hatte das Gefühl, sie bald zu verlieren..
Aber irgendwie hat sie dann doch die Kurve gekriegt. Wir hatten dann, auch als sie wieder daheim war, ziemlich lange übers Internet geschrieben und auch telefoniert.