Tunnelblick

26. Mai 2013

Hi ihr Lieben,

mir geht es stark durchwachsen. Heute ist Sonntag und ich saß mal wieder an meinem Referat über den 30jährigen Krieg. Das ist ja sooo viel!
Ich habe 2 verschiedene Geschichtsbücher, aus denen ich erstmal alles Wichtige raus geschrieben habe.
Dabei muss ich das ganze am Mittwoch schon vortragen.. :/ Ich sitze aber auch schon eine knappe Woche dran, aber richtig daran arbeiten tu ich erst seit Donnerstag.
Mein Vater hilft mir aber zum Glück. Er liebt Geschichte und ist auch sonst arg wissbegierig. Ich schätze das an ihm, das hat er an mich weiter gereicht 😉
Naja, ich habe schon ein bisschen mit der Power-Point Präsentation angefangen. Aber jetzt habe ich keine Lust mehr. Eigentlich macht es auf eine Art schon Spaß, aber wenn ich genug rumfluche, wie scheiße die Schule ist, fällt es mir leichter, mich dran zu setzen.
Ich sage dann „Ich hasse Geschichte, es ist bloß Mittel zum Zweck, ich hasse ALLE Fächer, aber egal, da muss ich durch“ und damit klappt es dann 😉

Der Rückfall hat mich ziemlich zurück geworfen, aber die Oberärztin hält mich absolut sicher vor einem weiteren Rückfall, egal welcher Art, ab. Von daher schaue ich einfach nach vorn.
Positiver Tunnelblick.
Was anderes bleibt mir ja auch nicht übrig.
Schultechnisch versuche ich, mir den Druck raus zu nehmen, und es klappt ganz gut. Grad auch durch dieses „Die Fächer sind eh scheiße, es ist egal, was ich für eine Note bekomme“
Das klingt total destruktiv, aber ich habe das schon immer recht erfolgreich so gemacht 😉
Je mehr ich fluche, desto besser sind die Noten.
Fakt ist, ich bin ehrgeizig, und eine Note unter 10 Punkten wurmt mich immer, aber es geht um mein Leben, wie ich es möchte.
Am Montag bin ich in Mathe total ins Kind gefallen und hatte so Angst. Der Lehrer hat das gemerkt, weil ich nur da saß und nichts gemacht habe.
„Geht es Ihnen heute nicht gut?“
„Nein“ kindlich. Tränen stiegen auf.
Vor Hilflosigkeit und Angst.
Er, etwas hilflos „Oh.. Das tut mir leid“
Irina hat mich dann geschnappt und ist mit mir an der Hand raus gegangen.
Ich „Die hat ne Regression“
Sie „Wer?“
Ich „Moi“
„Ach so .. Darauf muss man erstmal kommen“
In der Toilette kam mir dann die Idee, kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen, da ging es Gott sei Dank wieder.
Dieser Zustand ist einfach furchtbar! Ich dachte später „Kann ich nicht nach dem Abi symptomfrei werden?“
Alle sagen, ich hätte keine Probleme, ein sehr gutes Abi hinzubekommen, vom Kopf her.
Die Angst besetzt meinen Kopf und lähmt mich.
Schneiden befreit, Aktionismus tritt ein. So war es immer, darum war ich auch recht gut in der Schule.
Nicht trotz, sondern wegen dem Schneiden.
Aber ich will mein Leben ohne das schaffen. Im Krankenhaus war „alles sooo schön“, der Nebel wegen den Substanzen, es wurde auf mich aufgepasst – danke, mehr brauche ich nicht.
Diese Ruhe in mir.
Wäre diese furchtbare Oberärztin nicht, würde jetzt wohl trotz aller guten Vorsätze der Kreislauf losgehen. Schneiden oder Tabletten.
Ich bin dieser Ärztin so dankbar, es ist so abschreckend.
Statt dessen halte ich mir vor, dass es erst in 1,x Jahren abirelevant wird und „bis dahin alles scheiß egal ist, Stella!!!“
Die Arbeiten sind so gut wie geschrieben, das Halbjahr in 6 Wochen vorbei.
Am Mittwoch schreibe ich Mathe nach und halte das Referat, den Montag drauf eine Englischarbeit und dann ist fertig.

Sonst habe ich „Ich bin aber auch ein Notfall“ gelesen, darin erzählen Anna und Tim vom Alltag der Pflegekräfte in deutschen Notaufnahmen.
Sehr unterhaltsam geschrieben!
Dann habe ich noch „Das Physikum“ entdeckt und konnte nicht widerstehen. 880 Seiten, 20 Euro.
Was ich toll fand: Biologie wird bis zum Abi komplett abgedeckt.
Aber eigentlich will ich das Buch nur als Motivator. Ich schleppe es ständig im Haus rum, wenn ich Geschichte machen soll. Und dann denke ich, wenn ich keine lust habe „Stella, hör auf zu jammern, du hast dich nunmal für eine Wunschlaufbahn entschieden, die abartig lernintensiv ist!
Da musst du durch!
Ohne Lernen und Fleiß geht es nicht, das hat dir Chiara bescheinigt.“
Also tue ich es.

Sonst rufe ich morgen bei den Maltesern hier an und bin schon gespannt.
Diese Woche werde ich mich noch mit Meike treffen. Sie hat ja Arbeit gefunden und fängt im Sommer nochmal mit dem Aufbaukurs an.
Eigentlich hat sie keine Zeit für ein Treffen „Aber für dich nehme ich sie mir gerne“
Es ist sooo wunderschön, das zu hören.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche :wink:

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Seelenschmerz (trigger)

23. April 2013

Gibt es Wort, was weniger lächerlich und plakativ ist?
Ich glaube nicht…
Egal, es trifft meinen Zustand gerade.
Ich denke, wie luxuriös es jetzt wäre, mich zu verletzen, mich diesen Teil, wo der Schmerz ist, zu töten.
Herrje, das ist glaub ich der erste Blogeintrag, der so schlimm ist.
scheiße, fuck, aber muss raus. Wo, wenn nicht hier?

Also gut, in meinem Kopf ist der Gedanke: Ich will sterben.
Ich sehne mich danach, dass der Schmerz aufhört. Wäre ich in der letzten Stadt, wäre ich nun wohl in der Chirurgie oder der Inneren.
Aber: Ich habe mich mit diesem Umzug FÜR das Leben entschieden…
Jetzt im MOMENT würde ich alles dafür tun, dort zu sein. Wunschvorstellung: schneiden, intoxikieren und dann bei den Chirurgen sterben.
„Gehen dürfen“

Ich fühle mich als kleines Kind, das im Schnee ausgesetzt wurde.
Ohne Verlassensängste – weil da eh keiner wäre, der verlassen könnte.

Naja, früher hätte ich Mist gebaut. Wäre zu einer Nachtapotheke gegangen und hätte mich vergiftet. Nicht lebensbedrohlich, aber so, dass ich wieder ins Krankenhaus müsste. Ich etwas Auszeit hätte, von dem Wahnsinn in mir, der mir die Sinne raubt.
Es
tut
so
weh

Aber: Schon während dem schreiben spüre, wie es leichter wird.
Etwas.
Weil ich hier sein darf, wie ich bin. Die Not in Worte fassen kann, das ist so viel Wert.
Wer kein Ausdrucksmittel hat, greift deutlich schneller zu körperlichen Ausdrucksmethoden.
Es gibt da solche Projekte an Hauptschulen, die zusammen lesen und dadurch nimmt die Gewaltrate ab.
Das ist richtig toll.
Und ich merke an mir, dass ich mir wünsche, mich zerschnitten Nähen zu lassen, wenn die Not/das Grauen unaussprechlich scheint.
Das klingt während dem schreiben ab.
Streicht mal das b aus schreiben. Sowas finde ich „schön“
Words..


Hormone

17. April 2013
Huhu

Tja, 4 Wochen sind vorbei und ich glaub, ich bekomme demnächst meine Tage Oo
Abartige Stimmungsschwankungen, deutlich schlimmere flashbacks…
Nun bin ich wieder okay soweit. Schule vorbei.
Heute Vormittag brach der ziemliche Wahnsinn aus.
Dad war sauer, auf mich, weil ich was verpennt habe und dann auf seine Karte, weil der Chip kaputt war. Ich bin wie IMMER in Panik geraten.

sterben vor Angst, wimmerndes Innenkind…

grummel -.-

An Marie geschrieben, lauter scheißdreck von früher…
In die Schule gefahren und da war ich wieder gerettet.
Ich LIEBE die Schule!
Geschichte gehabt, gute Leistung erbracht, und rausgefunden, dass wir da ne Abiprüfung haben werden.
Und dass wir ein Referat machen sollten, dass ca 30 Minuten gehen soll.
Das finde ich krass lang! Das längste waren bisher 8 Minuten, aber ja. Ich habe damit denk ich nicht so große Probleme. Was ich üben muss, ist ein strukturierter Aufbau.
Bisher habe ich den zwar immer vorbereitet, wurde dann aber so aufgeregt, dass ich alle Medien vergessen habe und geredet, geredet, geredet habe ^^
Hinterher dann immer „Ooooh, ich hab da ja noch Fotos, ein Plakat – äh, ja schauts euch mal an“ :uglylaugh:
Trotzdem hatte ich im letzten – äußerst chaotischen – Referat ne 1,7 – vollkommen frei vorgetragen, da in Panik :D

Dann haben wir die Spanischarbeit zurückbekommen, 11 Punkte, das freut mich total!
Beim ersten Mal ne 2 ist super, finde ich :)
Schule erdet mich fast immer sooo schön :)
Und jetzt bin ich wieder ruhig und entspannt.

Morgen sehe ich den Onkel wieder, ich habe Sorge, wegen dem Innenkind :naja:
Vor Gericht..


Panik

7. März 2013

Ich hatte mal wieder ne Angstattacke. In Mathe. Zum ersten Mal in Mathe.
Nur, weil er gesagt hat, in 10 Tagen schreiben wir die Arbeit.
Das weiß ich doch! Trotzdem ging die Panik los. Und ich saß versteinert da, hatte ein Brett vorm Kopf und nichts ging mehr.
Aber wisst ihr, was der Lehrer gesagt hat?
Dass ich wahrscheinlich die Beste in der Klasse bin. Und falls ich in 10 Tagen 0 Punkte schreibe, gibt er mir im Zeugnis trotzdem 8 Punkte, damit ich versetzt werde, weil er weiß, dass ich es kann.
Sooo süß und lieb! :rot: :herz:
Nur diese irre Prüfungsangst…
Einfach heftig.
Als es am Abklingen war, sind mir die Rescuebonbons eingefallen. Half etwas.
Einzelne Angstwellen bekomme ich öfter, da verdrehe ich dann die Augen nach oben und das hilft. Hab ich vorhin auch ständig gemacht.
Hmm
Bin so froh, 3,5 Jahre Zeit zu haben. Dann krieg ich diesen psychischen Mist auch besser in den Griff.
Letztes Mal ging es 2 Wochen!
Mann!
Es hat ohne schneiden aufgehört, also wird es auch dieses Mal ohne gehen.
Aber wir schreiben die Arbeit. *zaghafte Stimme*
Egal. Selbst wenn ich die Arbeit verhaue, was ich sowieso nicht glaube :lehrer: selbstverletzungsfrei zu bleiben ist OBERSTE Priorität :lehrer:
*ächz*
Aber ich hatte den großen Schreibausbruch hier vor einer Woche und am Freitag wars gut, bis jetzt. Ich hatte eine Woche Urlaub von Krisen. :)
Alles wird gut

I’m scared :heul: :traenchen:

I love ticker

26. Februar 2013

Was für eine Motivation!  :)

Bild


Was tun gegen Suchtdruck? (Craving)

26. Februar 2013

Drei mal A

Annehmen
„Jetzt stehe ich unter einem sehr starken Druck. Das ist okay, das hat seine Berechtigung. Ich lasse es zu“.
Das hat den Sinn: Drücke ich einen Wasserball nach unten, kommt er irgendwann trotzdem hoch. Unterdrücken ist also meist nicht hilfreich und hinterher kommt es umso stärker.

Anfeuern
„Ich habe schon so lange durchgehalten“
„Ich habe mich für einen Weg ohne Selbstverletzung entschieden.“
„Gebe ich jetzt nach, stärke ich das Suchtgedächtnis“

Abreiten
Wellenreiten:

* Nimm den Druck als Welle wahr. Sie kommt und geht. Sie wird langsam größer und auch wieder kleiner. Sie wird auch dieses mal wieder auslaufen und abbrechen. Ich kann die Welle abreiten, wie ein guter Wellenreiter, der mit der Welle mitgeht und nicht dagegen ankämpft.*

Achte auf deinen Körper! Wo ist der Drang am stärksten? Konzentriere deine Wahrnehmung dort hin!
* Achte auf deine Gedanken! Welche Gedanken möchte dich verführen nachzugeben?
* Achte auf deine Gefühle! Welche Gefühle drängen dich, nachzugeben?
* Nimm den Drang jetzt an und gehe mit ihm. Merke: Wenn du jetzt nicht nachgibst, lernt dein Suchtgedächtnis, dass es auch ohne geht!
* Je stärker das Verlangen, desto größer der Lerneffekt.
* Denke daran, wie weit du breits gekommen bist. Du wirst auch diesen Moment überstehen!


Skills/Notfallkoffer

22. Februar 2013

Ach ja, dachte ich beim Lesen eines Blogs, da war ja mal was:
Der Notfallkoffer!

Was ist da drin und wofür ist das gut?
Das ganze erstellt man sich im DBT Programm, genauer im Skilltraining. Dort lernt man Techniken, die jeder „Normalo“ einsetzt, wenn er sich aufregt, wütend ist, traurig oder ähnliches.
Warum?
Viele Borderliner können Gefühle nicht wahrnehmen, können sie nicht benennen und haben dementsprechend etwas gegen sie.
Wie händelt man starke Gefühle, von denen man nichtmal weiss, wie sie genannt werden, geschweige denn, wie man sie abschwächen / einordnen kann?
Man kann sie verdrängen, bekämpfen wie bei einer Selbstverletzung oder man wird einfach apathisch, steigt aus und braucht sich dem ganzen auch so nicht auszusetzen.
Das Problem liegt auf der Hand: Menschen sind nunmal emotionale Wesen, also haben jene, die ein Problem bei der „Gefühlsregulation“ haben ein massives Problem, dass sie das ganze Leben begleitet.
Das Positive: Man kann es lernen.
Das Negative: Es dauert ewig!

Wie kommt es, dass man so massive Probleme hat, Gefühle zu deuten?
Erziehung ist denk ich mal entscheidend. Weint ein Kind, will es getröstet werden.
Lacht man es aus, wird es wütend. Getröstet werden wollen und wütend schreien widerspricht sich, Gefühlschaos entsteht, dass von guten Pädagogen in die richtige Bahn gelenkt werden kann.
Erfährt das Kind viel Ablehnung, wenn es wütend schreit, lernt es, dass es ein schlechtes Gefühl ist, ein Gefühl, dass die Anderen anscheinend nicht kennen?
Falsche Gefühle – man traut der Wahrnehmung nicht mehr. Erlebt eigene Gefühle als bedrohlich, weil sie mit Ablehnung oder Gewalt verbunden werden.
Das nennt man unter Anderem die „Anspannung“ – Gefühlschaos.

Wie kann man das lernen, Gefühle zu benennen und entsprechend zu regulieren?
Indem man jede Menge Protokolle ausfüllt 😉
Diese beinhalten:
– Gedanken (Welche Erinnerungen habe ich?)
– Körperhaltung (zusammengekauert / geballte Fäuste?)
– Wahrnehmung (Was nehme ich wahr?)
– Handlungsdrang (Was kaputtschmeißen, jmd angreifen / weglaufen / ankuscheln)

Ich habe mich im DBT oft gefühlt, wie ein Detektiv, der Indizien sammelt um seinem Gefühl auf die Spur zu kommen 😉
Und die Betreuer/Therapeuten suchen mit.
Ist man dann mal soweit, zu sagen „Ich bin wütend“ geht es weiter.
Viele erleben sich Gefühlen gegenüber ausgeliefert/hilflos. Berühmter Satz, der einem helfen soll „Ich habe ein Gefühl, ich bin nicht das Gefühl!“
Und das ist richtig schwer! Es ist auch nicht so, dass sich nur unangenehme Gefühle „gefährlich“ anfühlen.
Manche hatten Choleriker als Familie, die ausgetickt sind, wenn das Kind lacht. Also lernt das Kind „Lachen kann gefährlich für mich werden“, wenn als Folge zugeschlagen wird.

Und was lernt man da so…?
Das Gefühle okay und erlaubt sind.
Entgegengesetztes Denken: Statt „Alles ist scheiße und keiner liebt mich“, versucht man sich „So schlecht ist alles gar nicht, Person x, y und z lieben mich“ zu sagen.
Was noch?
Den Notfallkoffer.
Der besteht aus Dingen, die einem helfen, sich nicht zu schaden und sich in sich wohl zu fühlen.
Bei mir besteht das viel aus „Körperskills“, die ich nicht mitschleppen muss 😉
Beispiel: Ich werde schnell apathisch. Der Skill: Auf einem Bein stehen und Augen zu – Gleichgewichtssinn.
Man kann nicht das Gleichgewicht halten und dissoziieren 😉
Sowas halt.

Wie gesagt: Es dauert ewig und man muss es wirklich wollen!
Aber es lohnt sich. Früher musste ich auch noch ewig überlegen: Okay, was habe ich gerade an Gefühlen und was stelle ich jetzt mit denen und mir an?
Jetzt geht das deutlich leichter und schneller.
Und: Je länger man sich nicht selbst verletzt, desto besser greifen die Skills. :)