Streber

30. November 2012

Habe heute den Ausbildungsvertrag abgeholt und bin ziemlich enttäuscht gewesen, weil er bis auf den Kopf blank war. Dann ist Unterschrift halt erst am Montag.
„Also, viel wird sich für Sie nicht ändern, außer dass das Arbeiten hoffentlich angenehmer ist“ meinte Lisa.
Voll süß ;)
Die Gemeinschaftskundearbeit geschrieben und mich wahnsinnig aufgeregt. 5 Tussen, die grundsätzlich nur am schwätzen sind in diesem Unterricht hatten einen Wutanfall, dass wir jetzt ne Klausur schreiben.
Die angekündigt war. Nein, ich hatte keine Konzentration zum Lernen, aber ich habe versucht aufzupassen und immer mündlich mitgemacht.
Und die Arbeit war absolut okay, vieles, was dran kam, hat sie letzte Woche nochmal extra mit uns durchgesprochen.
Eine musste aufgehalten werden, dass sie nicht einfach geht („Jane, das gibt ne sechs“ unsere Klassenlehrerin eindringlich).
Mel „WIR HABEN ALLE NICHT GEWUSST, WAS DRAN KOMMT UND IN IHREM UNTERRICHT HABEN WIR ALLE EH NICHTS VERSTANDEN“
blablabla
Die Arbeiten wurden ausgeteilt. „Stella, was bedeutet Solidargemeinschaft???“
Klar, ich erklär JETZT noch über 2 Reihen weiter.
Mitten in der Arbeit Jane „Stella, Aufgabe drei!!!“
Ich hab nur den Kopf geschüttelt. Jane ist eine von denen, die NUR am schwätzen ist, zum einen, zum anderen: Wie soll ich bitte 2 Reihen weiter komplett sagen, was ich schreib, ohne dass es die Lehrerin merkt?
War Jane natürlich sauer, blöde Kuh -.-
Mittlerweile bin ich nur noch sooo wütend auf diese Tussen. Bei der Klassenlehrerin ist es IMMER laut, sie ist halt einfach zu geduldig und nett.
Ich finde ihren Unterricht okay, beteilige mich mit Einigen anderen zusammen auch gut. Viele „schlafen“, schreiben SMS oder Briefchen – die sind mir egal.
Aber ich hasse diese handvoll Tussen, deren einzige beteiligung kurz vor der Klausur ist „Ich hab nichts verstanden“ und die sonst nur laut sind und stören.
Ich habe auch die ganze Woche gearbeotet, gelernt und x Sachen erledigen müssen, meine Aufmerksamkeit ist echt vorbelastet (ADS) und nach ihren beiden Stunden am Freitag NACHmittag brummt mir der Kopf, ich hab Kopfschmerzen und schlechte Laune, weil es sagenhaft anstrengend ist, bei diesem Lärmpegel zu arbeiten. Und ich will mitarbeiten, weil ich dann daheim weniger machen muss.
Und diese Tussen behandeln MICH dann als Sterberin und sind eingeschnappt, wenn ich nicht versuche, ihnen während der Arbeit irgendwie zu helfen.
Ich hab kein Problem mit Teamarbeit bei Klausuren, aber nicht so!
Ich hatte mal vergessen, was ein Fachwort übersetzt heißt und eine hat die Lippen richtig geformt, das mach ich auch. Aber da geht es um was anderes.
Die Tussen stehen mit mir auch an der Bahnhaltestelle und regen sich über die Lehrerin auf „Die Drecksfotze“ blablabla und das find ich zum kotzen. Die ist da noch mit Idealismus dran. Naja.
Außerdem hab ich den Tussen anfangs auch angeboten, ihnen was zu erklären. 10 Minuten vor der Arbeit hab ich einer Mitschülerin Solidargemeinschaft auch noch erklärt, ich mag sowas :)
Nach der Arbeit gings dann los, „können wir nicht Referate halten, Hausaufgaben benoten lassen blablabla um uns zu verbessern.“
Die Lehrerin meinte, dass es sich die Tussen einfach zu bequem machen, falsche Arbeitshaltung.
Jane hat sich die Nägel demonstrativ lackiert, hat mir der Lehrerin gestritten, ist dann gegangen und hat einen Eintrag ins Klassenbuch bekommen.
Im Unterricht wird so gut wie nicht nachgefragt weil nicht zugehört wird, es wird sich nicht informiert, nicht gelernt, aber Schuld ist natürlich die Lehrerin, wenns ne 5 wird.
Andere, wie ich, gehen in den Unterricht, konzentrieren sich bei diesem scheiß Lärm, fragen nach und bereiten sich halbwegs vor. Die anderen stören uns und wir sollen ihnen dann helfen.
Da stimmt doch was nicht.

Gestern war letzter Arbeitstag. Nachdem Alena weg war, war es wieder unheimlich zäh.
Ich konnte nichts machen, stand blöd rum und hab im Internet gesurft.
Auf mein Zeugnis gewartet.
Vorher: Frau K. hat alle in ihre Verantwortung gestellten Aufgaben zu meiner vollen Zufriedenheit ausgeführt. Sie war ordentlich, gewissenhaft, pünktlich und zuverlässig. Sowohl im Umgang mit den Pat. als auch im Praxisteam zeichnete sie sich durch ihr ruhiges und freundliches Wesen aus.

Nach meiner Mail mit Ergänzungswünschen:
Frau K. hat alle in ihre Verantwortung gestellten Aufgaben zu meiner vollen Zufriedenheit ausgeführt. Sie war sehr ordentlich, gewissenhaft, pünktlich und zuverlässig. Das Verhalten von Frau K. im Umgang mit Pat. und dem Praxisteam war stets korrekt und einwandfrei. Sie war hoch motiviert, ehrgeizig, belastbar und äußerst interessiert und pflegte immer einen sehr angenehmen und freundlichen Umgangston, den sie auch in hektischen Situationen bewahrte.

:rot: :)
Aber: Man kriegt halt nichts geschenkt. :ka:
Schön ist, wenn es sich dann SO sehr lohnt :)

Abends hab ich zu den Pat und Richtung Ulli „Schönen abend“ gesagt, aber sie hat ned reagiert. Hab noch kurz gezögert, bin aber dann gegangen..

WOCHENENDE!


Finde den Fehler

27. November 2012

Gestern auf web.de
1. Artikel: Vettel wird Erster
Der Artikel drunter: Forscher: Ziele von UN-Klimagipfel in Doha unrealistisch
und im Artikel selbst Deutschland „Bremser der Klimapolitik“

Finde den Fehler *kopf — tischkante*


Noch 7 Mal schlafen

26. November 2012
Noch ein Arbeitstag in der alten Praxis, dann Wochenende und dann in die Neue. :)

Meine Schwester hat einen totalen Horror vor dem Zahnarzt und sowieso sämtlichen ärztlichen Eingriffen.
Bei der Darmspiegelung hat sie eine Kurzanästhesie bekommen und meine Mum war bei ihr. Mein Vater hat angeboten, er kommt zu ihr.
Manche Zahnärzte arbeiten mit Anäthesisten zusammen, aber mein Vater hält da nichts von, weil die sie im Anschluss auch nicht überwachen könnten.
Also Krankenhaus.
Dormicum wollten sie ihr dort auch nicht geben, obwohl unser Vater über Nacht bei ihr bleiben würde und ja ne medizinische Fachkraft ist.
Jetzt macht sies allein. Sie telefoniert oft mit unserer Mutter und weint zum Teil auch.
Sara ist nicht ängstlich, bloß bei sowas. Das tut mir total Leid. Meine große Schwester.
Ich find diesen Familienzusammenhalt unheimlich schön, ganz anders als früher.

Vorhin dachte ich, wie schön es wäre, in .. VIERZIG ^^ Jahren, wenn wir Waisen sind, diesen Part auch zu übernehmen. Ihr bei sowas beizustehen, ebenfalls als „Medizinische Fachkraft“
Wenn alles gut läuft, bin ich in 1,5 Jahren mit der Lehre fertig, dann Abendgymnasium und dann Studium *träum*


Glück, Zufall, aktiv/passiv

23. November 2012

Das Stichwort „Glück“ war vielleicht gar nicht schlecht um mir bewusst zu machen, was ich alles geschafft habe.
Ich saß am Monatg, dem 5.11. abends im Gespräch mit dem Chef und habe erfahren, dass ich nicht weitermachen kann und mir weniger als ein Monat Zeit bleibt, um die Ausbildung lückenlos IRGENDWO weiterzumachen.
Ich habe nach Urlaubstagen gefragt, 7.
Ich habe weiter für die Schule gelernt und ne 1,8 geschrieben (und ne 1, aber für Deutsch brauch ich nicht zu lernen). Ich habe 3 Nächte weniger als 4 Stunden Schlaf gehabt, was mich wahnsinnig krisenanfällig macht. Ich bin am Donnerstag in die Praxis gekommen, habe nach der halben Stunde, die der Chef später kommt, gefragt, ob ich direkt den Tag und den Freitag vormittag frei nehmen kann.
Ich bin in den Jugendtreff gegangen und hab eine Praxis nach der anderen angerufen.
Bewerbungen abgeändert, persönlich vorbeigebracht, was die immer ganz toll fanden.
Mittagsschlaf gemacht.
Am Freitag in die Schule gegangen, am Wochenende E-Mail Anfragen um die Möglichkeit eines betrieblichen Wechsels gefragt.
Welche Praxis stellt auf Dezember einen Azubi ein, der schon im 2. LJ ist und sich auf den DRITTEN Betrieb bewirbt!?

fortsetzung folgt


22. November 2012
ICH HABE DIE MÜNDLICHE ZUSAGE DES GYNÄKOLOGEN!!!!

Innere und äußere Welt

21. November 2012

Ich hatte früher schon Blogs. Thema war immer nur die Psyche. Das wollte ich hier nicht mehr.
Ich bin so viel mehr, als nur eine Betroffene von Diagnosen. Was mich ausmacht ist so viel mehr.
Die meisten Posts handeln von der Ausbildung und das wollte ich so. Es schafft einen anderen Blickwinkel. Also schreibe ich, wie es läuft, was ich erlebe, wie ich lebe.
Dass ich später Ärztin werden will, meine Ideale.
Trotzdem ist die Krankheit ständig präsent.
Das Krankheitserleben.
Ich möchte Mut machen, ein Vorbild sein. Ja, ich habe diese Diagnosen und lasse mich nicht unterkriegen. Diese Zustände von schreiender Not hindern mich dennoch nicht daran, meine Träume zu haben und sie Schritt für Schritt zu realisieren.
Aber nur deshalb nimmt die Intensität bestimmten Erlebens nach wie vor nicht ab. Es gestattet einen anderen Blickwinkel. Nicht „Stellinchen, die traumatisierte Borderlinerin“ sondern „Stellinchen, die angehende MFA mit jeder Menge Träumen“
SO möchte ich gesehen werden!
Und doch gibt es auch die Krankheit und darüber möchte ich auch schreiben.

Radikale Akzeptanz
Ich wache seit einer Woche auf und fühle mich hundsmiserabel schlecht. Es ist wieder so, dass ich das Gefühl habe, etwas schlechtes sei in mir, verdorbenes.
Und zwar direkt in der Brust. Da sitzt das schlechte Gefühl wie ein vergifteter Dorn und strahlt in den ganzen Körper aus.
Es fühlt sich sooo scheiße und schlimm an. Zitat meines Klinik Therapeuten „Die meisten BL Betroffenen erwarten, dass sie sich nach der Therapie nicht mehr so katatrophal fühlen wie davor, aber das stmmt nicht. Sie bringen es nur nicht mehr dysfunktional zum Ausdruck. Sie fühlen sich schlimm, aber anders schlimm“
So realistisch war er immer. Wäre er es nicht gewesen, käme unter Umständen schnell „Die Therapie hat nix gebracht, ich fühl mich immernoch so furchtbar wie davor“
Die Folge – Rückfall.
Dadurch, dass ich „vorgewarnt“ war, kann ich jetzt besser damit umgehen. Ja, man fühlt sich furchtbar, aber es geht vorbei, auch ohne selbstschädigendes Verhalten.
Also dachte ich grad eben: „Versuch Dich dran zu gewöhnen, dass Du Alpträume hast und Dich furchtbar fühlst, wenn Du aufwachst. Dass das Gefühl möglicherweise auch noch eine Zeit lang anhält, bis der Körper die Erinnerung abgeschüttelt hat.“
Das war bisher immer so.
Wichtig ist: Es geht vorbei, die Intensität nimmt IRGENDWANN ab und ich kann es aushalten.
Ich akzeptiere es, lasse die Vorstellung zu, dass es lange dauert und schon nimmt es einen Teil der Bedrohung.

In Smileys ausgedrückt :hilfe: :hilfe: :hilfe: :zitter: :heul: :heul: :kotz:


Du musst Dein Ändern leben

19. November 2012

Guten mooorgen :wink:

Zitat:
Arbeit so weit okay, bekomme das Arbeitszeugnis irgendwann im Dezember.

Laut Auflösungsvertrag bekomme ich ein „wohlwollendes Arbeitszeugnis, welches sich auf Führung und Leistung bezieht“ innerhalb von 14 Tagen nach dem Auflösungsdatum.
Das war der 5.
Die 14 Tage sind heute rum.
Meine Mum hat angeboten, ihm eine höfliche Mail zu schreiben, aber das find ich blöd. Bin ja eigentlich alt genug.
Eigentlich.
WENN da nicht dieses beinahe unterwürfige „Bloß lieb und nett sein“ in mir stecken würde -.-
Herrgott, so wie ich mich aufführe, würde ich sogar bei demjenigen versuchen NETT zu sein, der mir die Handtasche klaut :motz:
Ich hab keinen Mumm :(
DAS ist mal ein Beispiel, wo ich für MICH einstehen könnte. :buhu:

ER hatte es so eilig.
ER hat diesen Auflösungsvertrag erstellt, er hätte diese 14 Tage nicht reinschreiben müssen.

:buhu:

Noch was positives: Heute um 13 Uhr ist das Vorstellungsgspräch bei dem Gynäkologen :)